Enes Yavuz erzielte in der Schlussphase den 1:2-Anschluss für den TSC Kamen gegen den ASC 09 Dortmund II, hier mit Kapitän David Adams (l.) und Torhüter Dominik Altfeld. © Sebastian Reith
Fußball

Dritte Niederlage: Der Negativlauf des TSC Kamen geht weiter

Der TSC Kamen hat das Siegen verlernt. Auch beim ASC 09 Dortmund II gab es für die Kamener nichts zu holen. Ein bisschen unglücklich war die Niederlage obendrein auch.

Der TSC Kamen kommt aus dem Keller der Fußball-Bezirksliga 8 einfach nicht raus. Trotz starker Verbesserungen gegenüber dem peinlichen 0:9 gegen den SSV Mühlhausen verlor der TSC auch am dritten Spieltag und bleibt punktlos. Bei der 1:2-Niederlage gegen den ASC 09 Dortmund II war mehr drin.

Frustriert und mit hängen Köpfen trotteten die Spieler des TSC Kamen in Richtung Kabinentrakt am Kunstrasenplatz an der Schweizer Allee in Dortmund. Soeben hatte es die nächste bittere Niederlage gegeben. Die dritte im dritten Spiel. Von den Abstiegsplätzen kommen die punktlosen Kamener damit nicht runter.

Trotzdem war nicht alles schlecht gegen die Aplerbecker. Phasenweise hielten die Kamener gut mit, waren dem Ausgleich näher als der ASC dem 2:0. Der TSC rannte an – zu wenig getan zu haben konnte Trainer Nail Kocapinar seiner Truppe nun wirklich nicht vorwerfen. Doch der Ansturm in Richtung ASC-Gehäuse wirkte insgesamt etwas hilflos, nicht wirklich mit einer klaren Spielidee.

Für Ferdi Civak geht es nach einer halben Stunde nicht mehr weiter

Und dann kam auch noch Pech hinzu: Kocapinars Matchplan, nach 13 Gegentoren aus den ersten zwei Spielen aus einer sichereren Defensive agieren zu wollen, ging im Prinzip auf. Weil aber Kapitän Ferdi Civak nach einer halben Stunde mit Magenproblemen runter musste, ging es für den eigentlichen Stoßstürmer Serhat Yilmaz kurioserweise in die Innenverteidigung.

Kocapinar verwies nach Schlusspfiff auf die berühmten individuellen Fehler. Den ersten beging Rechtsverteidiger Batuhan Gür, der einen Diagonalball unterlief und so ASC-Flügelflitzer Jacques Giering Raum ermöglichte. Der legte quer, Aplerbecks Spielertrainer Tim Schwarz hielt den Fuß hin – 1:0 für die Platzherren (28.).

Der zweite eklatante Fehler passierte dem eingewechselten Linksverteidiger Ali Yasin Crescente. Wieder ging es über außen ganz schnell. Julian Hövels Hereingabe verwertete Maximilian Venhuis zum 2:0 (90.). „Der ASC hat es eiskalt ausgenutzt“, so Kocapinar. Schnell, direkt, mit Zug zum Tor: Ein Muster, das eigentlich auch bei den Kamenern Früchte hätte tragen können.

TSC Kamen wird etwas besser und macht mehr für das Spiel

Viel zu selten erkannte die TSC-Elf aber das Potenzial, auf das der Trainer vor Anpfiff so lautstark hingewiesen hatte („Wir müssen wissen, was wir als Mannschaft können!“) und dabei die Musikanlage am Platz überschallte. Erst in der Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit taute der TSC dann auf.

Als Abwehrspieler Wladimir Myakotin TSC-Angreifer Yilmaz kurz vor dem Strafraum zu Fall brachte (31.), wurde Kamen plötzlich besser. Ein höheres Pressing zwang Dortmund zu Fehlern. Immer öfter gelang es Kamen, sich durchzukombinieren, teilweise bis in den Strafraum.

Die zweiten 45 Minuten betrachtet, war der TSC Kamen sogar leicht besser. Zwar musste sich Yasin Aydeniz im Kamener Tor zweimal gegen einen Kopfball von Patrick Wedemann (56.) und Schwarz, der alleine durch war (59.), auszeichnen, doch der TSC hatte selbst jetzt das Offensivspiel entdeckt und machte mehr. Vor allem fiel Furkan Cengiz auf, der auf dem linken Flügel immer wieder zu Solos anzog.

Für dieses Foulspiel von Serhat Yilmaz (r.) an Wladimir Myakotin gab es die Gelbe Karte. Damit war Yilmaz gut bedient. © Sebastian Reith © Sebastian Reith

Mutig ging Cengiz sogar gegen zwei Aplerbecker ins Dribbling (61.), doch immer war bei Dominik Altfeld im Aplerbecker Tor Endstation, wie schon zuvor bei seinen Chancen (58., 60.). „Wir waren im Spiel und hatten gute Aktionen“, bemerkte Kocapinar, „es war nicht so, dass wir viel schlechter waren als der ASC, aber wir müssen konsequenter vorne sein.“

In der Nachspielzeit sorgte Enes Yavuz mit einem Drehschuss noch für das 1:2 aus Kamener Sicht. Doch der Unparteiische pfiff danach direkt ab. Eine Enttäuschung für den TSC Kamen, für den jetzt richtungsweisende Wochen anstehen.

TSC Kamen: Y. Aydeniz, F. Aydeniz, Kaya, Cengiz, Yilmaz, Erdur, Akdogan (89. Crescente), Civak (31. Yavuz), Gür (46. Morsel), Kanar, Türkkan

Tore: 1:0 Schwarz (28.), 2:0 Venhuis (90.), 2:1 Yavuz (90.+1)

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Redakteur
Sportler durch und durch, der auch für alle Sportarten außerhalb des Fußballs viel übrig hat. Von Hause aus Leichtathlet, mit einer Faszination für Extremsportarten, die er nie ausprobieren würde. Gebürtig aus Schwerte, hat volontiert in Werne, Selm, Münster und Dortmund.
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Sebastian Reith

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