Flemming Eismann wechselt aus der Jugend von Rhynern zu den Senioren in Unna. © RW Unna
Fußball

RWU-Zugang freut sich: „Hier gibt es genauso viele Menschen, die am Seitenrand durchdrehen“

Rot-Weiß Unna sticht mit der Eismann-Verpflichtung gleich zwei Liga-Konkurrenten aus. Bei dem A-Ligisten soll der 18-Jährige die Schaltzentrale bekleiden - und nebenbei noch als eine Art Scout fungieren.

Der Eismann kommt. Flemming Eismann wechselt bekanntlich zur neuen Saison aus der A-Jugend des SV Westfalia Rhynern zum Fußball-A-Ligisten Rot-Weiß Unna. Auch zwei Liga-Rivalen der Rot-Weißen hätten sich die Dienste des Mittelfeld-Mannes gerne gesichert. Doch da hatte Eismann schon längst in Unna zugesagt.

Der Ex-Klub des 18-Jährigen, BSV Heeren, für den Flemming Eismann in der Jugend schon mal drei Jahre lang das Trikot getragen hatte, schaut genau so in die Röhre wie auch der FC Overberge. Beide Klubs haben laut Eismann bei dem Kicker, der in Kamen wohnt, angefragt.

Flemming Eismann: „Unna ist nicht irgendeine Trödeltruppe“

„Aber die Gespräche mit Rot-Weiß Unna liefen sehr gut. Die Vorstellungen von Kulle (Patrick Kulinksi, Trainer RWU, Anm. d. Red.) haben sich gut angehört“, sagt Eismann. Doch wie kam Kulinski überhaupt auf Eismann, der für die Hammer in der A-Junioren-Landesliga aufgelaufen ist?

„Ein paar Freunde von mir spielen schon bei Rot-Weiß Unna. Mit denen habe ich früher schon mal zusammengespielt. Über die kam schließlich der Kontakt mit Kulle zustande. Er hat mich angerufen und gefragt, ob ich nicht Interesse hätte, nach Unna zu kommen.“ Und das Interesse war groß. Eismann: „Unna ist nicht irgendeine Trödeltruppe. Die haben richtig Ambitionen. Deshalb freue ich mich, dass es geklappt hat.“

Reserve in Rhynern für Eismann wenig reizvoll

In Rhynern wollte der Noch-A-Junior zumindest nicht bleiben. Die zweite Mannschaft, die in Unnas Parallel-A-Liga-Staffel 1 beheimatet ist, war keine Option. „Das fand ich wenig reizvoll. Wegen Corona konnten wir A-Junioren uns auch nicht wirklich empfehlen in den letzten zwei Saisons“, sagt er. Zum Glück habe ihm bei Rhynern niemand Steine in den Weg gelegt. „Alle haben mir viel Glück gewünscht – und erwähnt, dass sie mich weiter beobachten würden“, sagt er.

Patrick Kulinski trainiert den A-Kreisligisten RW Unna wie bereits vermutet auch in der neuen Saison weiter. © Neumann © Neumann

Aus seiner aktuellen Mannschaft bleiben nur wenige Spieler in Rhynern, sagt Eismann. Nur zwei Akteure würden in die zweite Mannschaft gehen. Den Sprung in die Erste schafft sogar nur ein Spieler. „Der Großteil geht weg. Als 18-Jähriger gleich in der Oberliga zu starten, ist auch ziemlich undankbar. Der Sprung ist riesengroß“, so Eismann. Und die Kluft zwischen Oberliga und Kreisliga A ist für einige Spieler wohl schlicht zu groß.

Eismann will nicht ewig in der Kreisliga A spielen

Da Flemming Eismann auch viele Jahre beim SuS Kaiserau gespielt hat, kennt er den Fußball im politischen Kreis Unna ganz gut. „Große Unterschiede zu dem in Hamm gibt es nicht. Und hier gibt es mindestens genauso viele Menschen, die am Seitenrand durchdrehen“, sagt der Mittelfeldspieler mit einem Schmunzeln.

Mit seinem neuen Klub will Eismann langfristig die Kreisliga A verlassen. „Ich kann nur für die Jungs sprechen, die ich schon bei RWU kenne. Aber das sind ziemlich gute Spieler. Die haben auch in der Jugend überkreislich gespielt. Das werden sie in Zukunft sicher auch wieder tun“, ist Eismann zuversichtlich, dass es in den nächsten Jahren mit dem Aufstieg klappen wird.

Dabei helfen sollen neben Eismann noch weitere Neuzugänge, wie er verrät. „Ich habe mit Kulle vereinbart, dass ich bei RWU auch ein bisschen den Scout spielen werde. Ich will dabei helfen, noch ein paar Spieler zu verpflichten und von RWU zu überzeugen“, warten auf Eismann demnächst noch andere Aufgaben als nur die eines Spielers.

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann
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