Das Archivbild zeigt den Eingangsbereich zum Caterpillarwerk in Lünen-Wethmar. Das Werk wird Ende des Jahres geschlossen. © Stachelhaus (A)
Gesprächsabbruch

Caterpillar in Lünen: Verhandlungen über Sterbekasse ruhen vorerst

Ende dieses Jahres will Caterpillar den Standort Lünen dicht machen. Das gilt auch für die Sterbekasse. Die Verhandlungen darüber liegen vorerst auf Eis. Zum Ärger der Betroffenen.

Die Verhandlungen zwischen der Lüner Caterpillar-Geschäftsführung, Betriebsrat und der IG Metall über den Umgang mit der hausinternen Sterbekasse liegen nach mehreren Gesprächen in den vergangenen Wochen erst einmal auf Eis.

„Caterpillar hat den Verhandlungstisch verlassen. Das Unternehmen will sich im Moment nicht weiter damit beschäftigen, Caterpillar setzt wohl andere Prioritäten.“ Das sagte Ulrike Hölter, IG-Metall-Bevollmächtigte (Dortmund), am Mittwoch (7. April) im Gespräch mit unserer Redaktion.

Wie berichtet, hatte es im Dezember 2020 ein erstes Gespräch zwischen den Beteiligten gegeben. Dabei verständigten sich beide Seiten unter anderem darauf, unabhängig voneinander von Juristen prüfen zu lassen, wer denn rein rechtlich für die Sterbekasse verantwortlich ist – nämlich die Umlage zahlenden Mitglieder der Sterbekasse oder aber Caterpillar. Dabei geht es auch darum festzustellen, ob etwaige finanzielle Ansprüche der Mitglieder gegenüber dem Bergbauzulieferer bestehen. Der will nämlich die Sterbekasse mit der für Ende 2021 beschlossenen Werksschließung ebenfalls beerdigen.

Über die Prüfergebnisse sollte vereinbarungsgemäß Anfang dieses Jahres gesprochen werden. Was laut der IG-Metall-Bevollmächtigten auch mehrfach geschah. „Eine Einigung konnte zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber nicht erzielt werden, ein Kompromiss nicht gefunden werden. Weitere Gespräche wird es vermutlich erst im Vorfeld der Werksschließung geben“, sagte Ulrike Hölter.

Nach Angaben der Gewerkschafterin beharrt Caterpillar darauf, die Sterbekasse lediglich verwaltet zu haben, was die juristische Abteilung der IG Metall wiederum ganz anders sieht:

„Caterpillar ist verantwortlich für die Kasse, weil sie in den Umgang damit eingegriffen haben“, sagte Ulrike Hölter. So seien zum Beispiel keine neuen Leute mehr aufgenommen worden, was auch zu einer finanziellen Schieflage der Sterbekasse geführt habe. Unabhängig davon werde die Kasse auch in den Büchern des US-amerikanischen Unternehmens geführt.

Beitragssteigerungen

Für die Position der Gewerkschaft könnte auch sprechen, dass Caterpillar Ende vergangenen Jahres angekündigt hatte, dass die Umlageanteile (Beiträge) pro Monat „bei Beschäftigten von 2 Euro auf 2,10 Euro pro Teilnehmer und Sterbefall“ steigen, bei „Nichtbeschäftigten (Rentner etc.) von 12 Euro auf 12,60 Euro pro Teilnehmer“.

Für eine Empfehlung, wie sich die etwa 1000 Betroffenen verhalten sollen – kündigen oder weiter einzahlen -, sei es im Augenblick zu früh. Hölter: „Es ist schwer, den Menschen hier einen Ratschlag zu geben. Wenn nötig, darauf können sich unsere Mitglieder auf jeden Fall verlassen, werden wir sie rechtlich unterstützen.“

Über den Autor
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
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Torsten Storks
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