Radsport

Radfahren vor der Glotze: RSV Unna brilliert in der neuen Bildschirm-Bundesliga

Wenn keine Radrennen stattfinden dürfen, müssen eben Alternativen her. Der Bund Deutscher Radfahrer hat nach dem Vorbild aus Österreich eine eigene E-Sport-Liga gegründet. Der RSV Unna mischt darin gut mit.
Max Geppert war bestplatzierter RSV-Fahrer in der U17-Klasse. © RSV Unna

Kein Fußball, kein Handball, keine Radrennen. Im Amateursport sieht es wegen der Corona-Pandemie zurzeit sehr mau aus, was Freiluft- und Hallenveranstaltungen angeht. Im Radsport gibt es aber eine Alternative zu den ausgefallenen Events: die sogenannten E-Rennen.

Über das Computerprogramm Zwift gehen die Streckenverhältnisse und die Daten der auf den elektronisch vernetzten Heimtrainern sitzenden Wettkämpfer in die Platzierung auf dem Bildschirm ein und vermitteln so ein realistisches Renn-Geschehen.

Internet-Rennen in der Bundesliga-Serie international besetzt

Seit Wochen schon starten die Sportler des RSV Unna in den international offenen Internet-Rennen des Österreichischen Radsportverbandes. Nun hat auch der Bund Deutscher Radfahrer über die German Cycling Academy (GCA) eine Bundesliga-Serie gegründet und am Samstag (30. Januar) das erste von fünf Internet-Rennen veranstaltet. Bis Ende Februar werden diese Rennen ausgetragen. Mit Startern aus Norwegen, Belgien, den Niederlanden und Italien war gleich bei der Premiere eine internationale Besetzung gegeben.

Im Männerrennen gingen mehr als 250 Sportler auf einer anspruchsvollen Rundstrecke über die Distanz von 47 Kilometern an den Start. Simuliert wurde hier die Strecke Casse-Pattes (Frankreich, 310 Höhenmeter). Leider wurde in der Start- und Ergebnisliste keine Unterscheidung nach Elite- und Mastersklasse vorgenommen. So platzierten sich die RSV-Starter Tobias Müller und Martin Brechmann im Mittelfeld um Platz 30 der Gesamtwertung, aber landeten in ihrer Mastersklasse in der Top-Ten. Benjamin Jungbluth kam im Hauptfeld ins Ziel.

Sportler ohne Lizenz sind ebenfalls für die Rennen zugelassen

Auch die Start- und Ergebnisliste der Nachwuchswertung unterschied offiziell nicht nach der üblichen Altersklasseneinteilung, da auch Sportler ohne Lizenz zugelassen waren. So mussten die Trainer mühsam eine eigene Ergebnisauswertung vornehmen. Vom RSV Unna hatten in Daniel Hüner, Paul Zink, Lasse Schenkmann, Max Geppert, Tom Wendel, Jonathan Müller, David Sechmann, Sebastian Kowolik, Marc Nentwich und Marie Wember zehn Sportler gemeldet.

Im ungleichen Kampf der U19-Fahrer gegen die bis zur U13 zugelassenen Sportler gab es viele Probleme mit der Länge, dem Tempo und der Renneinteilung – und entsprechend viele Aufgaben. Erstaunlich war, dass in Max Bock aus Rheinland-Pfalz ein U17-Sportler den Gesamtsieg holte. Max Geppert vom RSV wurde in seinem ersten E-Rennen gleich Sechster der U17-Klasse. Hinter dem starken Julian Kadrispahic kam in der U15-Klasse Tom Wendel als Zweiter ins Ziel.

Marie Wember holt erneut den Sieg in der U15-Klasse

Knapp dahinter wurden in dieser Altersklasse Jonathan Müller Dritter, David Sechmann Fünfter und Marc Nentwich Sechster. Marie Wember schaffte in der Nachwuchsgesamtwertung Rang fünf und in ihrer U15-Klasse wieder den ersten Platz wie schon vor einer Woche in Österreich.

Die Rennsportler und die Vereinstrainer des RSV Unna müssen nun entscheiden, ob der Nachwuchs in Zukunft weiter an der österreichischen Rennserie teilnimmt, in der Paul Zink, Tom Wendel und Lasse Schenkmann in der Gesamtwertung ganz vorne platziert sind, oder ob sie nun zur deutschen Rennserie wechseln. Schon bis zum nächsten Wochenende muss eine Entscheidung fallen.

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