Nicht in der "Zwei" am Start: Der VfL Kamen - hier mit Emre Aktas (r.) und Co Sebastian Laub - geht die Mission Meisterschaft weiterhin in der A1 an - die leichtere der beiden Ligen? © Privat
Fußball

Vermeintlich leichtere Gegner in der Kreisliga A1? VfL Kamens Coach Emre Aktas sieht das anders

Hartnäckig halten sich die Spekulationen, dass der VfL Kamen vor einem Jahr aus sportlichen Gründen in die Kreisliga A1 gewechselt ist. Für viele ist sie die leichtere Staffel. Der Coach widerspricht.

Dass der Fußball-A-Ligist VfL Kamen in der anstehenden Saison um die Meisterschaft in der A1 spielen möchte – daraus machen die Spieler und der Trainer keinen Hehl. Dass sie das Unterfangen eben in der A1 in Angriff nehmen, weil diese vermeintlich die leichtere Liga ist, dem widerspricht Emre Aktas, der Trainer des VfL, jedoch vehement.

„Das vermuten viele, das stimmt. Aber die A1 ist nicht schwächer als die A2“, sagt der Trainer. Er muss es wissen. Immerhin trainierte er vor einigen Jahren noch die zweite Mannschaft von RW Unna, die damals in der A1 auflief. „Wenn es wirklich die leichtere Liga wäre, dann hätten wir ja auch unsere Zweite in der A1 auflaufen lassen müssen. Die haben den Klassenerhalt als Ziel“, so Aktas weiter. Stattdessen spiel die VfL-Reserve in der A2.

SuS Oberaden oder Kamener SC für Aktas die Top-Favoriten der A2

Der VfL-Coach sieht vor allem die Spitze in der „Hammer“-Gruppe deutlich stärker aufgestellt als in der „Zwei“: „Wir haben viele Mannschaften, die um den Titel mitspielen werden. Neben uns sind das der VfL Mark und die Jungs aus Herringen. Auch Eintracht Werne, TuS Uentrop und die SpVg Bönen habe ich in der Top-Fünf auf dem Schirm. In der A2 sehe ich als Aufstiegskandidaten fast nur den SuS Oberaden, vielleicht noch den Kamener SC“, so Aktas. „Alles andere wäre für mich eine Riesen-Überraschung.“

VfL Kamen gegen SuS Oberaden: Sollten beide Klubs am Ende der Saison 2021/22 tatsächlich Meister in ihren Staffeln werden, käme es zu einem Entscheidungsspiel zwischen den Teams. © Palschinski (A) © Palschinski (A)

Der VfL Kamen bekommt es an den ersten sieben Spieltagen schon mit fünf starken Gegnern zu tun. Der Auftakt erfolgt gegen Werne. „Ich bin kein Fan davon, zu sagen, ob es richtungsweisend ist. Bei uns wird man erst nach sieben Spielen sehen, wo die Reise hingeht“, sagt Aktas.

Nur Testspiele gegen Bezirksligisten – im Pokal wartet B-Ligist PSV Bork

Am liebsten ginge für ihn die Reise sofort in die Bezirksliga. Darum testet der VfL auch schon fast ausschließlich gegen Bezirksligisten. „Wir wollen uns schon jetzt mit diesen Teams messen, um uns an das Tempo zu gewöhnen und zu sehen, was möglicherweise irgendwann auf uns zukommt“, meint der Coach.

Bei all den hochklassigen Gegnern – am Sonntag kommt der Königsborner SV zum VfL – ist es im ersten Pflichtspiel schon ein anderes Niveau: Im Pokal geht‘s Mitte August gegen den B-Ligisten PSV Bork. Einen Klub, an den Aktas noch positive Erinnerungen hat.

Emre Aktas: „Zuletzt gingen wir auf dem Zahnfleisch“

In der Saison 2016/17 gewann er mit RWU II das Aufstiegsspiel der A-Liga-Meister gegen den Selmer Klub mit 3:1 nach Verlängerung: „Für den PSV ist es schade, dass sie gerade im Niemandsland rumdümpeln“, so Aktas, der das Spiel aber mit dem nötigen Respekt angehen will: „Wir werden kein Larifari spielen, sondern mit dem bestmögliche Kader auflaufen.“

Bis dahin werden aber noch einige Leistungsträger nicht hundertprozentig fit sein. Aktas: „Zuletzt gingen wir auf dem Zahnfleisch. Wir haben viele Verletzte und zahlreiche Urlauber. Die kriegen wir so schnell nicht wieder fit. Trotzdem haben wir immer noch Spieler in unseren Reihen, die diese Ausfälle kompensieren können und die ebenfalls vorangehen.“

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann

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