Polizeieinsatz

Drogenhandel in Lünen fliegt auf: Kiosk war Umschlagplatz

Zivilbeamte der Dortmunder Polizei sind am Dienstagnachmittag (13. April) Hinweisen auf einen mutmaßlichen Drogenhandel nahe eines Kiosks in Lünen nachgegangen. Mit Erfolg.
Die Polizei stellte Drogen sicher. Symbolbild. © picture alliance/dpa

Das war verdächtig, was Zivilbeamte der Dortmunder Polizei am Dienstag (13.4.) an der Dortmunder Straße in Lünen beobachtet haben. Gegen 16.15 Uhr beobachteten sie dort in Höhe eines Kiosks ein ungewöhnliches Kommen und Gehen. Im Mittelpunkt stand ein Mann, der offenbar mit Drogen handelte und als Kurier für einen dortigen Kiosk agierte, wie die Polizei berichtet.

An der Moltkestraße beobachteten die Polizisten den mutmaßlichen Dealer und einen anderen Mann. Sie tauschten Geld und kleinere Gegenstände aus. Die Kontrolle des mutmaßlichen Käufers, eines 34-Jährigen aus Lünen, unterstrich diese Feststellungen. Die Beamten stellten bei ihm mehrere Druckverschlusstüten mit einer Substanz – augenscheinlich Marihuana – sicher. Sie leiteten sofort ein entsprechendes Strafverfahren gegen die Lüner ein.

Marihuana in Tütchen

Auch den mutmaßlichen Dealer kontrollierten die Polizisten wenig später. Er befand sich im Bereich der Konrad-Adenauer-Straße: ein 32-jährigen Lüner. Die Beamten nahmen den Mann vorläufig fest. Bei seiner Durchsuchung fanden sie neben verschiedensten Betäubungsmitteln (unter anderem Marihuana und Kokain) und auch einen niedrigen vierstelligen Geldbetrag. Im Laufe des Einsatzes ergaben sich für die zivilen Polizisten konkrete Hinweise auf den Kiosk, aus dem heraus der Handel offensichtlich betrieben wurde, wie die Dortmunder Polizeibehörde berichtet.

Mit einem bei der Staatsanwaltschaft erwirkten Durchsuchungsbeschluss kontrollierten die Beamten schließlich den Kiosk. Dort trafen sie auf den 27-jährigen Kioskbesitzer und nahmen auch diesen vorläufig fest. In einem Nebenraum, der dem Objekt zuzuordnen ist, fanden sie eine nicht geringe Menge an Betäubungsmitteln und stellten diese sicher. Ebenso Bargeld, das offenbar nicht dem Betrieb des Kiosks zuzurechnen war.

Nicht mehr in Haft

Besondere Gründe für eine Untersuchungshaft lagen nicht vor. Die Männer aus Lünen sind wieder auf freiem Fuß – erst einmal. Denn sie erwartet nun ein Strafverfahren wegen des Verdachts des illegalen Handels mit Betäubungsmitteln.

2020 hatte die Polizei insgesamt 5.267 Straftaten in Lünen gezählt – ein Rückgang von fast vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr (5.493 Taten) und außerdem der tiefste Stand in mehr als zehn Jahren, wie die Polizei mitteilte. Auch bei den Delikten, die zur Rauschgiftkriminalität zu rechnen sind, war ein Rückgang zu verzeichnen: von 213 Straftaten 2019 auf 175 im Jahr 2020. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich ist im selben Zeitraum gestiegen: auf 93 Prozent.

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