Die Zukunft von Holzwickedes Kapitän Nils Hoppe (r.) ist derzeit noch offen. © art
Fußball

Würden Sie auch vom Holzwickeder SC zum Lüner SV wechseln, Herr Hoppe?

Bleibt Nils Hoppe beim Oberligisten Holzwickeder SC? Die Zukunft des Kapitäns ist ungewiss. Im Interview spricht er über die vielen Abgänge zum LSV sowie die Trainer Axel Schmeing und Marc Woller.

Er ist Leistungsträger, Mannschaftskapitän und eine absolute Identifikationsfigur beim Fußball-Oberligisten Holzwickeder SC. Und dennoch könnte es sein, dass Nils Hoppe (25) und der HSC ab diesem Sommer getrennte Wege gehen. In Teil 2 des großen Interviews erklärt Hoppe, was er von den vielen Abgängen in Richtung Lünen hält, ob er selber zum LSV wechseln würde – und worin die Unterschiede zwischen den Trainern Axel Schmeing und Marc Woller liegen.

Hier geht es zum ersten Teil des Interviews, in dem Nils Hoppe über seine sportliche Zukunft und seine Corona-Erkrankung spricht.

Herr Hoppe, käme es für Sie infrage, bei einem anderen Klub in der Umgebung als dem Holzwickeder SC zu spielen?

Es gab und gibt keine Gespräche mit anderen Klubs – weil ich auch keine haben wollte. Natürlich haben mir einzelne Vereine signalisiert, dass die Tür immer offen ist. Etwa der SSV Mühlhausen-Uelzen, wo ich von 2015 bis 2017 gespielt habe. Wir haben einen guten Kontakt und ich freue mich, wenn der Verein anklopft. Aber konkrete Angebote gab es nicht.

Es gab in den letzten Monaten viele Wechsel vom Holzwickeder SC zum Lüner SV – allen voran das Trainergespann Axel Schmeing und Marcel Piaszyk. Wie stehen Sie dazu?

Gerade von Aki Schmeing ist es eine Entscheidung, die ich in Teilen nachvollziehen kann. Es ist natürlich schade, denn wir hatten ziemlich gute Jahre in Holzwickede. Doch wenn man sich nach fünf Jahren sportlich verändern will, dann kann man das keinem übel nehmen.

Nico Berghorst und René Richter wechseln auch zum Lüner SV, Robin Rosowski verlässt den HSC und wird mit dem LSV in Verbindung gebracht und auch um HSC-Stürmer Sebastian Hahne gibt es Gerüchte…

Auch die Wechsel von Berghorst und Richter kann ich nachvollziehen. Die Jungs haben lange unter Aki trainiert und gespielt und wollen den Weg mitgehen. Es ist sehr schade für uns, dass wir sie verlieren. Und auch wenn es in der Kommunikation vielleicht das eine oder andere Missgeschick gegeben hat, gibt es wegen der Wechsel an sich kein böses Blut.

Beim Holzwickeder SC steht jetzt ein Umbruch an. Wie schwierig wird es, diesen zu meistern?

Es ist ja kein einseitiger Umbruch. Sowohl auf der Trainerbank als auch im Kader hat sich vieles verändert. Es handelt sich also um ein ganz neues Projekt. Und man kann jeden Umbruch auch als Chance sehen. Für die Entwicklung der Spieler ist es gar nicht so verkehrt, wenn ein neuer Trainer neue Ideen einbringt. Es wird aber eine gewisse Zeit dauern, bis wir die jungen Spieler auf das Level eines Nico Berghorst bekommen. Diese Zeit müssen wir ihnen einräumen – und vielleicht die Ambitionen anpassen.

Die Ambitionen anpassen – was heißt das konkret?

Ich bezweifle, dass wir besser sein werden als in der vergangenen Saison. Das war vielleicht die beste Mannschaft, die wir in Holzwickede in den vergangenen Jahren hatten. Ich weiß nicht, ob wir je wieder mit sechs Siegen aus sechs Spielen starten werden. Müsste ich jetzt ein Ziel für die kommende Saison benennen, dann würde ich mit dem Minimalziel beginnen – dem Klassenerhalt.

Nach zwei Jahren beim SSV Mühlhausen-Uelzen kehrte Nils Hoppe im Sommer 2017 wieder nach Holzwickede zurück. © Art © Art

Wie gut sehen Sie denn den Kader des Holzwickeder SC besetzt?

Die Transferpolitik ist ja jetzt keine andere als in den vergangenen Jahren. Wir setzen auf junge Spieler. Ein, zwei oder drei davon schaffen erfahrungsgemäß schnell den Sprung in die Startelf. Uns sind jetzt viele Stammspieler weggebrochen, deshalb sind wir in der Breite vielleicht dieses Mal nicht ganz so gut aufgestellt wie zuletzt. Das brauchen junge Spieler aber auch, um sich zu verbessern: Dass sie plötzlich reingeworfen werden und spielen müssen. Vom nur auf der Bank sitzen wird man schließlich nicht besser.

Nun übernimmt Marc Woller als Trainer beim Holzwickeder SC. Sie haben schon mehrfach telefoniert. Was für einen Eindruck macht er auf Sie?

Ich glaube nicht, dass er das Rad neu erfinden will. Er will die Identität dieser Mannschaft beibehalten. Er hat nicht diese eine ganz klare Vision, bei der es kein links und rechts gibt. Ich denke, wir werden als Mannschaft mit ihm und Co-Trainer Daniel Frieg gemeinsam Lösungen entwickeln.

Nils Hoppe spielte mit dem HSC auch schon gegen die U23 von Borussia Dortmund. © Neumann © Neumann

Was unterscheidet Marc Woller denn von Axel Schmeing?

Er hat nochmal eine andere Herangehensweise. Marc kommt aus der Regionalliga. Die Taktik, die Analysen sind dort ein Stück weit professioneller. Von diesem hohen Niveau erhoffen wir uns neue Impulse. Aki Schmeing hatte andere Qualitäten – vor allem was die Motivation und Einstellung der Spieler anging. Für die Taktik war dann eher Co-Trainer Florian Bartel zuständig. Ich könnte mir vorstellen, dass die Rollenverteilung bei Marc Woller und Daniel Frieg etwas anders ist.

Letzte Frage: Einen Wechsel vom Holzwickeder SC zum Lüner SV können Sie für sich aber ausschließen?

(lacht) So weit würde ich gehen. Das ist für mich in diesem Jahr keine Option.

Über den Autor
2014 als Praktikant in der Sportredaktion erstmals für Lensing Media aufgelaufen – und als Redaktionsassistent Spielpraxis gesammelt. Im Oktober 2017 ablösefrei ins Volontariat gewechselt und im Anschluss als Stammspieler in die Mantel-Redaktion transferiert. 2021 dann das Comeback im Sport, bespielt hauptsächlich den Kreis Unna.
Zur Autorenseite
Marc-André Landsiedel

Unna am Abend

Täglich um 18 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.