Sportvereine versuchen auch, mit einer Playstation Spieler abzuwerben. © picture alliance / Sebastian Gol
Tischtennis

Sogar im Tischtennis: Abwerbeversuch mit Playstation und Extra-Taschengeld

Saisonabbruch im Tischtennis. Von der 2. bis zur Oberliga wird nicht mehr gespielt. Der GSV Fröndenberg ist darüber nicht ganz so traurig - und moniert die Personalpolitik in der Oberliga.

Abbruch! Der Deutsche Tischtennis-Verband hat die Saison in der 2. und 3. Liga sowie der Regional- und der Oberliga abgebrochen. Davon betroffen ist der Oberligist GSV Fröndenberg für den die Saison nun endgültig gelaufen ist. So ganz traurig ist man an der Ruhr darüber aber nicht.

Immerhin rangierten die Ruhrstädter nach sechs Spieltagen und sechs Niederlagen am Tabellenende der Liga. Das Schlusslicht hat damit quasi corona-bedingt den Klassenerhalt gewahrt – wenn er es will. Absteiger gibt es nämlich nur, wenn ein Verein auch ausdrücklich absteigen möchte.

Tobias Witton
Tobias Witton ist der Topspieler des GSV Fröndenberg. Sein Klub hat ohne einen Sieg den Klassenerhalt geschafft. © art © art

Und beim GSV Fröndenberg sieht´s gut aus, wie Spitzenspieler und Spielführer Tobias Witton bestätigt. „Ich denke nicht, dass der Verein etwas dagegen hat, denn es kommen ja keine finanziellen Mehrbelastungen auf uns zu“, sagt der 31-Jährige. „Unser Teamgeist hat im Lockdown auch nicht gelitten.“

„Aus Erzfeinden sind Freunde geworden.“

Tobias Witton, GSV Fröndenberg

Immerhin haben sich die Fröndenberger zu Saisonbeginn noch mit Marcel Kautz und Jens Polutnik vom ärgsten Rivalen TTC Ruhrstadt Herne verstärkt. „Das waren mal unsere schärfsten Konkurrenten, aber die beiden sind bestens integriert. Aus Erzfeinden sind Freunde geworden“, freut sich Witton über das harmonische Miteinander in seinem Verein.

In der Oberliga tummeln sich Spieler aus Osteuropa und Asien

Und das ist in der Oberliga wichtig, denn diese Spielklasse habe sich längst gewandelt. „Früher gab es mal in einer Mannschaft einen Spieler aus Osteuropa oder Asien. Heute ist alles professioneller geworden. Es gibt allein schon Portale, auf denen Spieler angeboten werden – auch für die Oberliga“, stellt Witton fest. Und: „Da kauft sich ein Sponsor mal eben eine gute Mannschaft zusammen.“

Der Oberliga-Spieler weiß, wovon er sprich – und vor allem, dass alles schon früh beginnt: „Mir wurden 1998 als Jugendlicher schon eine Playstation und ein Extra-Taschengeld angeboten, damit ich den Verein wechsle.“ Der Fröndenberger aber blieb hart. „Ich finde diese Politik nicht so schön. Unsere Sportart kämpft schon so mit Nachwuchsproblemen, da muss ich den nicht noch abwerben.“ Und weiter: „Ich weiß auch, dass es im Fußball noch extremer ist.“

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Redaktion Lokalsport
67er Jahrgang aus dem Herzen Westfalens. Lokaljournalist durch und durch, seit über 25 Jahren mit dem geschärften Blick auf das Sportgeschehen zwischen Lippe und Ruhr.
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