Ein Arzt macht an einer Grundschule vor Unterrichtsbeginn einen Corona-Schnelltest bei einer Lehrerin. Ab kommender Woche sollen viele weitere Schnelltests für alle Bürger kostenlos möglich sein. © picture alliance/dpa
Coronatests

Corona-Tests in Lünen: Warten auf Lieferungen, ein Testzentrum gestartet

Schnell- und Selbsttests sollen im Kampf gegen die Pandemie mehr helfen als zuvor. Supermärkte und Apotheken in Lünen warten auf Lieferungen. Es fehlen noch Verordnungen für Abrechnungen.

Die Möglichkeiten für Corona-Test sollen bis April deutlich ausgeweitet werden. Schon ab kommenden Montag soll sich jeder Bürger einmal die Woche kostenlos Testen lassen dürfen, kündigte Kanzlerin Angela Merkel in der Nacht zu Donnerstag (4. März) an. In Lünen gibt es erste Möglichkeiten, aber auch viele offene Fragen.

Schnelltests in Lüner Apotheken

Ein erstes Testzentrum als Zusammenschluss aus mehreren Lüner und Selmer Apotheken wird bereits am Freitag (5. März) seine Türen öffnen. Unter Tel. (02306) 756 56 43 können sich Kunden ab sofort anmelden und einen Termin sichern. „Wenn die Nachfrage groß ist planen wir, die Testungen auch auf andere Filialen auszuweiten“, kündigt Volker Brüning, Apothekensprecher und Inhaber mehrerer Apotheken in Lünen uns Selm, an. Aktuell gibt es einen Test für 25,90 Euro. Brüning hofft, dass sich bis kommende Woche die Modalitäten geklärt haben, um die Tests auch über die Krankenkassen abrechnen lassen und somit kostenlos anbieten zu können.

Auch die Glückauf-Apotheke in Brambauer bietet bereits die Möglichkeit der kostenpflichtigen Tests in Brambauer an.

Unsicherheit treibt aktuell alle Apotheker um. „Voraussichtlich werden wir auch bei uns testen“, heißt es aus verschiedenen Apotheken in Lünen, „wenn es klare Vorgaben und Abrechnungsmöglichkeiten gibt.“

„Wir gehen davon aus, dass diese Teststrategie nur eine Übergangsstrategie ist“, sagt Dagobert Ullrich, Inhaber der Bären-Apotheke. „Wir rechnen damit, dass in etwa einem Monat intensive Impfungen in den Arztpraxen möglich sein werden. Solange kann ich mir durchaus vorstellen, dass ich mich dem Druck der Nachfrage beugen werde.“ Allerdings hält er die „Ramscherei“ für problematisch: „Wenn es kostenlose Tests gibt, wird es wieder solche Menschen-Ansammlungen geben, wie bei den Masken. Das kann nicht gewollt sein.“

Hausarzt: Es fehlen Informationen

Die Kapazitäten für Schnell-Tests in Hausarztpraxen weiter auszuweiten ist für Ärztesprecher Dr. Arne Krüger aktuell kaum denkbar. Schnelltest werden in seiner Praxis angeboten, aber nicht für jeden. „Wir haben auch noch keine Informationen, wie das abgebildet werden soll“, sagt Krüger. Von Kosten einmal abgesehen – die Schnelltests in den Praxen finanziere er zur Zeit vor – würden Tests für asymptomatische Patienten auch die Abläufe in der Praxis durcheinanderwerfen. „In der Masse bekommen wir da Probleme.“ Die Tests für Personal von Schulen und Kitas seien schon schwierig. Den Fokus der Hausärzte sehe er weiter beim Impfen, nicht im Testen. Allein dafür sei er seit Anfang des Jahres sieben Tage die Woche im Einsatz.

Konkrete Pläne für ein Schnelltestzentrum, oder eine vergleichbare Einrichtung des Kreises Unna gibt es, Stand Donnerstag, auch noch nicht. „Wir warten noch auf etwas Schriftliches vom Landesministerium. Da liegt uns bislang noch nichts vor“, sagt Kreissprecher Max Rolke dazu.

Selbsttests in Supermärkten und Drogerien

Anders als Schnelltests, die von geschultem Personal durchgeführt werden, sollen auch Selbsttests für den Laien bald käuflich sein. Der Discounter Aldi hat etwa angekündigt, die Tests ab kommenden Samstag (6. März) an der Kasse zu verkaufen. Maximal eine Packung pro Kunde mit fünf Tests sollen rund 25 Euro kosten.

Auch Konkurrent Lidl und die Supermärkte von Rewe und Edeka haben das Thema auf dem Schirm. Kaufland plant, „voraussichtlich ab Anfang KW11 in allen Filialen Corona-Selbsttests für den Privatanwender in unser Sortiment aufzunehmen“, heißt es auf Anfrage unserer Redaktion am Donnerstag. Die Drogeriemarktketten Rossmann und dm wollen mit dem Verkauf am nächsten Dienstag (9. März) beginnen. Auch bei Müller arbeite man daran. „Sobald die Anbieter liefern können, wird es Tests in unseren Filialen geben“, sagt Sprecherin Nadja Gerring dazu.

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Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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Matthias Stachelhaus
Freie Mitarbeiterin
In und um Stuttgart aufgewachsen, in Mittelhessen Studienjahre verbracht und schließlich im Ruhrgebiet gestrandet treibt Kristina Gerstenmaier vor allem eine ausgeprägte Neugier. Im Lokalen wird die am besten befriedigt, findet sie.
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Kristina Gerstenmaier
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