Leitete am Dienstag die erste Trainingseinheit beim FCK: der Unnaer Trainer Marco Antwerpen (r.). © dpa

Antwerpens erste Amtshandlung beim 1. FC Kaiserslautern: den alten Kapitän abgesetzt

Bei seiner Vorstellung als neuer Cheftrainer beim FCK hat Marco Antwerpen (49) aus Unna gleich schon erste Maßnahmen bekannt gemacht und einen neuen Kapitän bestimmt.

Am Mittwochnachmittag stellte der Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern seinen neuen Cheftrainer vor. Marco Antwerpen aus Unna übernimmt das Traineramt und leitete am Dienstagabend bereits die erste Trainingseinheit. In einer virtuellen Pressekonferenz stellte er sich mehr als eine halbe Stunde lang den Fragen der Journalisten.

„Ich freue mich, dass man mir das Vertrauen ausgesprochen hat und hoffe, dass wir einen erfolgreichen Weg gehen können“, sagte der 49-Jährige bei seiner Vorstellung. Antwerpen ist nach Boris Schommers und dem am vergangenen Samstag entlassenen Jeff Saibene in dieser Spielzeit bereits der dritte Cheftrainer der Pfälzer. Die stehen nach 22 Spielen derzeit bei lediglich 21 Punkten. Es droht der Abstieg in die Regionalliga. Nur einen Punkt trennt den FCK vom Schlusslicht Lübeck.

Nicht der einzige Kandidat – FCK sprach auch mit Torsten Lieberknecht

Dabei war Antwerpen beileibe nicht der einzige Kandidat für den am vergangenen Samstag frei gewordenen Trainerstuhl beim FCK. Beirats-Vizepräsident, der ehemalige Fifa-Schiedsrichter Dr. Markus Merk, offenbarte während der Pressekonferenz, dass es insgesamt drei Kandidaten für die engere Auswahl gegeben habe – unter anderem auch Torsten Lieberknecht. Der habe aber abgesagt.

Authentisch und fokussiert: Marco Antwerpen bei seiner ersten Pressekonferenz für den FCK. © fck © fck

Von Antwerpen war Merk dann aber doch voll und ganz überzeugt. „Er sagte am Telefon: Ich komme über Nacht zu Fuß nach Kaiserslautern.“ Am nächsten Tag war die Unterschrift unter dem Vertrag trocken.

Erfolgsabhängiger Vertrag für Marco Antwerpen

Apropos Vertrag. Zu dessen Laufzeit haben sich weder der Verein noch Antwerpen geäußert. Der Vertrag sei „erfolgsabhängig“, sagte Antwerpen lediglich. Heißt: Schafft er mit dem FCK den Klassenerhalt, wird er wohl auch in der Saison 2021/22 Trainer am Betzenberg bleiben.

Generell präsentiere sich Antwerpen während der Pressekonferenz sehr authentisch und fokussiert. Schon am Samstag (14 Uhr) soll im Süd-West-Derby gegen den SV Waldhof Mannheim der erste Sieg her. „Das Derby kommt zum richtigen Zeitpunkt. Wir können der Mannschaft neue Impulse geben. Ich bin zuversichtlich, dass wir dort drei Punkte holen können.“

Erste Amtshandlung: den alten Kapitän abgesetzt

Eine erste Entscheidung hat Antwerpen mit seinem neuen Co-Trainer Frank Döpper, mit dem er im Jahr 2000 bei Fortuna Köln bereits zusammengespielt hat, übrigens schon getroffen. Und zwar: die Absetzung des bisherigen Kapitäns, Carlo Sickinger. „Wir sehen ihn nicht als Kapitän und wollten ihm diesen Rucksack abnehmen.“ Jean Zimmer wird dieses Amt ab sofort übernehmen.

Für Antwerpen, der in seiner Jugend für den SuS Lünern und sein erstes Seniorenjahr für den Königsborner SV auflief, ist die Mission Klassenerhalt kein leichtes Unterfangen. Vor allem, da dem FCK ein ganz entscheidender Faktor fehlt: die Zuschauer im Liga-Endspurt. „Das trifft uns mit am meisten“, sagt Antwerpen, „wir haben eine große Fan-Base, die mit viel Leidenschaft agiert. Für den FCK ist es daher doppelt tragisch und extrem bitter. Die Fans würden uns stärken und nach vorne peitschen. Leider müssen wir ohne sie auskommen.“

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann