In das Vereinsheim des SuS Lünern am Ostfeldweg wurde bereits eingebrochen. © Hennes
Sportvereine reagieren

Vandalen aufgepasst: In den Vereinsheimen gibt´s nichts mehr zu holen

In der Coronakrise sind die verwaisten Vereinsheime schon mehrfach Ziel von Einbrechern geworden. Künftig werden sie dort aber keine Beute mehr machen können.

Die Sporstätten sind derzeit wegen der Corona-Krise verwaist. Gleiches gilt für die Vereinsheime. Das lockt scheinbar zunehmend Vandalen an, die dort nicht unerheblichen Schaden hinterlassen. Die ersten Vereine reagieren bereits und haben alle Wertgegenstände entfernt.Unlängst ärgerte sich die Sportgemeinschaft Massen sich über einen Einbruch in ihr Sportheim. Bisher unbekannte Täter drangen in das Gebäude des Vereins ein und entwendeten Süßigkeiten, Alkohol sowie wenige Wertgegenstände. Zuvor wurde ein Fenster eingeschlagen und sich so Zugang in das Sportheim verschafft. „Ein Tablet und eine Musikanlage sind entwendet worden, aber der Schaden durch den Vandalismus ist für uns viel ärgerlicher“, sagt Roman Spielfeld, Abteilungsleiter Fußball.

Auch beim SuS Lünern warfen Einbrecher eine Scheibe am Vereinsheim ein und verschafften sich so gewaltsam Zutritt zu den Räumen. In einem Lagerraum schlugen die Täter die Scheibe eines verschlossenen Glaskühlschranks ein und entwendeten eine bisher noch unbekannte Menge Bier. In einem weiteren Lagerraum wurden Schränke und Taschen durchwühlt, aber offensichtlich nichts gestohlen. Die Beute war also insgesamt von überschaubarem Wert. Aber der Vorfall an sich sorgt für Wut. „Mich ärgert so etwas kolossal“, sagt SuS Vorsitzender Helge Kleinjohann. Die große Scheibe am Sportheim ist hinüber, der Kühlschrank muss komplett ersetzt werden. Allein dessen Wert liege bei rund 600 Euro.

Diese beiden Vorfälle haben inzwischen andere Vereine aufgeschreckt. So hat der BSV Heeren alle Wertgegenstände aus seinem Vereinsheim entfernt. „Beamer, Receiver und Getränke lagern wir aus Angst vor diesen Vandalen nun an einem anderen Ort. Das bleibt auch so, bis wir den Spiel- und Trainingsbetrieb wieder aufnehmen dürfen“, sagt Vorsitzender Ulrich Eckei.

Reagiert hat auch der Holzwickeder SC. Das Ballhaus im Montanhydraulikstadion wurde verpachtet, wird aktuell nicht betrieben und ist einbruchsicher verschlossen. Anders sieht es auf der Sportanlage in Opherdicke aus. Auch dort wurde vor zwei Wochen in das Vereinsheim eingebrochen, wodurch nicht unerheblicher Schaden angerichtet wurde. „Wertgegenstände des Vereins sind nun dort nicht mehr gelagert“, sagt HSC-Geschäftsführer Günter Schütte.

Das „49er“, das Vereinsheim des SSV Mühlhausen, ist aktuell natürlich auch nicht geöffnet. Zu holen gibt es dort aber nichts. „Da liegen nur noch ein paar Süßigkeiten herum. Auch den Vorrat an Getränken haben wir deutlich heruntergefahren. Unser Vereinsheim ist aber auch mit einer gut funktionierenden Alarmanlage gesichert“, sagt SSV-Obmann Ralf Mäkler.

Vereinsheime werden aber nicht nur von Fußballern genutzt. So bieten die Handballer der SGH Unna Massen im selbst umgestalteten Mehrzweckraum der EBG-Sporthalle den Fans und Aktive vor, während und nach den Spielen Getränke und Speisen an. „Beamer oder Fernseher sind dort nicht fest installiert, die bringen wir bei Bedarf von zu Hause mit. Aktuell nutzen wir den Raum wegen der Coronakrise nicht. Die Getränke haben wir fast alle sicher in ein Lager gestellt“, sagt Thomas Resch, vom Abteilungsvorstand des Vereins. „Zu holen gibt es bei uns also nichts.“

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Redaktion Lokalsport
Geburtsjahr 1956, früherer Handballer, erst Freier Mitarbeiter und nun seit „Urzeiten“ Sportredakteur im Verlagshaus Rubens. Sechsfacher Opa, zeitlich gut ausgelastet. Familienmensch, der gern mit Freunden unterwegs ist.
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Michael Friehs
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