Mit der Zwei-Linien-Taktik sorgt ein A-Kreisligist ab und zu nicht nur beim Gegner für Verwirrung. © Schürmann
Fußball

Heimvorteil der besonderen Art: Ein A-Kreisligist und die Zwei-Linien-Taktik

Das ist für viele Gastmannschaften aus dem Kreis Unna erst einmal ungewohnt. Ein A-Kreisligist sorgt ab und zu bei den Gästen für Irritationen - mit seiner Zwei-Linien-Taktik.

Torauslinie, Seitenaus oder die virtuelle Abseitslinie – die lange Gerade hilft vielen Fußballern und Schiedsrichtern als Orientierung. Etwas orientierungslos allerdings wirkt so manch ein Amateurkicker und Zuschauer, wenn es gleich mehrere Linien auf dem Kunstrasen sieht. Ein A-Kreisligist kann davon Geschichten erzählen.

„Willst Du mitspielen, du stehst im Spielfeld“, weist Thomas Fitzner den Fotografen zurecht. In der Tat steht der gut zwei Meter weit auf dem Fußballplatz an einer gelben Linie, als der Anpfiff ertönt. Das Fußballfeld ist aber immer noch mit weißen Linien gekennzeichnet. Ergo: zwei Schritte zurück.

Robin Pfahl vom SuS Kaiserau (links) spielte am Dienstag immer wieder zwischen den beiden Linien des BV 09 Hamm.
Robin Pfahl vom SuS Kaiserau (links) spielte am Dienstag immer wieder zwischen den beiden Linien des BV 09 Hamm. © Thorsten Teimann © Thorsten Teimann

Starke Zwei-Linien-Taktik des BV 09 Hamm, ein echter Heimvorteil? „Nein“, wirft der ehemalige Funktionär des SuS Kaiserau ein, der mittlerweile Sportlicher Leiter beim BVH ist. „Das passiert hier alle Nase lang. Dann schieben wir den Ball einfach wieder zurück und sagen, dass der Gegenspieler nochmals einwerfen darf – nur von der weißen Linie.“

Spieler müssen sich auf die zusätzlichen Markierungen umstellen

Im Pokalspiel am vergangenen Dienstag war auch für den SuS Kaiserau das Linien-Kunstwerk an der Philipp-Reis-Straße in Hamm doch eher ungewohnt. „Ja, die Spieler mussten sich schon umstellen, da einige dachten, dass die gelbe Linie die Auslinie gewesen sei“, merkte SuS-Trainer Jörg Lange an. „Das haben wir in der Halbzeit nochmals thematisiert. Aber Lange sagt ganz klar: „Es ist zu befürworten, dass sich zwei Vereine diese Anlage teilen. Das ist nur sinnvoll.“

Der Ex-Kaiserauer Thomas Fitzner (rechts) ist seit einigen Jahren Sportlicher Leiter beim BV 09 Hamm.
Der Ex-Kaiserauer Thomas Fitzner (rechts) ist seit einigen Jahren Sportlicher Leiter beim BV 09 Hamm. © Thorsten Teimann © Thorsten Teimann

Denn: Die Kunstrasenanlage in Hamm wird nicht nur vom BV 09 Hamm, sondern auch vom Hockey- und Tennis-Club Hamm genutzt. Eigens deshalb wurde auch am Dienstag und nicht am Mittwoch das Pokalspiel ausgetragen, da mittwochs die Hockeyspieler den Kunstrasen belegen. Thomas Fitzner erklärt: „Von Oktober bis Ostern dürfen wir hier wegen der Witterung unsere Spiele austragen, im Sommer hat der HTC quasi Hausrecht.“

Und davon profitieren beide Vereine, denn in Hamm gelte laut Fitzner die 50:50-Regel beim Bau von Sportplätzen. 50 Prozent der Kosten übernehme die Stadt, die andere Hälfte der beteiligte Verein – und das sind hier gleich zwei. So kamen sowohl BV 09 Hamm (25 Prozent) als auch der HTC (25 Prozent) zu einem neuen Kunstrasenplatz – und der ist eben etwas „linienbunt“. Die gelben Markierungen weisen das Hockeyfeld aus, weiß ist für die Fußballer. Auf den ersten Blick etwas irritierend, die Kicker aus der Kreisliga A (1) müssen sich halt drauf einstellen.

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Redaktion Lokalsport
67er Jahrgang aus dem Herzen Westfalens. Lokaljournalist durch und durch, seit über 25 Jahren mit dem geschärften Blick auf das Sportgeschehen zwischen Lippe und Ruhr.
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Thorsten Teimann

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