Das Bild zeigt, wie ein Patient die dritten Impfung mit dem Wirkstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer gegen das Coronavirus erhält. © dpa
Coronavirus

Booster-Impfung: Wo gibt es in Lünen schnell Termine?

Wo gibt es jetzt die dritte Impfung gegen Corona? Was tun, wenn der Hausarzt keinen Termin frei hat? Was ist mit dem Impfbus? Antworten auf diese Fragen lesen Sie hier.

Ein halbes Jahr nach der zweiten Impfung sollten vor allem Menschen über 70 Jahre eine dritte Impfdosis erhalten, um sich vor einem schweren Verlauf der Infektion zu schützen. Doch wo bekommt man die Booster-Impfung in Lünen? Und wie lange muss man auf einen Termin warten? Ärztesprecher Dr. Arne Krüger sieht die Lüner Hausärzte gut aufgestellt. Die Impfungen, vor allem in den Alten- und Pflegeheimen, liefen bis jetzt gut und keineswegs aus dem Ruder. Die Terminvergabe sei problemlos innerhalb von 14 Tagen möglich, wie auch unsere Übersicht impfender Arztpraxen zeigt.

Einige Termine habe man schon bei den Grippeimpfungen vergeben, weil dort mit den Patienten bereits über die Booster-Impfung geredet wurde, sagt Krüger weiter. Momentan läuft wie schon bei der Erst- und Zweitimpfung die Abfrage der Patienten. Viele seien sich noch unsicher, ob sie wieder geimpft werden wollen. Eine stärkere Einbindung der Impfzentren hält Krüger nicht unbedingt für nötig.

In welchen Arztpraxen in Lünen wird geimpft?


Lünen-Mitte:

  • In der gynäkologischen Praxis von Matthias Quabs in der Parkstraße müssen ungeimpfte Patienten derzeit 14 Tage auf einen Termin warten. „Wir impfen aktuell immer am Mittwochnachmittag, können aber bei Bedarf auch unsere Kapazitäten ausweiten, weil momentan in den Praxen Impfstoff ohne Limit bestellt werden kann. Wenn notwendig, schieben wir auch mal einen Samstag ein. Die Leute müssen sich nur melden“, erklärt die Praxis. Alle, bei denen die Boosterimpfung ansteht, sowie Johnson-Geimpfte seien herzlich willkommen.

Brambauer:

  • Jan Hohmeister muss sich in seiner Hausarztpraxis in Brambauer derzeit viel mit dem Thema auseinandersetzen. „Ganz viele Leute haben Aufklärungsbedarf und verstehen nicht, dass sie sechs Monate nach der Zweitimpfung abwarten sollen“, berichtet er. Weniger die Zugehörigkeit zur Prioritätsgruppe über 70 sei entscheidend, sondern vor allem der Abstand zur Zweitimpfung. Zweitimpfungen nach einer Erstimpfung mit Johnson & Johnson führt die Praxis ebenfalls nach Stiko-Empfehlung mit einem Mindestabstand von vier Wochen durch. 14 Tage müssen Impfwillige derzeit warten, das gilt sowohl für Booster- als auch für neue Erstimpfungen. „Wir bestellen die Patienten in Sechsergruppen ein, weil immer sechs Dosen in einer Verpackung sind“, erklärt der Mediziner zu den Impfungen, derzeit ausschließlich mit dem Biontech-Impfstoff. Während er jedem neuen Impfling zu der Entscheidung gratuliere, teile er jedem Ungeimpften seine Meinung klar mit: „Ich halte das für falsch, es ist ein großes Problem.“
  • Auch in der Kinderarztpraxis von Dr. Ayten Imren-Özden (Königsheide) wird geimpft. Da die Drittimpfung für die jungen Patienten noch nicht auf dem Plan steht, sind Booster-Impfungen hier noch die Ausnahme. „Wir sprechen Kinder und Jugendliche gezielt an, nach aktuellem Stand haben wir an zwei Tagen in der Woche noch je 20 Impfungen verfügbar“, berichtet die Fachärztin. Es werden auch Erwachsene geimpft. Wegen des Ablaufs der Bestellung müssen Patienten mit zwei Wochen zwischen Anmeldung und Impfung rechnen. „Die Kinder haben viel für uns geopfert, jetzt sind wir gefordert, etwas zurückzugeben“, appelliert Ayten Imren-Özden an noch nicht geimpfte Erwachsene.

Osterfeld:

  • Dr. Stephan Wismann impft in seiner Praxis an der Böcklinstraße momentan immer am Dienstagvormittag, bei größerem Bedarf könnten die Kapazitäten erweitert werden. „Termine sind bei uns sehr flexibel und kurzfristig (innerhalb von ein bis zwei Wochen) zu bekommen“, teilt der Arzt mit. Eine Differenzierung nach Priorität sei derzeit aufgrund der ausreichenden Impfstoffversorgung nicht nötig, die sechs Monate Abstand unbedingt einzuhalten. Zudem können hier auch Patienten einen Termin erhalten, die sonst nicht in Behandlung sind. „Gelegentlich bleiben Impfungen auch übrig, die wir dann spontan verimpfen. Diese müssten sonst entsorgt werden, was natürlich nicht das Ziel sein sollte und sehr schade wäre“, erklärt Stephan Wismann. Außerdem weist er darauf hin, dass eine Grippeimpfung in diesem Jahr besonders wichtig sei. Momentan bzw. bis Ende Dezember sei dafür die beste Zeit.

Lünen-Süd:

  • Dr. Stephan und Andrea Bartsch sind seit Monaten im Gespräch mit den Patienten in ihrer Gemeinschaftspraxis, wer wann wie (wieder) geimpft wird. Auch die Mitarbeiter am Telefon seien sehr stark gefordert. „Wir orientieren uns an der Stiko Empfehlung und an dem Krankheitsbild unsere eigenen Patienten. Termine für uns nicht bekannte Patienten können wir leider nicht vergeben“, so die Hausärzte.
  • In der Gemeinschaftspraxis Triebold/Lech an der Preußenstraße gibt es derzeit freie Impfkapazitäten in der Praxis und keine nach Alter unterschiedlichen Wartezeiten. Nichtgeimpfte, Boosterkandidaten und Johnson-Impflinge müssen jeweils maximal zwei Wochen auf einen Impftermin warten.

Nordlünen:

  • Im Jakob Henle Haus an der Cappenberger Straße finden am Dienstag und Donnerstag Corona-Impfungen mit dem Impfstoff von Biontech statt. „In einer Impfsequenz finden sechs Impflinge Platz. Da bei Nicht-Geimpften Gefahr im Verzug besteht, werden wir versuchen, diese ungeschützten Personen möglichst frühzeitig einzuplanen“, berichtet Facharzt Dr. Franz Mehnert. Bei Corona- wie auch bei der Grippeimpfung seien genügend Impftermine vorhanden. Auch die Johnson & Johnson-Geimpften seien frühzeitig benachrichtigt worden. Franz Mehnert unterstreicht: Zum selben Impftermin wie gegen Covid-19 empfehlen wir auch gleichzeitig eine Impfung gegen die Grippe, die jetzt bevorsteht.

Wer nicht schnell genug bei seinem Hausarzt mit einer Booster-Impfung versorgt werden kann, findet bei der Kassenärztlichen Vereinigung eine Übersicht von Praxen in Westfalen-Lippe, die Covid-Impfungen auch für praxisfremde Patienten anbieten.

Und dann gibt es auch noch die Möglichkeit, sich in einem Impfbus versorgen zu lassen. Termine werden auf der Homepage des Kreises Unna veröffentlicht. Ansonsten verweist der Kreis auf die Gesundheitsämter vor Ort.

Ihre Autoren
Volontär
Berichtet gerne von Menschen, die etwas zu erzählen haben und über Entwicklungen, über die viele Menschen sprechen.
Zur Autorenseite
Avatar
Redaktion Lünen
Jahrgang 1968, in Dortmund geboren, Diplom-Ökonom. Seit 1997 für Lensing Media unterwegs. Er mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen.
Zur Autorenseite
Torsten Storks

Unna am Abend

Täglich um 18 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.