Die Polizei musste am Sonntag zu einem Kreisliga-B-Spiel ausrücken, in dem es zu einer handfesten Rudelbildung gekommen war. © dpa
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Spuckattacke, Rudelbildung, Polizeieinsatz – Spielabbruch in der Kreisliga B

Mit einer Spuckattacke soll alles begonnen haben, die zu einer handfesten Rudelbildung führte. Auch die Polizei war vor Ort. Ein Spiel in der Kreisliga B wurde am Sonntag abgebrochen.

Es war ein umkämpftes Derby, in dem es schon frühzeitig einen Platzverweis gab. Nach gut einer gespielten Stunde überschlugen sich aber die Ereignisse im Match der Kreisliga B. Der Schiedsrichter musste die Partie abbrechen.

Zu diesem Zeitpunkt führten die Gäste des TuS Hamm im Lokalderby auf dem Sportplatz im Südpark Hamm beim SSV mit 4:2. Aber nach 65 Minuten entwickelte sich ein Tumult, der schließlich zum jähen Ende der Begegnung führen sollte.

Spieler und Trainer standen sich Kopf-an-Kopf gegenüber

Nach einem Zweikampf lag ein Spieler des SSV Hamm am Boden – in Nähe der TuS-Bank. Schiedsrichter Albert Pier ahndete dieses Duell aber nicht als Foul und ließ weiterspielen. Das wiederum brachte wohl den „Gefoulten“ auf die Palme, sodass gleich ein Wortgefecht zwischen SSV-Spieler und Gäste-Trainerbank entstand. In diesem verbalen Austausch beteiligte sich ein weiterer SSV-Akteur, der schließlich Kopf-an-Kopf mit TuS-Spielertrainer Christian Mellmann stand.

„Dann stand der Spieler vor mir und hat mir ins Gesicht gespuckt.“

Christian Mellmann, TuS 59 Hamm

Mellmann beschreibt die Szene aus seiner Sicht: „Wir wurden sofort angemotzt und haben darauf nur geantwortet. Dann stand der Spieler vor mir und hat mir ins Gesicht gespuckt. Ich habe ihn nur noch weggeschubst.“ Aus dieser Situation heraus entstand blitzschnell eine Rudelbildung auf dem Spielfeld. Mellmann geschockt: „Da wurden Grenzen überschritten, solche Gewaltausbrüche habe ich noch nie gesehen.“

Auch Sascha Raulf, Vorsitzender des SSV Hamm, versuchte sogleich die mittlerweile 20 Streithähne auf dem Sportplatz auseinanderzubringen. „Da wurde geschubst, es gab eine Rangelei und da hat wohl der ein oder andere von beiden Seiten geschlagen“, berichtet der SSV-Chef, der bemüht war, die erhitzten Gemüter zu beruhigen.

Er selbst hatte noch rechtzeitig einen mit einer Glasflasche in der Hand drohenden TuS-Spieler beruhigen können. Raulf: „Der gab auf dem Feld Hackengas und schrie: Komm her, du fette Sau.“ Den Spieler führte er sogleich sicherheitshalber in die Kabine.

Schiedsrichter Pier hatte bereits das Spiel (65.) abgebrochen, als sich die Situation auf der Anlage wieder allmählich beruhigte. Mittlerweile war auch die alarmierte Polizei mit drei Fahrzeugen eingetroffen, musste aber am Ende nicht mehr eingreifen, sondern nur noch eine Zivil-Anzeige aufnehmen.

Schiedsrichter sei in den Augen des SSV-Chefs überfordert gewesen

Sascha Raulf, Vorsitzender des SSV Hamm, war noch am Dienstag spürbar aufgewühlt. „Ganz klar, es geht mir um die Wahrheit. Die Leute, die in diesem Spiel negativ aufgefallen sind, müssen bestraft werden. Der Schiedsrichter war aber auch überfordert. Wie will er aus 20 Metern Entfernung sehen, dass unser Spieler gespuckt hat? Zum anderen saß der Spieler, den er in den Spielbericht eingetragen hat, am Spielfeldrand auf der Bank neben seiner Frau.“

Christian Mellmann vom TuS Hamm habe so eine Eskalation auf dem Fußballplatz noch nie gesehen. Aber: „Unsere Spieler hatten sich unter Kontrolle.“ Und: „Sascha Raulf hat sich bei uns allen und den Verantwortlichen nach dem Match entschuldigt. Er sagte auch, dass wir nun besser das Gelände verlassen, was wir verständlicherweise auch schnell getan haben.“

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Thorsten Teimann

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