Ein heimischer Kreisliga-Fußballer wechelt nach dieser Corona-Saison ins Medizin-Studium. © dpa
Fußball

Kreisliga-Kicker (21) wechselt nach der Corona-Saison ins Medizin-Studium

Eigentlich war er erst zu Saisonbeginn zum starken Kreisligisten gekommen, um hier so richtig durchzustarten. Doch nach der Corona-Saison steht der nächste Wechsel an - ins Medizin-Studium.

Im Sommer hatte ein heimischer Kreisliga-Kicker erst den Verein gewechselt, um bei seinem neuen Klub in der A (2) so richtig durchzustarten. Am Ende kam es in der laufenden Corona-Saison lediglich zu bislang fünf Spielen. Und nach der Saison wechselt der talentierte Spieler schon wieder – ins Medizin-Studium.

„Ja, der berufliche Weg ist mir gerade etwas wichtiger als der sportliche“, stimmt Jonas Radix dann auch zu. Erst im Sommer vergangenen Jahres war der 21-Jährige vom SSV Mühlhausen-Uelzen zum Ortsrivalen RW Unna gewechselt, um hier nochmals richtig Gas zu geben. Radix: „Die Perspektive ist nach wie vor gut.“

Dabei spielte Jonas Radix seit der E-Jugend am Mühlbach in Mühlhausen und durchlief fortan sämtliche Jugendteams. Schon hier spielte er mit dem SSV zeitweise überkreislich in der Bezirksliga.

Jonas Radix will im Sommer sein Medizin-Studium im Ausland angehen und steht RW Unna nicht mehr zur Verfügung. © Neumann © Neumann

Dann folgte der Sprung zu den Senioren und gleich in die erste Mannschaft. „Damals haben wir noch in der Landesliga gespielt, das ist für einen Nachwuchsspieler sehr anspruchsvoll“, erklärt Radix. „Ich hatte es dann auch nicht leicht und bekam nur ab und zu Einsatzzeiten.“ Der SSV Mühlhausen stieg in der Saison in die Bezirksliga ab.

Schichtdienst als Krankenpfleger lässt kein regelmäßiges Training zu

Im zweiten Seniorenjahr wurde es für den Auszubildenden nicht einfacher. Als Krankenpfleger im Krankenhaus Schwerte war er zudem im Schichtdienst eingeteilt. Ein regelmäßiges Training war da nicht möglich. Radix: „Es wurde weniger.“

Kumpel Jona Liffers sprach Radix daraufhin an und stellte den Kontakt zu RW Unna und zu Coach Patrick Kulinski her. Der Mühlhausener machte sich erste Wechsel-Gedanken. „Die Perspektive in Unna ist gut und ich kenne die Leute alle“, begründet er am Ende seinen Entschluss. Schließlich gingen auch Jesper Böhne und Moritz Zienert vom SSV Mühlhausen zu den Rot-Weißen.

Moderner Trainings- und Spielansatz bei RW Unna überzeugt

Seither läuft er im RWU-Trikot auf und bereut es nicht. „Die Mannschaft hat viel Talent und Teamgeist. Mit den Jungs ist viel möglich“, prophezeit er seinen Teamkameraden noch einen großen sportlichen Erfolg. „Der Trainer ist super und kompetent und verfügt über einen modernen Trainings- und Spielansatz. Hier fühle ich mich pudelwohl.“

Allerdings vorerst nur bis Sommer. Dann möchte Radix, der auch schon mit Corona-Patienten gearbeitet hat, zum Medizin-Studium in Ausland wechseln – vielleicht ins lettische Riga oder sogar nach Ungarn. „Die Arbeit als Corona-Pflegekraft ist extrem belastend. Du musst dich streng an die Regeln halten“, berichtet er aus seinen Erfahrungen. Er hofft: „Ich denke, dass ich Mitte März geimpft werde.“

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Thorsten Teimann
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