Joel Kiranyaz war zwischenzeitlich auch für Westfalia Wickede im Einsatz. Für die nächsten zweieinhalb Jahre hütet er das Tor des VfL Kamen. © Nils Foltynowicz
Fußball

Kreisliga-Keeper des VfL Kamen: „Ich habe locker das Zeug, um weiter in der Oberliga zu spielen“

A-Kreisligist VfL Kamen hat auf der Torwart-Position den großen Coup gelandet. Joel Kiranyaz hat nämlich einiges auf dem Kasten - auch in fußballerischer Hinsicht.

Der A-Kreisligist VfL Kamen hat sich in der Winterpause die Zusage eines Keepers gesichert, der in vielerlei Hinsicht einiges „auf dem Kasten“ hat. Joel Kiranyaz absolviert ein duales Studium in Betriebswirtschaftslehre in Münster und hat auch sportlich einiges zu bieten. Als 22-Jähriger verfügt der Dortmunder bereits in jungen Jahren über einige Erfahrung allein schon in der Oberliga Westfalen.

Zuletzt hütete er das Tor des großen Nachbarn und Ligakonkurrenten des Holzwickeder SC – Hammer SpVg. „Wir haben aber zum Jahreswechsel den Vertrag aufgelöst“, erklärt Kiranyaz, der somit wieder einmal auf der Suche nach einem neuen Verein war. In Corona-Zeiten, in denen der Ball ruht, ein nicht gerade einfaches Unterfangen.

„Ich habe locker das Zeug, um weiter in der Oberliga zu spielen.“

Joel Kiranyaz

VfL-Routinier Mehmet Kara, der schon mit dem SC Paderborn in der 2. Liga gespielt hat, schaltete aber sogleich und sprach den talentierten Torhüter direkt an. „Kara hat mich spontan gefragt und mir erklärt, was der VfL Kamen in nächste Zukunft plant. Und die Ziele sind ansprechend“, erklärt Kiranyaz. „Ich habe zwar locker das Zeug, um weiter in der Oberliga zu spielen, aber der VfL Kamen passt mir auch von Berufswegen ganz gut.“

Beim A-Kreisligisten an der Seseke kann der 22-Jährige seine Ausbildung und das Studium mit seinem Hobby Fußball bestens unter einen Hut bringen. „Ich wohne in Dortmund-Deusen, muss nur eben auf die Autobahn und bin dann schon in Kamen“, weiß er die kurzen Wege zu schätzen.

Joel © Privat © Privat

Gleichzeitig liefert er die Erklärung dafür, warum sein Engagement beim VfL Kamen gleich über zweieinhalb Jahre läuft. „Solange dauert nämlich noch mein Studium in Münster. Wenn ich mit der Ausbildung fertig bin, sehen wir weiter – vielleicht auch weiterhin beim VfL Kamen“, erhofft er sich in nächster Zeit den Aufstieg.

Kiranyaz: „Der VfL Kamen ist nicht irgendeine Kreisliga-Truppe“

Und der Neue weiß nach dem eingehenden Gespräch mit der Sportlichen Leitung im Jahnstadion: „Der VfL Kamen ist nicht irgendeine Kreisliga-Truppe. Viele von den Spielern sind schon höher aufgelaufen. Die können locker Landes- oder Westfalenliga spielen – und ich will meinen Anteil dazu beitragen.“

Daran dürfte es keinen Zweifel geben, denn Joel Kiranyaz ist seine Karriere mit dem großen Ziel Fußball-Profi angegangen. Beim TuS Eving-Lindenhorst begann alles, von hier aus wechselte er in die U17 von RW Ahlen, wo er rasch Stammkeeper wurde. Schon ein Jahr später bezog er das Fußball-Internat des SC Paderborn, spielte bei den Ostwestfalen hochklassig in der U17 und U19. Schon damals durfte er im Bundesliga-Kader unter Trainer Jeff Saibene mittrainieren.

VfL Kamen soll langfristig die sportliche Heimat werden

Zum großen Sprung hatte es aber am Ende nicht gereicht, sodass es bei Arminia Bielefeld weiterging. Mit der U23-Mannschaft lief er in der Oberliga Westfalen auf. Es folgte ein halbes Jahr Eintracht Rheine und dann ein halbes Jahr beim FC Bocholt (Oberliga Niederrhein). Nachdem er bei Westfalia Wickede angeheuert hatte, spielte er „just for fun“ beim TuS Deusen und schließlich bei der Hammer SpVg. Der VfL Kamen soll nun langfristig seine sportliche Heimat sein.

Und warum hat es nicht zum Profi gereicht? Joel Kiranyaz kann nur spekulieren: „Es fehlte vielleicht ein Hauch Glück. Zudem wird in den oberen Ligen die Luft dünner und unabhängig vom Leistungsvermögen gefällt nicht jedem Trainer die Nase eines Spielers.“ Die Profi-Karriere ist nunmehr abgehakt: „Ich will Fußball spielen, egal in welcher Liga.“

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Redaktion Lokalsport
67er Jahrgang aus dem Herzen Westfalens. Lokaljournalist durch und durch, seit über 25 Jahren mit dem geschärften Blick auf das Sportgeschehen zwischen Lippe und Ruhr.
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Thorsten Teimann
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