Philipp Schmidt (M.) stößt aus der Holzwickeder U19 in die erste Mannschaft. © Neumann
Fußball

HSC-Youngster Philipp Schmidt stand schon als F-Junior mit den Senioren auf dem Platz

Im Sommer macht Philipp Schmidt den Sprung von der Holzwickeder U19 in den Oberliga-Kader. Mit Senioren-Fußball kennt er sich bestens aus - das hat er schon als F-Junior bewiesen.

Als Kind war Philipp Schmidt jedes Wochenende auf dem Fußballplatz in seiner Heimatstadt Herdecke. Samstags hatte er die eigenen Spiele vor der Brust, tags darauf sah er nicht selten bei den Spielen der ersten Mannschaft der TSG Herdecke zu.

Im TSG-Tor damals: Kevin Beinsen – der heutige Stammtorhüter beim Oberligisten Holzwickeder SC. Philipp Schmidt hatte keine Scheu. Als F-Junior ging er auf Beinsen bei dessen Aufwärmtraining vor einem Ligaspiel zu und fragte ihn, ob er ihm nicht ein paar Bälle aufs Tor schießen dürfe. Er durfte. Nicht nur einmal – je nachdem, wie wichtig das anstehende Spiel damals war.

Satte 18 Torvorlagen in der abgelaufenen Saison

„Das war eine witzige Geschichte. Später wurde Kevin dann mein Trainer in der D-Jugend. Da hatte ich das mit dem Aufwärm-Training mit ihm schon wieder total vergessen und plötzlich fiel es mir wieder ein“, sagt Philipp Schmidt, der ab der kommenden Saison mit Kevin Beinsen zusammen in der ersten Mannschaft beim HSC spielen wird. Denn: Schmidt stößt aus der U19 in den Oberliga-Kader.

Philipp Schmidt ist auf der Sechser- und Achterposition zu Hause. © Neumann © Neumann

Der HSC-Youngster, der in der vergangenen Saison mit 18 Torvorlagen auf sich aufmerksam machte, sollte eigentlich schon seit diesem Winter bei den Senioren mittrainieren, doch Corona machte dem 19-Jährigen einen Strich durch die Rechnung. „Die Sommer-Vorbereitung habe ich schon mit der ersten Mannschaft mitgemacht und seit einigen Wochen bin ich auch häufig mit Moritz Müller auf dem Platz“, versucht Schmidt sich trotzdem schon mal an den Oberliga-Fußball zu gewöhnen.

Die zweite Mannschaft war keine Option

Die Oberliga, sagt er, sei auch sein klares Ziel gewesen beim HSC. „Ich fahre 36 Kilometer über Land bis nach Holzwickede. Für das Training in der Bezirksliga wäre ich nicht so weite Strecken gefahren“, sagt der Herdecker. Sein Vorteil: Mit Keeper Beinsen kann er künftig eine Fahrgemeinschaft bilden.

Der Sportliche Leiter des HSC, Tim Harbott, habe ihm am Telefon mitgeteilt, dass der Verein ihm einen Vertrag für die Oberliga anbieten wolle. „Da musste ich nicht mehr lange überlegen“, so Schmidt, „denn ich fühle mich sehr wohl beim HSC.“ Dennoch habe er auch Gespräche mit anderen Vereinen geführt, die bei ihm angeklopft haben. „Der FC Iserlohn wollte mich ganz gerne zurückholen. Ich hatte zudem noch Gespräche mit Remscheid und Schüren. Für mich gab es aber keinen Grund zu wechseln“, verrät Schmidt.

Ein Leben lang Stammspieler

In seiner Fußballer-Laufbahn war Schmidt immer Stammspieler. „Ich habe in meinem Leben vielleicht drei Spiele nicht von Anfang an gemacht“, sagt er. Das könnte sich künftig ändern, schließlich ist die Konkurrenz beim HSC ziemlich groß. Eine Herausforderung, der sich Schmidt unbedingt stellen möchte.

„Es wird natürlich schwer. Aber ich werde kein Spieler sein, der nach vier Spielen anfängt zu nörgeln und einen Aufstand macht, wenn ich nicht von Beginn spiele. Ich möchte mich unter der Woche dem Trainer bestmöglich präsentieren und fürs Wochenende eine gute Option sein“, so Schmidt.

„Ich denke, dass der Geldhahn in Lünen etwas besser läuft.“

Philipp Schmidt

In Nico Berghorst und Rene Richter werden zwei Spieler den HSC verlassen, die zuvor bereits ihre Zusage gegeben hatten. Beide zieht es zum Lüner SV. „So ist das Fußballgeschäft“, so Schmidt. „Ich kenne die einzelnen Gründe nicht, aber ich denke, dass der Geldhahn in Lünen etwas besser läuft. Ich kann verstehen, dass man dann wechselt – gerade, wenn man Familie hat. Aber ich als junger Spieler denke nur daran, Spaß zu haben.“

Wenn er seine Vorderleute weiterhin so mit Torvorlagen füttert, wie er es in der A-Jugend getan hat, dann werden sie beim HSC ganz sicher auch viel Spaß mit ihrem neuen Mittelfeld-Ass haben.

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann

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