Das 2:0 für den Lüner SV: Milan Sekulic erzielte den Treffer nach einer Ecke. © Sebastian Reith
Fußball

Lüner SV seit acht Spielen ungeschlagen – Aufregung um Foul von Berghorst

Der Lüner SV steigert sich nach einer katastrophalen ersten Hälfte extrem und schlägt Emsdetten mit 3:1. Glück hatte Nico Berghorst, der für ein Foul nur Gelb sah.

Fußball-Westfalenligist Lüner SV ist nicht aufzuhalten. Mit 3:1 gewann der LSV verdient gegen Borussia Emsdetten, blickt dabei aber auf eine erste Halbzeit zum Vergessen zurück und hatte zudem Glück bei der Kartenverteilung. Durch das achte Spiel ohne Niederlage in Folge sind die Lüner auf Rang drei geklettert.

Westfalenliga 1

Lüner SV – SV Borussia Emsdetten

3:1 (0:0)

Der LSV machte eine Laola vor den Fans, dann rotierte der Siegerkreisel – dass zum sechsten Saisonsieg des Lüner SV auch eine Portion Glück gehörte, war den Lünern nach dem Spiel egal. Viel zu happy waren die Spieler und auch Trainer Axel Schmeing kurz darauf bei der Pressekonferenz über die klare Leistungssteigerung im zweiten Spielabschnitt.

„Die Mannschaft hat eine echte Reaktion gezeigt“, sagte Schmeing. Die war auch dringend nötig. Denn die erste Hälfte dürfte zu den schlechtesten gehört haben, die der LSV in dieser Saison abgeliefert hat. „Die Halbzeit war eine Katastrophe. Wir haben eine brutal schwache erste Halbzeit gespielt. Warum, ist unerklärlich. Da waren relativ wenige Spieler in Normalform. Da habe ich mich fast manchmal geärgert, dass die Sonne nicht noch tiefer steht – dann hätte ich nämlich gar nichts mehr gesehen“, sagte Schmeing.

Emsdetten vergibt Großchancen in der ersten Halbzeit

Dass es mit einem 0:0 in die Kabine ging, war Emsdetten zu verdanken, das seine Torchancen nicht nutzte. Immer wieder kam Emsdettens Stürmer Vincent Schulte frei zu Abschlüssen, bestrafte aber die Fahrlässigkeiten in einer teils überforderten LSV-Mannschaft mit niedriger Zweikampfquote nicht. Ein 0:2 aus LSV-Sicht wäre wohl in Ordnung gegangen. Nur ein Torschuss gelang dem LSV. Nico Berghorst rutschte der Ball aus acht Metern über den linken Schlappen.

Milan Sekulic rutschte in Nico Berghorsts Schuss, kam aber nicht mehr an den Ball - es war die dickste Gelegenheit für den LSV in Halbzeit eins.
Milan Sekulic rutschte in Nico Berghorsts Schuss, kam aber nicht mehr an den Ball – es war die dickste Gelegenheit für den LSV in Halbzeit eins. © Sebastian Reith © Sebastian Reith

Mit den Einwechslungen von Ferdinand Franzrahe, der über links anlief und Lukas Mertens im zentralen Mittelfeld zur Pause folgte dann die Wende. Der Lüner SV präsentierte fortan fast Einbahnstraßenfußball. Zunächst scheiterte Milan Sekulic noch (51.), doch zwei Minuten später schob Berghorst ins verwaiste Tor zur Führung ein. Und noch während Vorstandsmitglied Peter Marx den Spielstand durchgab, hätte Berghorst nachlegen können.

Berghorst: Pech vorm Tor, Glück bei der Kartenfarbe

So viel Pech, wie Berghorst hatte… Er hatte auch Glück: Denn nach einem Einsteigen ohne Chance auf den Ball beließ es Schiedsrichter Thorsten Kleinböhmer bei Gelb. Rot wäre die richtige Entscheidung gewesen, gab auch Schmeing später zu: „Da gibt’s keine zwei Meinungen.“

Das 2:0 durch Sekulic nach Daniel Mikuljanacs Ecke (68.) war dann fast die Entscheidung. Kaum einer rechnete damit, dass es nochmal spannend werden könnte. Doch weil LSV-Mann Alfredo Rivera ein Foul im Strafraum beging, verkürzte Emsdettens Innenverteidiger Andreas Heckmann vom Punkt zum 1:2.

Torschützen unter sich: Nico Berghorst (r.) und Milan Sekulic
Torschützen unter sich: Nico Berghorst (r.) und Milan Sekulic © Sebastian Reith © Sebastian Reith

Den Deckel drauf machte schließlich Nico Cygiel in der Nachspielzeit, nachdem Emsdettens Kapitän Nick Wedi ein kolossaler Fehlpass in der Abwehr unterlief. Der wenige Minuten zuvor eingewechselte Cygiel bekam den Ball direkt vor die Füße und fackelte nicht lange – der sechste Saisonsieg war perfekt.

LSV: Henning – Richter, Masic (46. Mertens), Caliskan, Mikuljanac (86. Cygiel), Frenzel, Abandelwa (46. Franzrahe), Rivera, Yarhdi, Sekulic, Berghorst

Tore: 1:0 Berghorst (53.), 2:0 Sekulic (68.), 2:1 Heckmann (78., Foulelfmeter), 3:1 Cygiel (90.+2)

Über den Autor
Redakteur
Sportler durch und durch, der auch für alle Sportarten außerhalb des Fußballs viel übrig hat. Von Hause aus Leichtathlet, mit einer Faszination für Extremsportarten, die er nie ausprobieren würde. Gebürtig aus Schwerte, hat volontiert in Werne, Selm, Münster und Dortmund.
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Sebastian Reith

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