Die Spieler des SSV Mühlhausen vor dem Spiel gegen Holzwickede. Mit einem Trick in der Aufstellung wollte der SSV für Verwirrung sorgen - doch der ging nicht auf. © Schürmann
Fußball

SSV Mühlhausen wollte VfR Sölde verwirren – doch der Aufstellungs-Trick scheitert

Unter „keine Angabe“ stand der Spieler des SSV Mühlhausen am Sonntag beim 8:0-Sieg in Holzwickede in der Startelf - mit dem Ziel, den kommenden Gegner zu verwirren. Doch der Trick ging nicht auf.

Der SSV Mühlhausen steht vor dem Spitzenspiel gegen den VfR Sölde unter Druck. Deshalb ließ der Unnaer Fußball-Bezirksligist nichts unversucht und griff tief in die Trickschublade. Beim Blick auf die Aufstellung am Sonntag beim 8:0-Erfolg gegen die U23 des Holzwickeder SC fiel eines sofort auf: Ein Akteur im Kader der Mühlbach-Truppe stand, ohne namentlich im Spielbericht auf fussball.de erwähnt zu werden, in der Startelf. Ein Kniff des SSV, um den kommenden Gegner zu verwirren. Doch der Aufstellungs-Trick verpuffte schnell.

Denn: Der Spieler verletzte sich und wird das nächste Spiel gegen den Spitzenreiter definitiv verpassen. Norman Raupach musste nach der Partie dann doch etwas schmunzeln. Der neue Sportliche Leiter des SSV, der die Position in Personalunion mit Ralf Mäkler ausübt, hatte sich etwas bei der Aktion gedacht, den Spieler Leo Mayka nicht namentlich im Spielbericht zu nennen.

Raupach hatte „Spielchen“ vor – doch der Trick geht nach hinten los

„Ich hatte ein Spielchen vor – mit Augenzwinkern – und habe den Spieler unter ‚keine Angabe’ eingetragen. Als Leo dann in der Startelf stand, war die Sache eh schon gelaufen. Aber wenn er nicht zum Einsatz gekommen wäre, hätte unser kommender Gegner VfR Sölde nicht gewusst, dass er beim HSC dabei war“, sagte Raupach nach dem Spiel. „Leider ist der Trick nach hinten losgegangen.“

Das Spiel fand für Mayka nämlich ein jähes Ende. Der Flügelflitzer verletzte sich schon nach wenigen Minuten bei einem Sprint am Oberschenkel ohne Fremdeinwirkung, konnte danach zunächst gar nicht mehr auftreten. Nach einer längeren Behandlung wurde er in die Katakomben getragen.

Für Leo Mayka (M.) war die Partie durch eine Oberschenkelverletzung früh beendet – und damit wohl auch die Hinrunde. © Schürmann © Schürmann

Hinrunde ist für Leo Mayka wohl gelaufen

Kurz nach der Halbzeit kehrte Mayka dann zur SSV-Bank zurück. Humpelnd und unter Schmerzen. „Das Spiel gegen Sölde kann ich vergessen“, wusste der Spieler sofort. Bevor er einen Arzt aufsuchen konnte, hakte Mayka sogar die restliche Hinrunde ab: „Ich glaube, ich will es gar nicht mehr probieren dieses Jahr.“

„Das Spiel gegen Sölde kann ich vergessen.“

Leo Mayka

Von dem Detail in der Aufstellung hatte der Spieler zu dem Zeitpunkt noch gar nichts geahnt. „Echt nicht?“, fragte er, angesprochen darauf, dass sein Name in der Aufstellung fehlte. Raupach klärte ihn daraufhin auf.

Dass er überhaupt spielte, sei nicht frei von Risiko gewesen, erklärte zudem Mühlhausens Co-Trainer Hubert Tadday: „Es war ein Risikospiel für ihn. Bei unserem Test gegen Kaiserau hatte Leo schon mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen und musste letzten Dienstag sogar das Training abbrechen.“

Donnerstag und Freitag sei Mayka bei den Einheiten dann komplett schmerzfrei und voll belastbar gewesen. „Deshalb gab es auch keinen Grund, ihn nicht spielen zu lassen“, sagte Tadday, der ebenfalls nicht an ein schnelles Comeback des Flügelflitzers glaubt: „Ich befürchte, es ist mindestens ein Muskelfaserriss. Es hätte genauso passieren können, wenn er von der Bank gekommen wäre. Wie du es machst, machst du es falsch.“

Statt am kommenden Sonntag also für einen Überraschungs-Effekt zu sorgen, wird Leo Mayka dem SSV im Spitzenspiel fehlen. Und wohl auch darüber hinaus.

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann

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