Über 150 Gegentore sind in der Hitliste der Schießbuden der Kreisligen Unna/Hamm schon ein Muss. © dpa
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Tasmanias Erben: Das sind die Kreisliga-Schießbuden der vergangenen 10 Jahre (Teil I)

Eine Horror-Saison haben viele schon erlebt. Die Teams in dieser Liste stechen aber besonders hervor. Sie kassierten die meisten Gegentore. Hier sind die Plätze 10 bis 6 aus dem letzten Jahrzehnt.

Tasmania Berlin spielte in der Saison 1965/66 in der Bundesliga und trug sich gleich in die Geschichtsbücher ein. Nach heutiger Rechnung nach der Drei-Punkte-Zählung für einen Sieg holten die Hauptstädter gerade Mal zehn magere Pünktchen (2 Siege, 4 Remis, 28 Niederlagen) – so wenig wie kein anderes Team zuvor oder jemals danach.

Auch der Rekord der längsten Sieglos-Durststrecke hat die Tasmania inne, eben auch weil der FC Schalke 04 in dieser Saison den Negativrekord dann doch nicht einstellen sollte oder wollte. Ein dritter Rekord für die Ewigkeit ist wohl die Zahl der Gegentore: 108 Mal klingelte es damals bei der Tasmania im Kasten.

Mit dieser Anzahl wäre der Klub in unserer Liste der Kreisliga-Schießbuden der vergangenen zehn Jahre aber bei Weitem noch nicht gelandet. Zwei heimische Kreisligisten haben einst in einer Saison gar die doppelte Anzahl an Gegentoren kassiert. Doch dazu mehr in Teil 2 unserer Liste. Hier sind die Plätze 10 bis 6.

Platz 10: 1. FC Pelkum II, Kreisliga D1 (Saison 2016/17) – 168 Gegentore: Auf Platz 10 in dieser Liste macht die Reserve des 1. FC Pelkum den Auftakt. In der Saison 2016/17 kassierte der D-Ligist 168 Gegentore – in nur 23 Spielen. Selbst gewann Pelkum aber auch ein Spiel: Es war ein 6:3-Erfolg gegen die Reserve von TIU Rünthe. Letzter wurde Pelkum aber nicht. Wie das geht? Zwei Mannschaften zogen sich während der Saison zurück, ein Team spielte ohne Wertung.

Platz 9: Birlik SC Herringen, Kreisliga C1 (Saison 2011/12) – 168 Gegentore: Der im Jahr 2007 gegründete Birlik Sportclub Herringen nahm in der Saison 2007/08 erstmals am Spielbetrieb teil und landete mit nur zwei Siegen aus 22 Spielen auf dem letzten Platz. Das Team steigerte sich in den Folgesaisons ein wenig. Doch einen Aufstieg sollte das Team nicht erleben. Der BSC spielte in der Saison 2011/12 kein gutes Jahr. 168 Gegentore kassierte die Mannschaft damals. Immerhin netzte die Mannschaft selbst 37 Mal ein und holte drei Siege in 30 Spielen. Achtung Spoiler: Es war noch nicht die schlechteste Saison, die der inzwischen aufgelöste Verein darbot.

Platz 8: SuS Lünern II, Kreisliga C2 (Saison 2016/17) – 169 Gegentore: Es ist bemerkenswert. Aber auch der SuS Lünern wurde mit 169 Gegentoren in der Saison 2016/17 nicht Tabellenletzter der Kreisliga C2. Immerhin 17 Punkte holte die SuS-Reserve damals, elf Zähler mehr als das Schlusslicht BSV Heeren, das „nur“ 165 Gegentore kassierte und damit einer Platzierung in dieser Liste nur haarscharf aus dem Weg gegangen ist. Der SuS, der drei Jahre zuvor aus der D-Liga aufgestiegen ist, musste trotzdem den Gang in die D-Liga hinnehmen, wo er auch heute noch spielt.

Hängende Köpfe beim SuS Lünern: Die zweite Mannschaft musste in der Saison 2016/17 satte 169 Gegentore hinnehmen. © Art © Art

Platz 7: SSV Mühlhausen IV, Kreisliga C4 (Saison 2012/13) – 171 Gegentore: Auch der SSV Mühlhausen findet einen Platz in dieser Liste. Die vierte Mannschaft kassierte in der Saison 2012/13 die meisten Gegentore im Kreis Unna/Hamm. Es folgte der Abstieg in die neu gegründete Kreisliga D. Dort sollte der SSV aber nicht mehr auflaufen. Die Mannschaft löste sich nach ihrer Horror-Saison auf. Bis heute hat der SSV keine vierte Mannschaft mehr gestellt. Auch eine dritte Mannschaft gibt es im Verein inzwischen nicht mehr.

Platz 6: TuS Wiescherhöfen III, Kreisliga B1 (Saison 2017/18) – 174 Tore: Die Drittvertretung des TuS Wiescherhöfen reiht sich auch ein in diese Liste. In der Saison 2017/18 belegte der TuS mit 174 Gegentoren völlig verdient den letzten Platz der B1-Liga. Immerhin gelang der Truppe auch ein Sieg – der 3:1-Erfolg gegen den SVF Herringen II. Für den Klassenerhalt reichte der aber bei Leibe nicht. Seit drei Jahren spielt der TuS nun in der C-Liga. Auch dort läuft es nicht gerade viel besser. Zweimal landete der TuS am Ende auf Rang 15 auf dem letzten Platz.

Wie konnte der TuS dann nicht in die D-Liga absteigen? „Das weiß keiner so genau“, sagt TuS-Vorsitzender Manfred Roland. Es habe in beiden Jahren immer eine Mannschaft zurückgezogen und deshalb sei der TuS in der Liga geblieben. „Die Jungs wollten das gar nicht. Die wären lieber abgestiegen“, sagt Roland mit einem Lachen. Auch in der kommenden Saison wird die Drittvertretung des TuS wieder in der C-Liga auflaufen.

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Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann

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