FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders arbeitet am Rahmenterminkalender. © Archiv
Fußball

FLVW wendet Horror-Szenario für alle Vereinskassierer ab

Ablöse, oder eine 6-monatige Sperre: Der FLVW arbeitete daran, dass diese Regelung bei Vereinswechseln auch künftig eingehalten werden muss.

Die heimischen Sportfunktionäre glauben nicht daran, dass in diesem Jahr noch einmal um Punkte gespielt wird. Das ist das eindeutige Ergebnis einer Umfrage unserer Sportredaktion. Das Sportverbot gilt zwar zunächst „nur“ ab dem 2. November bis zum Ende des Monats, doch fehlt allgemein der Glaube daran, dass die Corona-Infektionszahlen bis da deutlich sinken. Zudem muss den Kickern bekanntlich nach der Pause erst ein zweiwöchiges Training zugestanden werden, damit die sich wieder in Form bringen können.

Die Wahrscheinlichkeit ist demnach sehr groß, dass die Saison länger unterbrochen wird, als die bisher angezeigten vier Wochen. Was ist aber eigentlich mit der zweiten Wechselphase, die vom 31. Dezember bis zum 31. Januar läuft? Normalerweise nutzen viele Kicker die Möglichkeit, sich einem anderen Verein anzuschließen – immer vorausgesetzt natürlich, dass die fällige Ablöse einverständlich geklärt wird. Geschieht dies nicht, hätte dies eine 6-monatige Sperre zur Folge.

Durch die Coronapause könnte die ihre abschreckende Wirkung leicht verlieren. Beispiel: In der Kreisliga A sind gerade fünf Spieltage absolviert worden. Ist ein Spieler zum Beispiel aus Verletzungsgründen bisher noch nicht zum Einsatz gekommen, könnte er ja eigentlich ohne Sperre und ablösefrei zu einem anderen Club wechseln. Ein Szenario, das dem abgebenden Verein wenig Freude bereiten dürfte.

Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) hat dieses Problem erkannt. „Wie schon im Sommer wird die Zeit, in der wegen des Coronavirus nicht gespielt werden kann, von der Wartefrist rausgerechnet. Wir werden eine Regelung schaffen, die juristisch haltbar ist und so auch vor einem Sportgericht bestehen kann“, sagt Manfred Schnieders, Vizepräsident-Fußball im FLVW.

Klar ist indes, dass auf den Verband nun eine Menge Arbeit zukommt. Schon in dieser Woche werden sich die Entscheidungsträger zusammen setzen, um einen neuen Rahmenterminkalender zu erstellen. Die wichtigste Frage ist dabei, wann wieder gespielt werden darf. „Ich bin grundsätzlich Optimist. Ich hoffe, dass wir Ende November aus der Politik Signale bekommen, wann es wieder losgehen kann. Wir müssen zusammen mit den Vereinen schließlich eine vernünftige Planung erstellen“, sagt Schnieders. Eine Verlängerung der Saison, wie dies von einigen bereits gefordert wurde, soll es nicht geben. „Am 30. Juni ist Schluss“, macht der FLVW-Vize deutlich.

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Redaktion Lokalsport
Geburtsjahr 1956, früherer Handballer, erst Freier Mitarbeiter und nun seit „Urzeiten“ Sportredakteur im Verlagshaus Rubens. Sechsfacher Opa, zeitlich gut ausgelastet. Familienmensch, der gern mit Freunden unterwegs ist.
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Michael Friehs
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