Für gewöhnlich bestehen Schlagringe aus Metall, wie auf diesem Symbolfoto der Polizei. Für den Verwendungszweck eines selbstgebauten Schlagrings aus Holz, lieferte ein Lüner vor Gericht jetzt eine kreative Erklärung. © picture alliance/dpa
Gerichtsprozess

Bastelarbeit oder Waffe? Lüner mit amüsanter Erklärung für Schlagring

Mit Drogen und einem Schlagring ist ein Lüner von der Polizei erwischt worden. Vor Gericht gab der Mann eine kreative Erklärung zu der selbstgebauten Waffe ab. Die Richterin reagierte amüsiert.

Bei einer Verkehrskontrolle stoppten Polizeibeamte einen Lüner und bewiesen den richtigen Instinkt. Der 41-Jährige hatte gleich zwei verbotene Dinge im Gepäck: Marihuana und einen Schlagring Marke Eigenbau. Nun stand er vor Gericht.

Der Mann, der ihnen am Abend des 4. März im Bereich der Derner Straße auf einem Elektroroller begegnete, weckte das Interesse der Beamten. Er wirkte, als könne er unter dem Einfluss von Drogen stehen. Sie hielten ihn an, kontrollierten ihn und auf ihre Frage hin zog er ein Tütchen mit rund zwei Gramm Marihuana und einen Schlagring aus Holz aus der Tasche.

Drogenbesitz und Verstoß gegen das Waffengesetz wurden dem Lüner jetzt in einem Prozess vor dem Amtsgericht zur Last gelegt. „Das Betäubungsmittel muss ich nicht abstreiten“, gab er sofort zu und erklärte später, dass das Marihuana aber ausschließlich für seinen eigenen Bedarf bestimmt gewesen sei.

Schlagring soll Handstück einer Lampe sein

Deutlich weniger Einsicht zeigte er, was den Schlagring betraf. Das sei tatsächlich ein Handstück für eine Lampe und selbstgemacht. Das Teil sei also gar nicht als Waffe gedacht gewesen und deshalb sehe er den Vorwurf auch nicht ein.

In Gedanken habe er den Gegenstand zu Hause eingesteckt, betonte er, verwies erneut auf seine handwerklichen Fähigkeiten und beschwerte sich dann: „Ich sollte mir doch ein Hobby suchen.“

In einem Waffengutachten wurde die „Bastelarbeit“ jedoch eindeutig als Schlagring bezeichnet und auch zwei Polizeibeamte, die an dem Märzabend an der Kontrolle beteiligt waren, machten im Zeugenstand ganz gewiss nicht den Eindruck, als würden sie den Fund für den Teil einer Lampe halten. Ganz im Gegenteil sprachen beide von einem Schlagring.

Der Lüner blieb dennoch bei seiner Version. Und angesichts einer drohenden Geldstrafe wurde seine Empörung noch größer. „Kann ich nicht bezahlen. Dann müssen Sie mich wegsperren.“ Denn wegen der Pandemie habe er seinen Job verloren.

Richterin amüsiert über Erklärung

Die Einlassung des 41-jährigen Lüners im Hinblick auf den Verstoß gegen das Waffengesetz bezeichnete die Richterin schließlich als interessant und originell. Sie sei ganz amüsant und immerhin habe er sich etwas Gutes überlegt. Aber: „Das ist eindeutig ein Schlagring.“ Und den habe der Angeklagte auch ganz bewusst dabeigehabt.

Dafür und für den Drogenbesitz wurde der Mann zu 800 Euro Geldstrafe verurteilt. Diese Summe, so die Richterin, könne er in kleinen Raten abzahlen oder das Ganze in gemeinnützige Arbeit umwandeln lassen. Und: „Wer Straftaten begeht, muss damit rechnen, bestraft zu werden.“

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