Kümmern sich beim Holzwickeder SC um die sportlichen Belange: (v.l.) Tim Harbott, Vorsitzender Udo Speer und Karl-Friedrich Lösbrock. © Hahn
Fußball

HSC-Sportchef Tim Harbott: „Situation könnte historisch werden!“

Das ist mal eine makellose Bilanz: Sechs Spiele, sechs Siege. Der Holzwickeder SC ist der Top-Anwärter auf die Regionalliga. Und der Gedanke ist gar nicht so realitätsfern.

Nach dem Aufstieg in die westfälische Eliteliga vor zwei Jahren belegte der Holzwickeder Fusions-Club den elften Platz und sicherte sich damit den Klassenerhalt. Nur eine Saison später lief es bereits weitaus besser für die Blau-Grünen, die mit ihrem Coach Axel Schmeing im Gesamtklassement am Ende sogar den sechsten Rang einnahmen. Auch in der laufenden Corona-Saison setzt sich der Erfolg weiter fort: Der HSC ist Tabellenzweiter – aber nur, weil er weniger Matches absolviert hat als Spitzenreiter FC Gütersloh.

Dabei ist es in besonderen Zeiten gar nicht so abwegig, dass es am Ende der Saison auch einen besonderen Aufsteiger gibt. Mit gerade einmal sechs gespielten Begegnungen hat der heimische HSC noch 34 Partien vor der Brust. Zum jetzigen Zeitpunkt ist wohl kaum davon auszugehen, dass die Holzwickeder eine reguläre Spielzeit mit allen Partien austragen werden. So steigt die Wahrscheinlichkeit, dass am Ende die Quotientenregel angewendet wird. Und da stehen die Blau-Grünen gerade top da, ein Saisonabbruch mit Wertung würde den Aufstieg in die Regionalliga bringen.

„Na, das wäre schon als historisch zu bezeichnen, wenn wir mit sechs ausgetragenen Partien den Aufstieg in die Regionalliga schaffen“, ist der Sportliche Leiter Tim Harbott eher skeptisch, was diese Rechnung angeht. Doch auch dem Holzwickeder Vorstand ist nicht verborgen geblieben, dass die Saison möglicherweise nicht regulär beendet wird. „Ja, wir haben das Thema Regionalliga schon einmal angesprochen – aber immer mit der nötigen Distanz und gesundem Menschenverstand. Wir beraten schon, wir planen aber nicht – und wir träumen nicht von der Regionalliga.“

„Die Organisation in der Oberliga ist schon brutal anstrengend.“

Tim Harbott, Holzwickeder SC

Immerhin gibt es auch genügend Beispiele, in denen das Thema Regionalliga am Ende rasch verworfen wurde. So ist Westfalia Rhynern in die Regionalliga aufgestiegen, durfte mit den Großen mitspielen und stieg dann auch gleich wieder in die Oberliga ab. Der TuS Haltern am See hat sich sogar am Ende aus dieser Klasse zurückgezogen. Keine Frage: Allein die Anforderungen seitens des Verbandes an einen Regionalligisten sind ungleich größer als in der Oberliga. Und Harbott weiß: „Die Organisation in der Oberliga ist schon brutal anstrengend.“

Der Sportliche Leiter des Holzwickeder SC hat durchaus Verständnis dafür, dass ein Fußballer immer das bestmögliche Ergebnis erzielen möchte und auch den Aufstieg in die Regionalliga wahrnehmen müsse. „Klar, das Fußball-Herz sagt dir, dass müssen wir machen. Wer möchte nicht einmal am Tivoli gegen Alemannia Aachen spielen. Aber da fangen ja dann auch schon die Probleme an, wenn es ein Spieltag in der Woche ist.“

Noch werden auch in der Corona-Pause nicht so viele Gedanken an den Aufstieg verschwendet, denn immerhin werden mit hoher Wahrscheinlichkeit noch einige Oberliga-Spiele auf den HSC zukommen. Die müssen zunächst einmal erfolgreich beendet werden, damit sich der Club dort oben in der Liga hält. „Die endgültige Entscheidung muss so ein Verein wie der HSC auch als Team treffen. Und zu diesem Team gehören nicht nur die Spieler und Trainer, sondern auch die vielen Verantwortlichen innerhalb des Vorstandes“, erklärt Harbott.

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Redaktion Lokalsport
67er Jahrgang aus dem Herzen Westfalens. Lokaljournalist durch und durch, seit über 25 Jahren mit dem geschärften Blick auf das Sportgeschehen zwischen Lippe und Ruhr.
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Thorsten Teimann
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