Maike Arhelger (l.) und Eva Maria Gödde (r.) arbeiten im Team im Impfzentrum Unna, um den empfindlichen Impfstoff impfbereit zu machen. © Impfzentrum Unna
Schnelltests

Colosseum-Apotheke in Lünen will Testzentrum einrichten: „Herzensprojekt“

Die Colosseum-Apotheke in Lünen will für Schnelltests ein Testzentrum öffnen. Und auch darüber hinaus sind Leiterin Eva Maria Gödde und ihr Team engagiert in der Eindämmung der Pandemie.

Dass Corona-Schnelltests in der Apotheke gemacht werden können, das ist keine neue Entwicklung. Dennoch scheuen sich viele Apotheken davor, die Testungen anzubieten. Finanzielle Aspekte, aber auch Platz und Personal sind Gründe hierfür. Die Colosseum-Apotheke in Lünen will die Schnelltests bald in einem eigenen Testzentrum anbieten.

„Wir sind uns noch nicht sicher, ob die Politik erlassen wird, dass es kostenlose Testungen für jeden Bürger geben wird“, sagt Apotheken-Leiterin Eva Maria Gödde. „Dennoch wollen wir Schnelltests in unserer Apotheke für einen erschwinglichen Preis anbieten.“ Für 25,95 Euro wolle man die Tests anbieten, was weit unter dem Preis anderer Testzentren liege, etwa an Flughäfen. Das Ziel, so Gödde: „Wir finden, dass es wichtig ist, dass die Tests schnell zugänglich und für jeden verfügbar gemacht werden.“

Selbsttests haben Daseinsberechtigung

Bei den Selbsttests sieht Gödde die Gefahr, dass nicht jeder positiv Getestete freiwillig Meldung beim Gesundheitsamt machen würde. „Die Meldekette wird entsprechend nicht so gut sein wie vorher. Doch auch diese Tests haben ihre Daseinsberechtigung, damit wir schnell wieder aus alledem herauskommen.“

Auf diese Weise den Menschen wieder mehr Flexibilität und Normalität im Alltag wiederzugeben und sie vor Corona-Infektionen zu schützen, das sei das Ziel. Und auch ein Herzensprojekt von Gödde. Ein mögliches Vorbild ist hierbei das Tübinger Modell: flächendeckende Testungen zum Schutz der Bevölkerung. Zusätzlich die Impfungen gegen das Virus.

Und auch hierbei ist Gödde engagiert – neben vielen weiteren Tätigkeiten. „Wir sind eigentlich seit einem Jahr im Dauereinsatz: In der Anfangsphase haben wir Desinfektionsmittel hergestellt, weil es knapp war, haben versucht, Masken zu beschaffen, jetzt führen wir Testungen durch und helfen bei der Zubereitung der Impfungen im Impfzentrum.“

Unterstützung des Impfzentrums Unna

Gödde und ihre Kollegin Maike Arhelger unterstützen das Impfzentrum Unna. Dort werden Teams aus je einem Apotheker oder einer Apothekerin und einer Pharmazeutisch-technischen Assistentin oder einem Assistenten (PTA) gebildet, die sich um die Zubereitung des Impfstoffs kümmern. „Das Pharmazeutische Personal verarbeitet und zieht den Impfstoff auf, sodass er impfbereit ans medizinische Personal übergeben werden kann. Dieses macht die Aufklärung der Patienten und impft sie, “, erklärt Gödde.

Gödde und Arhelger machen das an ihren freien Tagen und sind fast von Anfang an dabei. In den folgenden Wochen werden sie regelmäßig im Impfzentrum tätig sein. „Am Montag hatten wir jetzt die Chance, geimpft zu werden, weil noch etwas Impfstoff übrig war. Das gibt uns natürlich ein besseres Gefühl, wenn wir die Schnelltests künftig an Patienten durchführen.“

Der Impfstoff ist tiefgekühlt. Eine Flasche reicht für sechs Impfdosen, sodass vorab geprüft werden muss, wie viele Personen einen Termin haben. Der Impfstoff muss dann innerhalb von zwei Stunden verimpft werden. Ein Herstellungsvorgang braucht etwa 35 Minuten und es wird in zwei Teams parallel gearbeitet – diese verarbeiten wiederum jeweils zwei der Flaschen. „Es ist aber leider noch nicht so viel Impfstoff da, wie man es gern hätte.“

Nebenwirkungspotenzial des Impfstoffs ist gering

Derzeit wird der Biontech-Impfstoff an Personen über 80 verimpft, der von AstraZeneca ist für diese Gruppe noch nicht zugelassen. Entsprechend wird dieser Impfstoff an Personen unter 80 der höheren Priorisierungsstufen sowie an medizinisches Fachpersonal verimpft. „Das Gute an den Impfstoffen ist, dass sie so geringes Nebenwirkungspotenzial haben“, so Gödde.

Gödde und Arhelger wollen neben ihrer Tätigkeit im Impfzentrum schwerpunktmäßig die Schnelltestungen vornehmen – und den Vorteil nutzen, dass sie bereits geimpft wurden. Aber: „Dank unseres Hygieneplans können das natürlich auch andere Mitarbeiter machen.“ Der Aufbau des Testzentrums wird folgender sein: Es wird einen Pavillon vor der Tür der Apotheke geben, die Testungen werden in einem Extra-Raum durchgeführt, der normalerweise eine Warenschleuse ist. Auch der angrenzende Personalraum soll umfunktioniert werden. Gödde: „Dadurch sitzen die Wartenden bei Regen nicht draußen, sind aber auch getrennt vom regulären Kundenstrom.“

Umfangreiche Aufklärung bei der Testung

Zur Testung soll auch eine umfangreiche Aufklärung gehören. „Es ist eine große Aufgabe für den Beratenden, da man auf das Risiko hinweisen muss, dass der Test nur eine Momentaufnahme von 24 Stunden ist und auch darauf, was mit einer positiven Testung verbunden ist – also eine Aufklärung nach Quarantäneverordnung.“

Die Voranmeldung erfolgt telefonisch, getestet werden soll an mehreren Tagen die Woche – und je nach Andrang wolle man das steigern. „Mit den Testungen starten wollen wir in der übernächsten Woche, je nach Vorbereitungsstand vielleicht auch schon eher.“

Über die Autorin
Volontärin
Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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