FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders arbeitet am Rahmenterminkalender. © Archiv
Fußball

Corona-Fall beim SuS Oberaden: Amateurfußballer fürchten um Start in die Saison

Ein Spieler des SuS Oberaden ist an Covid-19 erkrankt. Gut vier Wochen vor dem geplanten Start in die Saison macht dies deutlich: Die Gefahr ist noch lange nicht vorbei.

.Beim A-Kreisligisten SuS Oberaden ist ein Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das hat natürlich Auswirkungen auf die direkt Beteiligten des Testspiels SuS gegen Türksport Dortmund – vielleicht aber sogar auf den gesamten Fußballkreis.

„Es kommen mit einiger Sicherheit turbulente Wochen auf uns zu. Ich bin gespannt, ob die Saison wirklich am 6. September wieder losgehen kann“, sagt Michael Allery, Vorsitzender des Fußball-Kreises Unna/Hamm.

Auch Manfred Schnieders, der für den Amateurfußball zuständige Vizepräsident des FLVW, hat den Vorfall beim SuS Oberaden mit Sorge registriert. „Nach meiner Kenntnis ist es hier das erste Mal, dass ein aktiver Spieler positiv getestet wurde. Er wird es aber mit Sicherheit nicht bleiben, wenn erst einmal alle aus dem Urlaub zurück sind“, sagt Schnieders, der weiter ausführt: „Ich sage allen immer, dass sie mit ihrem Verhalten dazu beitragen, ob Fußball gespielt werden kann, oder nicht. “ Es geht also um Eigenverantwortung, und die wird immer wieder von allen Beteiligten eindringlich eingefordert.

Verfahrenstechnisch ist dem SuS Oberaden kein Vorwurf zu machen. Direkt nachdem bekannt wurde, dass der Test positiv ausgefallen war, wurde der zuständigen Gesundheitsbehörde die Liste aller beteiligten Spieler übermittelt und die dann umgehend darüber informiert, dass die sich testen lassen müssen.

Michael Allery rechnet mit turbulenten Wochen. © cg © cg

Das, so bestätigt SuS Oberadens Trainer Birol Dereli, sei inzwischen geschehen, die Ergebnisse stehen indes noch aus. Doch sicher ist, für die Vorbereitung auf die kommende Saison – sollte sie dann wirklich Anfang September beginnen – ist dies alles andere als förderlich. „Ich gehe davon aus, dass wir alle für zwei Wochen in Quarantäne müssen. Training und weitere Testspiele fallen demnach natürlich aus“, sagt Dereli.

Der Coronafall beim SuS Oberaden zog aber noch weitere Kreise. Nicht nur das für Sonntag geplante Spiel des SuS gegen BW Alstedde fiel aus. Da der betroffene Oberadener Spielen am Freitag gegen Türkspor im Einsatz war, sagten die Dortmunder den Test gegen Westfalia Herne ab. Selbst die Schiedsrichter des Freitagsspiels waren betroffen.

Da der dabei tätige Linienrichter am Sonntag das Spiel GS Cappenberg II gegen Westfalia Wethmar III leitete, wurde die Partie abgebrochen. Schließlich hätte ja der Schiri Kontakt mit dem Infizierten haben können. Für den Abbruch gesorgt hat Wethmars Vorsitzender Stephan Polplatz.

Spiel in Cappenberg kurzerhand abgepfiffen: Das sorgt auch für Kritik

Als der von dem positiven Befund hörte, stieg er ins Auto und fuhr den Weg nach Cappenberg. Dort angekommen, lief er auf den Platz und pfiff das Spiel ab. „Alle haben mich angeguckt, als würden sie Sterne sehen“, beschreibt Polplatz das Geschehen auf dem Cappenberger Platz.

Danach informierte er alle Beteiligten vor Ort über die momentane Lage. „Ich habe das Spiel abgebrochen, um Schäden für alle zu vermeiden. Das war schon eine kuriose Situation, aber die aktuelle Lage mit dem Virus geht da vor“, stellt Wethmars Vorsitzender Polplatz klar. Der erntete für seine Aktion indes von einigen Spielern auch Kritik. „Es gab schon ein paar blöde Bemerkungen von Spielern, die gerne weitergespielt hätten.“

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Redaktion Lokalsport
Geburtsjahr 1956, früherer Handballer, erst Freier Mitarbeiter und nun seit „Urzeiten“ Sportredakteur im Verlagshaus Rubens. Sechsfacher Opa, zeitlich gut ausgelastet. Familienmensch, der gern mit Freunden unterwegs ist.
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Michael Friehs
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