Nach einer Dreifachchance der Gastgeber verlor der HSC komplett den Faden. „Da hatten wir einen Blackout“, beklagte HSC-Co-Trainer Daniel Frieg. © Stefan Hoof
Fußball

Saisonziel rückt in weite Ferne: Holzwickeder SC verliert den Kontakt zur Top-Ten

Der HSC steckt weiter im Abstiegssumpf fest. Das Team ergatterte nur einen Punkt aus den vergangenen sechs Spielen. Deutlich zu wenig für die eigenen Ansprüche. Das Saisonziel rückt so in weite Ferne.

Etwas mehr als die 0:1-Niederlage bei der Spielvereinigung Vreden – einem „Mitbewerber“ im Abstiegskampf – hatten sich die Verantwortlichen des Holzwickeder SC am Sonntag wohl schon versprochen.

Dass am Ende wieder eine Niederlage entstanden ist, hatte sicherlich mehrere Ursachen. So wurde zum Beispiel mit dem urlaubenden Kapitän Nils Hoppe ein Akteur vermisst, der allein mit seiner Größe den vielen baumlangen Kickern der Münsterländer Paroli hätte bieten können. Vor allem bei Standards wie Eckbällen brannte es im Strafraum der Blau-Grünen zumeist lichterloh, auch wenn Philipp Gödde, eigentlich Stürmer, häufig Defensivaufgaben übernahm.

Ärger um Gegentor: Sperren ohne Ball nicht geahndet

Eine dieser Standardsituationen, nach einem Eckball nämlich, sollte dann zum spielentscheidenden Siegtreffer der Platzherren führen. Ob dieser Treffer regelkonform zustande kam, steht auf einem anderen Blatt. Beim Studium der Videobilder von dieser Partie fiel auf, dass HSC-Keeper Kevin Beinsen quasi keine Chance hatte, einzugreifen, weil ihm ein Vredener Spieler, wohl taktisch bedingt, den Weg versperrte, sodass Niklas Niehuis keine Mühe hatte, zum 1:0 zu vollenden.

Sperren ohne Ball heißt es normalerweise in einer solchen Situation, die eigentlich geahndet werden muss. Schiedsrichter Lars Bramkamp hatte eine andere Sicht der Dinge, entschied auf Tor für Vreden und zeigte dem protestierenden HSC-Kapitän die Gelbe Karte: „Ich wiege 90 Kilogramm, da lasse ich mich nicht so einfach aufhalten“, verschaffte der Zerberus seinem Ärger nach dem Schlusspfiff Luft.

Vredener Dreifachchance bringt den HSC aus dem Konzept

Diese unnötige Niederlage aber allein an dem Unparteiischen festzumachen, das wäre schlichtweg unfair. Vor allem die mangelnde Konstanz zwischen den einzelnen Spielabschnitten muss zu denken geben. Unerklärlich beispielsweise, warum das HSC-Team nach der dreifachen Großchance der Vredener, wo die Gäste richtig Glück hatten, plötzlich den Faden verlor.

Das hätte eigentlich Motivation für den weiteren Spielverlauf sein müssen. „Da hatten wir einen Blackout“, bestätigte HSC-Co-Trainer Daniel Frieg nach dem Schlusspfiff. „Bei uns fehlt einfach die Konzentration über die gesamte Spielzeit. Wir hauen uns die Dinger selbst rein. Das müssen wir unbedingt abstellen, dann werden wir auch wieder punkten“, so Frieg weiter.

Deutliche Leistungssteigerung muss dringend her

Wie dem auch sei: Die angestrebte Top-Ten nach Ende der Hinrunde, die dem HSC eine sorgenfreie Rückrunde bescheren würde, rückt in weite Ferne. Nur ein Zähler aus den vergangenen sechs Spielen – das ist einfach zu wenig für höhere Ansprüche, auch wenn bei aktuell fünf Zählern Rückstand auf diese Tabellenregion noch alles möglich ist.

Dann muss aber eine dauerhafte Leistungssteigerung her – und das jeweils über die gesamte Spielzeit. Eine Gelegenheit gibt es schon Sonntag, wenn der FC Gütersloh in der Emschergemeinde erscheint. Allerdings dürfte die Partie gegen die ambitionierten Ostwestfalen schon so etwas wie eine Mammutaufgabe werden. Das steht wohl außer Zweifel.

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