Geisterspiele könnten einen früheren Re-Start in der Oberliga vorantreiben. © dpa
Fußball

Geisterspiele beim Holzwickeder SC: „Das wäre eine Katastrophe“

Noch weiß niemand, wann der Fußball in der Oberliga wieder rollt. Spiele ohne Zuschauer könnten einen Re-Start beschleunigen. Das sorgt für Diskussionen unter den Vereinen. Was sagt der HSC?

Ein konkreter Termin zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Amateurfußball ist noch immer nicht in Sicht. Ob, wann und wie es weitergeht wird auch in den kommenden Wochen weiter von den Beschlüssen seitens der Politik abhängen. Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen sucht in dieser schwierigen Zeit dennoch nach jedem Strohhalm, um einen möglichen Re-Start zu beschleunigen. Und hat dabei ein kontroverses Thema auf den Tisch gebracht: Geisterspiele.

Zuschauereinnahmen sind wirtschaftlich wichtig

Bereits vor einer Woche war das Thema im Zuge einer virtuellen Diskussionsrunde zwischen Vertretern der Oberligavereine und dem FLVW zu Sprache gekommen – und hatte für hitzige Diskussionen gesorgt. Michael Linke, Vorsitzender des ASC 09 Dortmund, lehnte die Spiele ohne Zuschauer aus wirtschaftlichen Gründen damals ebenso ab wie Westfalia Hernes Trainer Christian Knappmann – der die Sitzung schon nach zehn Minuten wütend verlassen hatte.

Und auch Tim Eibold, Leiter Seniorenfußball des Fußball-Oberligisten TuS Haltern, betonte am Dienstagabend im virtuellen Livetalk unseres Hauses zum Thema „Wann dürfen wir endlich wieder kicken“ die Wichtigkeit der Zuschauer. Mit Blick auf die ausbleibenden Einnahmen bei Geisterspielen seien Spiele ohne Zuschauer für ihn und den TuS Haltern „undenkbar“.

Spiele ohne Zuschauer? „Das wäre nicht schön“

Wie aber steht der heimische Oberligist Holzwickeder SC zu der Debatte? „Grundsätzlich wäre es natürlich nicht schön, ohne Zuschauer zu spielen“, sagt Pressesprecher Lars Rohwer zu der Debatte. Schließlich sei die Unterstützung der Anhänger und Ultras absolut wichtig. „Und für die Fans selber wäre das eine Katastrophe“, ist sich Rohwer sicher. Das könne man etwa an Kommentaren in den sozialen Netzwerken ablesen, in denen oft gefragt werde, wann der Spielbetrieb endlich weitergehe.

Trotzdem will man sich beim Aufstiegsaspiranten aus der Emschergemeinde dem Thema nicht gänzlich verschließen. Ob Geisterspiele besser sind als gar keine Spiele? „Um die Saison zu werten: ja“, sagt Rohwer. Wenn vonseiten des Verbandes so entschieden würde, hieße es in der Liga für die Vereine sowieso „mitgehangen, mitgefangen“, so Rohwer. Deshalb sollte man seiner Ansicht nach lieber an innovative Ideen wie etwa Live-Streams denken, um die Fans auch in solch einem Falle mitzunehmen.

Der HSC dreht jeden Cent zweimal um

Finanziell würden die fehlenden Zuschauereinnahmen ebenfalls schmerzen. „Das sind kalkulierte Einnahmen, die dann fehlen würden“, sagt Rohwer, der betont, dass beim HSC – im Vergleich zu manch anderem Oberligisten – tendenziell jeder Cent zweimal umgedreht werde. Deshalb sei man auch sehr dankbar, dass die Spieler während des Lockdowns auf Teile ihres Gehaltes verzichten. Solidarität sei in diesen Zeiten besonders wichtig – egal ob auf oder neben dem Platz.

Über den Autor
2014 als Praktikant in der Sportredaktion erstmals für Lensing Media aufgelaufen – und als Redaktionsassistent Spielpraxis gesammelt. Im Oktober 2017 ablösefrei ins Volontariat gewechselt und im Anschluss als Stammspieler in die Mantel-Redaktion transferiert. 2021 dann das Comeback im Sport, bespielt hauptsächlich den Kreis Unna.
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Marc-André Landsiedel
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