Zoran Mayanovic vom BV Lünen hat sich vor knapp einem Jahr schwer verletzt. © Patrick Schröer
Bittere Verletzung

Ein Jahr nach dem Schienbeinbruch: „Mein Bein hing einfach irgendwie daneben“

Vor knapp einem Jahr brach sich Zoran Mayanovic das Schien- und Wadenbein. Für den heute 30-Jährigen eine absolute Katastrophe, doch die Corona-Zwangspause kam ihm durchaus zugute.

Es war ein Spiel, dessen Ausgang am Ende kaum noch jemand interessiert haben dürfte. Mit 1:0 gewann der BV Lünen am 1. März 2020 beim Wambeler SV, doch das Ergebnis wurde schlussendlich zur Nebensache. Gleich zwei Spieler des BV mussten verletzungsbedingt mit einem Krankenwagen vom Platz gebracht werden. Einer von ihnen war Zoran Mayanovic, der sich unmittelbar vor dem ersten Corona-Lockdown einen Schien- und Wadenbeinbruch zuzog.

„Zweitschlimmste Verletzung für einen Fußballer“

Als diese Redaktion Zoran Mayanovic erreicht, kommt der 30-jährige Stürmer gerade vom Orthopäden. Knapp ein Jahr ist es her – genauer gesagt sogar mehr als 13 Monate – dass sich Mayanovic gleich mehrere Knochenbrüche zuzog und noch immer stehen Arztbesuche in seinem Terminkalender.

„Ich bin einfach jemand, der gerne Sport macht und deshalb war diese Verletzung für mich schon wie ein innerlicher Totalschaden“, erklärt der 30-Jährige. Es lief die 80. Spielminute beim Gastspiel seines BVL beim Wambeler SV als Mayanovic gefoult wurde. Dem Angreifer sei anschließend sofort klar gewesen, dass etwas Schlimmeres passiert sei.

„Mein Bein hing einfach irgendwie daneben und ich habe es quasi selber wieder richtig hingestellt. Das ging aber wohl nur, weil ich noch so unter Schock stand. Anschließend habe ich erst einmal geheult“, so Mayanovic rückblickend. Die abschließende Diagnose sollte seine Befürchtungen bestätigen: Sowohl das Schien- als auch das Wadenbein waren gebrochen. Die Mayanovic zufolge nach einem zertrümmerten Knie „vermutlich zweitschlimmste Verletzung, die sich ein Fußballer zuziehen kann.“

Mayanovic ist mittlerweile endlich wieder schmerzfrei

In den fünf, sechs Wochen nach dem Spiel habe er nachts kaum mehr als drei Stunden geschlafen, sei immer wieder unter Schmerzen aufgewacht und habe auch von der sich anbahnenden Corona-Ausnahmesituation im Krankenhaus nur wenig mitbekommen.

Erst nachdem er aus dem Krankenhausen entlassen worden sei, habe er realisiert, welches Ausmaß die Pandemie mittlerweile angenommen hatte. „Ich habe natürlich schon Nachrichten gesehen, aber habe davon im Krankenhaus nur vergleichsweise wenig erfahren“, sagt Mayanovic.

Schlussendlich habe ihm die andauernde Corona-Zwangspause allerdings in gewisser Art und Weise auch bei der Genesung geholfen. Dem 30-Jährigen zufolge sei der Verzicht auf den Sport leichter, wenn man wüsste, dass man nicht eigentlich jedes Wochenende auf dem Fußballplatz gestanden hätte: „Zu wissen, dass ich in den letzten Monaten ohnehin kaum etwas hätte machen könne, hat es wirklich etwas einfacher gemacht.“

Mittlerweile sei er auch wieder vollkommen schmerzfrei – daher auch der Termin beim Orthopäden. „Ich will endlich das Metall raushaben und musste mit dem Orthopäden dann noch über die Einweisung ins Krankenhaus sprechen. Und wenn es dann in einigen Wochen oder Monaten wieder auf dem Platz losgehen kann, bin ich hoffentlich wieder mit von der Partie.“

Über den Autor
Volontär
Aus dem Osnabrücker Land nach Dortmund gezogen und seit 2019 für die Ruhr Nachrichten im Einsatz.
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Marius Paul
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