Der jubelnde Keeper: Marcel Vieregge verlässt den SuS Kaiserau nach dreieinhalb Jahren und nimmt eine Auszeit. © Palschinski

Stark umworben: Kaiseraus Keeper schlägt selbst Angebot aus der Westfalenliga aus

Keeper Marcel Vieregge verlässt den Landesligisten SuS Kaiserau. Schon gibt es die neuen Angebote - selbst aus der Westfalenliga. Aber Vieregge bleibt hart.

Jetzt ist Schluss – vorerst zumindest. Marcel Vieregge, Torhüter des heimischen Landesligisten SuS Kaiserau, hängt seine Handschuhe an den Nagel. An ein Karriereende ist aber mit gerade einmal 25 Jahren und dem Torwarttalent eines geschmeidigen Panthers nicht zu denken. Er nimmt eine Auszeit – auf die er sich mächtig freut.

Keeper Marcel Vieregge wird nämlich im Juli Vater und noch in diesem Jahr seinen Lebensmittelpunkt gemeinsam mit Ehefrau Chantal nach Geseke verlegen. „Ich ziehe in das Haus meiner Eltern, die vor einigen Jahren von Methler weggezogen sind“, erklärt er. Beruflich indes wird er weiter im Motor Center Heinen in Bergkamen tätig sein.

Zeitintensive Fahrt von Geseke zum Autohaus nach Bergkamen

„Ich weiß noch nicht, inwieweit mich das Vaterdasein in Anspruch nehmen wird“, sagt Vieregge, „aber ich freue mich schon mächtig darauf und will die Zeit genießen.“ Das kommende Familienmitglied und die regelmäßige Anfahrt aus Geseke zum Autohaus nach Bergkamen („A44 geht nicht immer gut“) schließen quasi schon aus, dass es in Sachen Fußball eine neue Aufgabe gibt.

Marcel Vieregge (rechts) hat Redebedarf. Der Keeper verlässt den SuS Kaiserau, er zieht nach Geseke.
Marcel Vieregge (rechts) hat Redebedarf. Der Keeper verlässt den SuS Kaiserau, er zieht nach Geseke. © Neumann © Neumann

„Ich habe lange überlegt, aber nun schweren Herzens entschieden, ein Jahr lang mit dem Fußball aufzuhören“, konzentriert sich Vieregge voll und ganz auf seine Vaterfreuden. „Alles andere würde zeitlich und fahrtechnisch an die Substanz gehen. Das macht keinen Sinn.“

„Ich hatte vier Anfragen – unter anderem vom Westfalenligisten Delbrücker SC.“

Marcel Vieregge

Dabei hat es nach der Bekanntgabe, dass er beim SuS Kaiserau nicht weitermacht, einige teils lukrative Angebote gegeben. „Das hat sich rasch herumgesprochen. Ich hatte vier Anfragen unter anderem vom Westfalenligisten Delbrücker SC“, erzählt der Keeper. „Auch Patrick Linnemann hätte mich gerne zum SuS Olfen in die Bezirksliga geholt, aber da wäre die Anreise ja noch länger gewesen.“ Selbstverständlich hakte vor Ort auch der FC Mönninghausen aus der A-Kreisliga Lippstadt nach.

Marcel Vieregge geht vorerst nur als Zuschauer zum Sportplatz

Vieregge bleibt aber hart, will künftig vor allem als Zuschauer – auch in Kaiserau – noch ab und zu auf den Sportplatz gehen. „Vielleicht gehe ich auch mal freitags zum Training“, ergänzt er. Immerhin soll es in der neuen Saison nicht nochmals so eine Zitterpartie für den SuS Kaiserau mit dem Klassenerhalt werden.

„In der ersten Corona-Saison hätte es ganz, ganz böse enden können für uns“, gesteht der Keeper ein. „Ohne Corona stand es ganz schön auf des Messers Schneide. Wir sind nicht gut in die Saison gestartet und haben Glück gehabt.“

Jetzt wünscht er sich für die Schwarz-Gelben eine bessere Vorbereitung auf die Spielzeit und dann einen guten Start. „Ich gönne es meinen Teamkollegen, einmal nicht in Sachen Ligaerhalt zu bangen“, drückt der 25-Jährige dann aus der Ferne kräftig die Daumen. „Der Verlust von Henri Böcker tut zwar unfassbar weh, aber die Jungs können das schaffen.“ Der Rückhalt zwischen den Pfosten wird dann aber auch fehlen.

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Thorsten Teimann

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