Gemeinsame Erklärung

Brief an Minister: Ärzte und Stadt setzen sich für Impfung in Lünen ein

Impfungen in Lünen ermöglich, das fordern Ärzte und Stadt in einer Erklärung an Minister Laumann. Denn für viele Lüner ist das Impfzentrum in Unna kaum zu erreichen. Es gibt schon einen Plan.
In einer gemeinsamen Erklärung bitten Ärzte und Stadt Lünen den Minister um Unterstützung, um in Lünen lokale Impfzentren oder Impftage anbieten zu können. Denn für viele Lüner ist der Weg ins Impfzentrum nach Unna unzumutbar. Das Archivfoto zeigt Dr. Arne Krüger bei einer Impfaktion im Altenzentrum St. Norbert. © Goldstein (A)

Früh hat Dr. Arne Krüger, Vorsitzender des Lüner Ärztevereins, sich öffentlich Sorgen um Menschen gemacht, die das Impfzentrum in Unna schlicht nicht erreichen können. Hinter ihm stehen Lüner Hausärzte, die vor Ort impfen würden, es aber nicht dürfen. Jetzt gibt es eine gemeinsame Initiative von Ärzten und der Stadt Lünen. In einer Erklärung am NRW-Gesundheitsminister Laumann und die kommunalen Spitzenverbände fordern sie die Unterstützung, um lokale Impfzentren oder Impftage in Lünen anbieten zu können.

Wie die Stadt in einer Pressmitteilung erklärt, hätten in einer Videokonferenz am Mittwochnachmittag (20.1.) Dr. Arne Krüger, Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns, die Erste Beigeordnete und Leiterin des Stabs Außergewöhnliche Ereignisse, Bettina Brennenstuhl, sowie Vertreter der Lüner Ärzteschaft eine gemeinsame Erklärung verfasst.

Strategie geht an Realität vorbei

Darin begrüßen sie, dass Impfungen gegen Covid-19 im Kreis Unna starten, zeigen aber auch die Problematik auf: „Die Menschen, die jetzt geimpft werden sollen, stehen vor großen praktischen Hindernissen“. Denn alle Lünerinnen und Lüner über 80 Jahre seien aufgefordert, sich in das Impfzentrum des Kreises Unna zu begeben. Das bedeute: 15 bis 30 Kilometer Anfahrt. Nicht jede und jeder habe Freunde oder Verwandte, die den Transport übernehmen könnten. Bus und Bahn seien für viele Menschen über 80 aufgrund der Fahrtdauer und der zahlreichen Kontakte keine realistische Option. „Aus unserer Sicht geht die Strategie an der Realität vieler kreisangehöriger Städte vorbei.“

Idee lokaler Impfzentren

Gleichzeitig seien aber Lösungen vor Ort möglich und geboten. So haben die Lüner Hausärzte haben gegenüber der Stadt, dem Kreis und der Kassenärztlichen Vereinigung ihre Bereitschaft erklärt, Patienten vor Ort aufzuklären, zu impfen und zu betreuen. Denkbar seien lokale Impfzentren, beispielsweise in Sporthallen oder Gemeindezentren. Denkbar seien auch „Impftage“ in den Hausarztpraxen. Die Stadtverwaltung unterstütze diese Initiative der Lüner Ärzte ausdrücklich.

Impfstoff Frage der Logistik

Allerdings müsse der Impfstoff nach Lünen gebracht werden. Dass er schwer zu handhaben oder zu transportieren sei, habe sich nicht bewahrheitet. „Die Voraussetzung ist nur, dass der Impfstoff zu einem abgesprochenen Zeitpunkt an einem abgesprochenen Ort ist. Wird diese Logistik gewährleistet, können – und wollen! – die Ärzte sofort mit Impfungen vor Ort starten“, heißt es in der Erklärung.

Gemeinsam appellieren Ärzte und Stadt an das Ministerium, Alternativen zum derzeitigen Vorgehen in Betracht zu ziehen und Impfungen vor Ort zu ermöglichen.. Es gehe nicht darum, die politisch beschlossene Priorisierung zu kritisieren, sondern darum, die Impfung der erst-priorisierten Gruppe schneller und vor allem sicherer durchführen zu können.

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