Die Stadt Lünen wünscht sich eine öffentliche Toilette. © picture alliance / dpa
Meinung

Die Krux mit öffentlichen Toiletten und ihren Kosten

Den Plan für eine öffentliche Toilette ist grundsätzlich gut, findet unser Autor. Die Frage ist nur: Sollte die Benutzung kostenfrei sein?

Eine neues öffentliches WC in Lünen ist zunächst einmal begrüßenswert. Denn besonderes komfortabel ist die Innenstadt diesbezüglich nicht gerade ausgestattet. Kein exklusives Problem der Lippestadt im Übrigen, schaut man beispielsweise in die Nachbarstadt Dortmund. Aber das sollte keine Ausrede sein.

Ob allerdings allein ein Toilettenhäuschen, egal welcher Form und Größe, das grundsätzliche Problem des öffentlichen Urinierens (und anderer stinkender Hinterlassenschaften) behebt, darf, mit Verlaub, zumindest skeptisch gesehen werden.

Es zeigt sich leider auch, dass Pinkelflecken an Wänden und in Ecken nicht verschwinden, sobald ein zahlungspflichtiges WC in Reichweite ist. Sollte man die Einrichtung demnach besser kostenfrei belassen? Abgesehen von den Ausfällen von Einnahmen führt das mit großer Wahrscheinlichkeit noch schneller dazu, dass das neue Stille Örtchen bald niemand mehr besuchen wollen wird. Denn getreu dem Motto „was nichts kostet, ist auch nichts wert“ werden auch die öffentlichen Toiletten behandelt. Und sehen (oft) entsprechend aus.

Die Gesellschaft muss auch als Gesamtes mitziehen und das neue Angebot entsprechend vernünftig behandeln. Vielleicht ist das eher der Fall, wenn man vor dem Gang aufs Töpfchen einen Obulus abgeben muss.

Über den Autor
Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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Matthias Stachelhaus
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