Ensar Selmanaj verstärkt ab Sommer die Außenbahnen beim Holzwickeder SC. © HSC
Fußball

Traum von RW Essen zerplatzt: Jetzt macht „Helfer“ Selmanaj beim HSC seinem Namen alle Ehre

Ensar Selmanaj schließt sich im Sommer dem Oberligisten Holzwickeder SC an. Schon vor einem Jahr wollte er in dieser Liga Fuß fassen. Doch es kam anders, wie schon zuvor bei Rot-Weiß Essen.

Der Holzwickeder SC hat in Ensar Selmanaj einen weiteren Neuzugang für die kommende Saison vorgestellt. Der 19-Jährige wechselt im Sommer vom Westfalenligisten FC Iserlohn zum Fußball-Oberligisten.

Den FCI wird Selmanaj dann nach nur einem Jahr wieder verlassen – und das aus einem guten Grund. „Mir war von Anfang an klar, dass ich nicht in der Westfalenliga bleiben will. Ich hatte letztes Jahr noch einen anderen Berater – leider. Der war für die Vereine immer schwer zu erreichen und die Verhandlungen mit einigen Oberliga-Klubs haben sich unnötig in die Länge gezogen“, erzählt er im Gespräch mit der Sportredaktion.

Ensar Selmanaj ist von der Entwicklung beim HSC beeindruckt

Letztlich hätten die Vereine ihre Kaderplanungen bereits abgeschlossen gehabt, so Selmanaj, der schließlich froh war, vom FC Iserlohn noch ein gutes Angebot erhalten zu haben: „Der FCI ist ein Traditionsverein mit vielen erfahrenen Spielern. Es war sehr gut für mich, dort Fuß zu fassen.“ Den Schritt dorthin, bereue der Spieler, der in Dortmund-Kirchlinde wohnt, nicht.

Bislang lief Selmanaj nur in fünf Spielen für den FCI auf – dann kam der Corona-Lockdown. Über einen neuen Berater kam im Winter der Kontakt zum HSC zustande. Der Flügelflitzer war von Beginn an beeindruckt: „Ich kenne die Entwicklung des Vereins in den letzten Jahren. Der Klub hat fast mit demselben Personal den Sprung von der Westfalenliga in die Spitzengruppe der Oberliga geschafft. Dazu setzt der Verein auf junge Spieler. Das ist genau das, worauf ich Lust habe.“

„Helfer“ ist für den Holzwickeder SC eine echte Verstärkung

Und weiter: „Ich will nicht jede Saison zehn neue Mitspieler haben. Wie der HSC mit seinen Spielern umgeht, zeigt mir, dass hier gute Arbeit geleistet wird.“ Tim Harbott, der Sportliche Leiter des HSC, freut sich auf die Verstärkung. Und die ist Ensar Selmanaj im wahrsten Sinne des Wortes. Sein Vorname bedeutet Helfer.

Harbott: „Ensar ist schnell und stark in Dribblings. Er passt perfekt in unser Anforderungsprofil. Im Offensivbereich hatten wir auf den Außenbahnen noch Bedarf. Ensar hatte eine sehr gute Grundausbildung und hat noch einiges vor in seiner Laufbahn.“

A-Jugend beim MSV Duisburg und Rot-Weiß Essen

In der Tat: Beim Hombrucher SV hatte Ensar Selmanaj, dessen Eltern aus dem Kosovo stammen, in der U17 die meisten Torbeteiligungen in seiner Mannschaft. Das hat sich schnell auch bis zu professionellen Teams herumgesprochen. In der U19 wechselte er zunächst zum MSV Duisburg in die A-Junioren-Bundesliga. „Das war für mich ein immenser Sprung“, sagt Selmanaj rückblickend, „das war viel schwerer, als alles, was ich bis dahin kannte.“

Christian Titz war ein Grund, weswegen sich Ensar Selmanaj in der U19 Rot-Weiß Essen anschloss. Dessen Entlassung sorgte später für eine herbe Enttäuschung bei dem HSC-Neuzugang. © dpa © dpa

Ein Jahr später ging es für Selmanaj zu Rot-Weiß Essen. Die A-Junioren spielen wie der MSV Duisburg ebenfalls in der Junioren-Bundesliga. Dabei folgte der Neu-Holzwickeder auch dem Ruf von Christian Titz, dem damaligen Coach der ersten Mannschaft der Essener. Einem Trainer, von dem Selmanaj viel hält: „Er ist ein ganz charmanter, ruhiger Typ, der gerne mit jungen Spielern arbeitet.“

Entlassung von Christian Titz sorgt für eine Enttäuschung

In den Verhandlungen mit RWE habe Selmanaj dann das Angebot bekommen, mit der ersten Mannschaft der Essener zu trainieren. „Aber dann wurde Christian Titz entlassen. Der neue Trainer hatte Druck und hat leider nicht auf die U19-Spieler gesetzt“, so Selmanaj. Die jungen Spieler seien außen vorgelassen worden. Nach der Saison hat kein Nachwuchsspieler den Sprung in den Kader der ersten Mannschaft geschafft. Für Selmanaj eine herbe Enttäuschung.

Es folgte bekanntlich der Schritt zum FC Iserlohn. Für Selmanaj ist es derzeit das erste Seniorenjahr. „Und dieser Sprung war nochmal härter als von der U17 in die U19-Bundesliga“, sagt er. Im Sommer folgt dann der nächste Sprung – eine, oder womöglich zwei Ligen höher. Je nachdem, ob der Spielbetrieb wieder aufgenommen wird und der HSC den Aufstieg in die Regionalliga packt.

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann

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