„Marionetten ohne Format“ Reaktionen von Spielern und Trainern zur One-Love-Binde

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Die One-Love-Binde wird nach dem Verbot durch die Fifa auf den Fußballplätzen in Katar wohl nicht mehr zu sehen sein.
Die One-Love-Binde wird nach dem Verbot durch die Fifa auf den Fußballplätzen in Katar wohl nicht mehr zu sehen sein. © dpa
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Vor dem WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Japan standen sportliche Themen eher im Hintergrund. Viel mehr gab es große Diskussionen um die One-Love-Binde und das Verbot der Fifa.

Der Hintergrund: Vor der Weltmeisterschaft in Katar haben sich mehrere europäische Nationen, unter anderem auch Deutschland und England, zusammen geschlossen, deren Kapitäne eine eigens angefertigte Binde mit der sogenannten One-Love-Aufschrift tragen sollte. Nachdem die Fifa diese Aktion allerdings untersagte und mit Sanktionen drohte, knickten die beteiligten Nationen ein− die Teams kündigten an, die Binden nicht zu tragen. Die Reaktionen von Trainer und Spielern aus der Region fallen unterschiedlich aus.

Matthias Drees, Kapitän des Lüner SV: „Dass die Reglung der Fifa kompletter Quatsch ist, ist, glaube ich, klar. Aber was soll der DFB denn jetzt machen? Die Mannschaft kann sich nicht erlauben, dann womöglich die Strafen zu kassieren und auf Spieler zu verzichten.“

Patrick Linnemann, Trainer des SuS Olfen: „Ich finde es erschreckend, dass wir das dann nicht durchziehen. Die Jungs, die auf dem Platz stehen, haben es allerdings nicht verbockt. Sie haben ihr ganze Leben auf eine Weltmeisterschaft hingearbeitet und können für die Situation nichts. Sie sind zurzeit die ärmsten Schweine.“

Jan Pfeffer, Kapitän des SSV Mühlhausen: „Das, was da passiert ist, ist alles sehr fragwürdig, aber meiner Meinung nach sind die Zustände der Fifa das Problem. Trotzdem kann man natürlich darüber diskutieren, ob die Nationen zu leicht nachgegeben haben.“

Leonardo Amoresano, Trainer des SV Stockum: „Ich finde die Reaktion der Spieler lächerlich und peinlich. Wenn man so etwas ankündigt, muss man es auch durchziehen. Die Spieler sind Marionetten ohne Format die alles tun, was man ihnen sagt.“

Reinhard Behlert, Trainer des SC Capelle: „Es ist die erwartete Katastrophe. Wie die Fifa sich verhält, ist absolut inakzeptabel. Wenn die Nationen sich dem Verbot widersetzt hätten, dann alle zusammen. Nur von einer Nation kann man das nicht erwarten.“

Kadir Kaya, Trainer der SG Gahmen: „Ich finde die ganze Debatte mittlerweile zu überzogen. Ich finde die Statements des DFB und der Spieler vernünftig. Wir müssen uns alle bestimmten Regeln unterordnen. Wenn die Fifa die Binden verbietet, ist man eben gezwungen, sich daran zu halten.“

Birol Dereli, Trainer des SuS Oberaden: „Ich bin von allen Beteiligten enttäuscht, auch von den Mannschaften. Ich hätte mir da eine andere Reaktion erhofft.“

Chris Thannheiser, Kapitän des Werner SC: „Pure Enttäuschung. So haben mir die Spieler wirklich die letzten kleinen Prozente an Vorfreude genommen. Es ist eine absolute Katastrophe, dass die Jungs sich bei der Sache nicht durchgesetzt haben.“

Roman Spielfeld, Vorsitzender der SG Massen: „Dass man da so wenig Rückgrat zeigt, sollte so nicht sein. Dabei geht aber weniger um die Spieler, sondern vielmehr um die Funktionäre. Von oberster Stelle hätte ich mir da ein Signal gewünscht.“

Sanmi Ojo, Trainer des PSV Bork: „Die Fifa ist eine legale Mafia, was die da abziehen, ist eine Katastrophe. Ich weiß allerdings nicht, ob man den Spielern einen großen Vorwurf machen kann. Die müssen am Ende das machen, was die Funktionäre vorgeben.“

Pascal Harder, Trainer VfB Lünen: „Es ist immer einfach aus der Entfernung darüber zu urteilen. In der Situation, in der sich die Spieler befinden, ist es was ganz anderes. Es ist leicht, das alles auf die Spieler runterzubrechen, aber die Sache haben ganz andere Leute verbockt.“