Nachwuchskicker im Alter bis 14 Jahren können seit Montag wieder in Gruppen bis 20 Spielern trainieren. 15-Jährigen in der gleichen Mannschaft ist das wiederum nicht erlaubt. © dpa
Fußball

Auswahlspielerin Salma (15) darf nicht mittrainieren: „Ich verstehe den Sinn nicht“

Die ersten Nachwuchsmannschaften bevölkern wieder die Sportplätze. Auch die Landesliga-Junioren des SuS Kaiserau wollen wieder loslegen - nur Mitspielerin Salma El Masaoudi (15) darf nicht.

Für den ein oder anderen dürfte es noch etwas ungewohnt sein. Nach Monaten der Zwangspause dürfen die Juniorenfußballer wieder auf die Sportplätze. Aber: Trainiert werden darf nur in einer Gruppe von maximal 20 Spielerinnen und Spielern – und die dürfen nicht älter als 14 Jahre sein. Da werden ganze Mannschaften dividiert – und das ärgert vor allem die 15-Jährigen.

„Das ist unfair, welchen Sinn soll das machen?“, fragt sich deshalb Salma El Masaoudi, die das Fußball-Internat in Kaiserau besucht, für die Landesliga-Junioren des SuS Kaiserau spielt und mit der Mannschaft trainiert. Ja, wenn sie es denn dürfte. Gleichberechtigung sieht anders aus. Sie ist eine von vielen Juniorenspielerinnen und -spielern, die eben nicht auf den Trainingsplatz dürfen, um mit ihren Kameraden aus der gleichen Mannschaft Fußball zu spielen.

Laufeinheiten statt Training mit der eigenen Mannschaft

An den Auswirkungen der aktuellen Pandemie hat nicht nur sie zu knacken: „Die Situation im Allgemeinen ist doch schon schwer genug“, klagt sie. „Gerade wir Jugendlichen müssen ständig aufpassen und dürfen uns nicht treffen.“ Fußball-Training wäre da wenigstens ein kleiner Ausgleich. Stattdessen gilt auch für sie: Laufen gehen. „Ich muss mich ja auch irgendwie fit halten und da bleibt einem halt nur das Laufen.“

Salma El Masaoudi spielt für die Westfalenauswahl und die C-Junioren des SuS Kaiserau. Derzeit darf sie aber nicht mit ihrer Mannschaft trainieren. © FLVW © FLVW

Die Pennälerin, sie geht auf das Gymnasium Kamen, freut sich für ihre Mitspielerinnen und -spieler, sieht aber auch die Folgen für den übrigen Fußball-Nachwuchs. „Da fehlen auf der einen Seite die sozialen Kontakte, aber auch das Training und die Übungen in der Gruppe. Wie soll sich der Rest weiterentwickeln?“, fragt sie sich.

Ab 14. März wieder im Fußball-Internat in Kamen-Kaiserau

Zumindest für die Dortmunderin und ihre Mannschaftskollegin Cisel Akgül (15) gibt es einen Hoffnungsschimmer. Nach Wochen im Homeschooling beziehen sie ab 14. März wieder ihr Quartier im Fußball-Internat. Dort werden sie sich dann regelmäßig einem Corona-Test unterziehen müssen, aber auch ein Training wird dann im Leistungszentrum wieder möglich sein. „Vielleicht in Kleingruppen oder im Einzeltraining“, freut sich Salma auf ein kleines Stückchen Normalität.

Bereits als Dreijährige ist die Tochter marokkanischer Eltern erstmals auf dem Sportplatz beim FV Scharnhorst mit dem Ball in Berührung gekommen. „Mein Vater hatte mich damals mitgenommen und ich muss wohl einen guten Eindruck hinterlassen haben“, sagt sie mit einem Lachen. Immerhin blieb sie von den Mini-Kickern bis zur E-Jugend, bevor es zur benachbarten Alemannia ging. Über Westfalia Wickede und den Kirchhörder SC ging es schließlich zum SuS Kaiserau.

Angebote von SGS Essen und vom FC Iserlohn lagen vor

„Ich hatte einige Angebote von höherklassigen Mädchen-Mannschaften wie SGS Essen oder dem FC Iserlohn“, erklärt Salma. „Unsere Trainer in der Kreis- und Westfalenauswahl raten uns aber immer, so lange wie möglich mit Jungs zusammen in einer Mannschaft zu spielen. Die spielen schneller und anspruchsvoller.“

So führte ihr Weg zum SuS Kaiserau – gleich neben dem Internat. „Der Verein ist in der Nachwuchsarbeit gut aufgestellt, die Trainer sind toll und die Jungs sind schwer in Ordnung“, sagt die 15-Jährige, die sich voll integriert fühlt und deshalb auch Spielführerin ist – wenn sie wieder mit ihrem Team auf den Platz darf.

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Thorsten Teimann

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