„Ich bin eher der Diego Simeone“, sagt Recep Alkan, der ab Sommer den A-Kreisligisten FC Overberge trainiert. © AFP
Fußball

Overberges künftiger Coach: „Ich bin eher der Diego Simeone – 100 Prozent auf 200 Grad“

Der A-Kreisligist FC Overberge hat mit Recep Alkan im Sommer einen neuen Trainer. Dessen Vorbild ist Athletico Madrids Diego Simeone, obwohl Alkan auch für Paris Saint-Germain im Einsatz ist.

Der FC Overberge hat sich für die vereinsinterne Lösung entschieden: Recep Alkan wird den A-Kreisligisten in der neuen Saison trainieren und Tuncay Sönmez wie auch Volker Grahl als Trainer ablösen. Unsere Sportredaktion sprach mit dem 36-Jährigen, der aktuell noch Coach der A-Junioren ist.

Recep Alkan, Sie wollten doch eigentlich gar nicht den Posten des Trainers übernehmen, wie kommt der Wandel?

In der Tat habe ich ja erst einmal einen Sportlichen Leiter gesucht und in Daniel Knapp gefunden. Der hat dann auch sehr gute Gespräche mit fünf Kandidaten geführt. Am Ende hätten aber wohl immer noch ein paar Prozent gefehlt, um die optimale Lösung zu haben. Vorsitzender Michael Puszcz hat mich dann nochmals gefragt, ob ich es nicht machen könnte. Auch Daniel Knapp war damit einverstanden und so habe ich mich umentschieden.

Dann muss der FC Overberge ja jetzt vor allem einen neuen A-Jugendtrainer suchen?

Das stimmt und das war mir bei der ganzen Sache besonders wichtig. Ich habe die A-Junioren im Sommer 2020 mit nur fünf Spielern übernommen und wir verfügen mittlerweile über einen guten und großen Kader. Wir wollen auf jeden Fall den Klassenerhalt in der Bezirksliga schaffen. Das ist auch für die Zukunft wichtig.

… denn der FC Overberge beschreitet fortan den jugendlichen Weg, setzt auf seinen Nachwuchs!?

Das ist richtig. Wir haben sehr gute Nachwuchsspieler, denen wir in Overberge eine Perspektive bieten möchten. Das ist unser Ziel und das ist die Philosophie unserer Vereinsführung.

Da sind Sie als Trainer die richtige Lösung, zumal Sie auch Coach für die Academy von Paris Saint German ausgesucht wurden?

Ich habe einen guten Kontakt zu den Jugendspielern, was mir am Ende einen Vorteil bringen könnte. Meine Tätigkeit bei der PSG-Academy hat damit eher weniger zu tun, aber es hilft mir weiter. PSG lässt die Spieler laufen und eigene Entscheidungen treffen. Ich bin da am Spielfeldrand eher der Diego Simeone und 100 Prozent auf 200 Grad (lacht).Was ist also Ihr Ziel – kurzfristig und mittelfristig?

Wir werden ab Sommer keine Mannschaft stellen, die um den Aufstieg mitspielt. Wir werden aber auch mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Ein einstelliger Tabellenplatz scheint realistisch. Vor allem aber möchte ich die vielen talentierten Jugendspieler an den Seniorenbereich heranführen. Dazu gehört eine stärkere Körpersprache und eine abgeklärte Spielweise. Sie sollen die Liga kennenlernen.

Dabei hilft Ihnen dann Damian Glombik!

Ja, ihn als B-Lizenzler hatten wir ursprünglich für den Posten des Cheftrainers vorgesehen. Das Gespräch lief auch super, aber er wollte noch ein bisschen selbst mitspielen. So haben wir uns auf die Co-Trainertätigkeit geeinigt. Immerhin hat Damian auch schon höher gespielt. Ich stehe am Spielfeldrand, er auf dem Platz.

Da wird ja mehr als Kreisliga mit diesem Youngster-Team in den nächsten Jahren nicht möglich sein?

Wir wollen die Mannschaft weiterentwickeln, in ihr steckt viel Potenzial. Zudem sind wir auf jeder Position doppelt besetzt. Die Bezirksliga wird auf jeden Fall mal wieder ein Thema bei uns – aber vielleicht erst in drei Jahren.

Haben Sie nicht Sorge, dass die Mannschaft nach dieser Corona-Saison auseinanderbricht? Die ersten Spieler haben ja schon ihren Abschied angekündigt.

Malik Celiktas und Marco Wahle sind weg, ihr Verbleib war auch noch offen. Luca Steinbach geht zum Königsborner SV, was nachzuvollziehen ist. Er hat sogar das Zeug für die Westfalenliga. Und wir werden noch einige Spieler verlieren. Wir brechen aber nicht auseinander, wir stellen uns nur neu auf.

Über den Autor
Redaktion Lokalsport
67er Jahrgang aus dem Herzen Westfalens. Lokaljournalist durch und durch, seit über 25 Jahren mit dem geschärften Blick auf das Sportgeschehen zwischen Lippe und Ruhr.
Zur Autorenseite
Thorsten Teimann
Lesen Sie jetzt