Nach 16 Jahren bei seinem Stammverein steht für einen Torwart aus Bergkamen nun ein Vereinswechseln an. © dpa
Fußball

Keeper zieht Schluss-Strich: „Ich hatte immer das Gefühl, die Nummer zwei zu sein“

In der Corona-Pause wechselt der nächste Torhüter den Verein. Und der Schlussmann begründet seinen Schritt in eine höhere Liga auch emotional.

Im Grunde ist es nachvollziehbar, wenn ein Spieler seinen Verein in eine höhere Klasse verlässt. Die Herausforderungen sind größer, das spielerische Niveau wächst von Spielklasse zu Spielklasse. Ein heimischer Torwart hat aber auch seine eigenen, persönlichen Gründe für den Wechsel im Winter.

15 Jahre lang hat Umut Alcan das Trikot des SuS Oberaden getragen, feierte Siege am Römerberg und musste auch so manche Niederlage mit den Grün-Weißen hinnehmen. Der heute 22-Jährige legte eine Bilderbuch-Karriere innerhalb seines Stammvereins hin, die im Kader der so ambitionierten ersten Mannschaft in der Kreisliga A (2) mündete. Da war es für viele in Oberaden schon eine Überraschung, als Alcan vermeldete, dass er den Verein in der Winterpause verlässt.

„Seit zwei, drei Jahren habe ich keinen Spaß mehr am Fußball gehabt, ich habe die Lust verloren. Der Spaßfaktor ist weg“, erklärte Umut Alcan jetzt auf Anfrage. Und den Grund dafür liefert er gleich mit: „Ich habe in Oberaden immer das Gefühl gehabt, die Nummer zwei zu sein, auch wenn ich gespielt habe.“

Keeper Umut Alcan: „Birol Dereli hat mir auch schon privat geholfen“

Trainer Birol Dereli möchte er dabei keinen Vorwurf machen. „Er ist ein super Coach, macht ein tolles Training und hat mir auch privat schon geholfen“, kommt der Keeper fast schon ins Schwärmen, „aber einige Entscheidungen konnte ich nicht nachvollziehen.“

Und zweifelsohne hatte der talentierte Nachwuchs-Keeper zuletzt im Tor des SuS Oberaden einen schweren Stand, denn die Konkurrenz ist groß. Die Grün-Weißen haben sich auf der Position 1 immerhin mit Muzaffer Onur verstärkt und der hatte zuletzt den Kasten bei der IG Bönen gehütet. Zu Saisonbeginn wechselten sich beide noch im Tor ab, dann zwang eine Corona-Infektion Umut Alcan in die Quarantäne. Jetzt ruht der Ball bekanntlich gänzlich.

Kai Münstermann kehrt als Torhüter zum SuS Oberaden zurück

Und: Kai Münstermann, ehemaliger Torwart vom SuS Oberaden , kehrt nunmehr in der Winterpause von der SG Massen an den Römerberg zurück. Die Konkurrenz im Tor wird verschärft. „Deshalb wechsele ich aber nicht zum TSC Kamen“, wirft Alcan gleich ein. „Der ehemalige TSC-Trainer Tuncay Sönmez hatte mich schon vor zwei Jahren gefragt, ob ich nicht zum TSC Kamen kommen möchte. Jetzt hat Nail Kocapinar nochmals angefragt“, begründet der 22-Jährige.

Und mit dem TSC Kamen soll es nun erfolgreich weitergehen. Nach dem Klassenerhalt wolle er mit seinem neuen Klub weiter oben in der Bezirksliga angreifen. „Ich kenne viele TSC-Spieler lange und bin auch schon in der WhatsApp-Gruppe. Ich freue mich auf das neue Team“, sagt Alcan in Vorfreude.

Umut Alcan begann in den F-Junioren des SuS Oberaden

In den F-Junioren hatte Umut Alcan beim SuS Oberaden begonnen. „Dann musste ich einmal unseren verletzten Torhüter ersetzen und das habe ich wohl ganz gut gemacht“, erinnert sich der Bergkamener an die Anfänge. Bis zur D-Jugend war er weiterhin als Abwehrspieler im Einsatz, bis er sich dann endgültig für die Position zwischen den Pfosten entschied. Sein Trainer damals: Birol Dereli.

Unter Dereli durchlief Umut Alcan, der Galatasaray-Keeper Fernando Muslera aus Uruguay als großes Vorbild hat, eine erfolgreiche Jugendzeit. Der Sprung in den Kader der ersten Mannschaft war am Ende vorprogrammiert.

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Thorsten Teimann
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