Marc Woller und der HSC - das passt. Wollers Amtsantritt am 1. Juli kann für den Fußball-Oberligisten der Aufbruch in eine neue Ära sein. © Neumann
Meinung

Marc Woller und der Holzwickeder SC: ein Glücksfall für beide Parteien

Der HSC hat einen neuen Trainer gefunden. Marc Woller übernimmt das Ruder und schließt die Lücke, die Axel Schmeing am Saisonende hinterlässt. Eine gute Wahl der HSC-Verantwortlichen, findet unser Autor.

Die Liste der möglichen Trainer-Kandidaten war lang. Am Ende präsentiere der Fußball-Oberligist Holzwickeder SC aber in Marc Woller die logische Lösung für die Nachfolge von Axel Schmeing, der das Team seit 2016 trainiert und im Sommer Richtung Lünen verlassen wird.

Die ersten „losen Gespräche“ mit den Verantwortlichen beim HSC habe es laut Woller schon vor einigen Wochen gegeben. Am Sonntagabend gab der Klub schließlich bekannt, dass Woller das Ruder bei den Emscherhusaren übernehmen wird. Tags darauf gab es die offizielle Vorstellung des Neu-Trainers bei einer Pressekonferenz.

Ein Trainer mit Format – und Stallgeruch

Marc Woller ist für den HSC ein Glücksfall – und andersherum genauso. Beide Parteien kennen sich bestens: Woller war bereits Anfang der 2010er Jahre drei Jahre lang als Co-Trainer des damaligen Chefcoaches Ingo Peter beim HSC tätig, kennt das Umfeld beim HSC bereits. In dem familiär geführten Verein wird die nötige Portion Stallgeruch von Vorteil sein. Denn: Viel Eingewöhnungszeit wird Woller hier nicht benötigen. Auch deshalb ist er wohl der heißeste Kandidat für den Posten gewesen.

Bis zum Saisonende ist der 52-jährige Familienvater noch beim SV Lippstadt tätig. Dass er also auch Regionalliga kann, hat er bereits bewiesen – wenngleich er dort „nur“ die Rolle des Co-Trainers ausübt. Der neue Mann beim HSC hofft, dass sein künftiger Klub in dieser Saison noch den Aufstieg schafft.

Andere Voraussetzungen als beim Lüner SV

„Die Regionalliga ist besser“, sagt er. Diese Ambitionen sprechen ebenfalls für den Kamener. Sollte der Aufstieg in dieser Spielzeit nicht gelingen, so hat der HSC aber gute Voraussetzung, das Ziel in der Saison 2021/22 unter der Leitung Wollers erneut in Angriff zu nehmen.

Vor seinem Engagement beim SV Lippstadt war Woller bereits Cheftrainer beim künftigen Verein von Axel Schmeing; dem Lüner SV. Die Zusammenarbeit fand jedoch nach nur drei Monaten ein jähes Ende. Beide Seiten sprachen im Nachhinein von einem großen Missverständnis. Dazu wird es beim Holzwickeder SC aber nicht kommen.

Nur 77 Tage nach seinem Amtsantritt beim Lüner SV hörte Marc Woller beim Westfalenligisten schon wieder auf. © Timo Janisch © Timo Janisch

Die Voraussetzungen beim klassenhöchsten Verein im Kreis Unna sind schließlich gänzlich andere als beim Westfalenligisten LSV, der seit geraumer Zeit hinter den eigenen Erwartungen bleibt und ab Sommer den vierten Trainer seit 2019 auf der Bank sitzen haben wird.

Marc Wollers Geduld zahlt sich jetzt aus

Bis auf den LSV hatte Woller in jeder seiner Trainerstation Erfolg. Ob mit dem FC Overberge (2. Platz Bezirksliga, Saison 2015/16) oder seinem Heimatklub SuS Kaiserau (Aufstieg in die Landesliga, Saison 2017/18) – beide Teams verbesserte der B-Lizenz-Inhaber als Cheftrainer innerhalb kurzer Zeit und drückte dem Spiel der Mannschaften stets seinen Stempel auf. Mit Westfalia Rhynern gelang ihm 2017 als Co der Aufstieg in die Regionalliga.

Für den Umbruch, den der HSC im Sommer durchführen muss, ist Woller deshalb die beste Lösung. Er ist ein Trainer von Format. Und er kann sich endlich den Wunsch erfüllen, einen hochklassigen Verein zu trainieren. Diese „Sehnsucht“ hatte er bereits vor vier Jahren, als er sich nach dem Aufstieg für den freigewordenen Posten bei Westfalia Rhynern bewarb. Vom Co-Trainer wollte er zum Cheftrainer aufsteigen, bekam den Job jedoch nicht. Heute ist Woller gelassener. Seine Geduld zahlt sich jetzt aus.

Der Aufbruch in eine neue Ära

Bei der Pressekonferenz am Montag untermauerte Woller sogleich, dass er den HSC nicht als Sprungbrett betrachte. Gute Voraussetzungen also für eine ähnlich lange Amtszeit, wie sie Axel Schmeing beim HSC hatte. Der Klub ist zudem nicht dafür bekannt, seine Trainer zu feuern. Im Zusammenspiel mit HSC-Pressesprecher Lars Rohwer bei der Trainer-Vorstellung merkte man gleich: Woller und der HSC – das passt.

Dazu kommt: Woller ist in der Region bestens vernetzt. Der neue Coach kann sich durchaus vorstellen, Spieler, die in Lippstadt nicht verlängern, nach Holzwickede mitzubringen, oder Spieler auf Leihbasis beim HSC zu entwickeln. Der Oberligist kann von der Anstellung Wollers also nur profitieren. Für beide Parteien ist es eine Win-win-Situation. Wollers Amtsantritt am 1. Juli kann für den HSC der Aufbruch in eine neue Ära sein.

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann
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