Nico Berghorst (M.) verlässt den Oberligisten Holzwickeder SC nach vier Jahren und geht zum Lüner SV. © Neumann
Fußball

HSC-Stürmer Berghorst über seinen Wechsel zum Lüner SV: „Es ist mir nicht ums Geld gegangen“

Top-Stürmer Nico Berghorst verlässt den Oberligisten Holzwickeder SC und geht zum Westfalenligisten Lüner SV. In Teil eins unseres großen Interviews spricht er über die Gründe für seinen Wechsel.

Nico Berghorst war in den vergangenen vier Spielzeiten eine Stütze des Erfolgs beim Holzwickeder SC. Gleich in seiner Premieren-Saison im Seniorenbereich schoss er den HSC mit 20 Toren zur Westfalenliga-Meisterschaft – und in die Oberliga. Nach vier Jahren endet nun im Sommer seine Zeit beim Emscherklub.

Dann folgt Berghorst dem Noch-HSC-Coach Axel Schmeing zum Westfalenligisten Lüner SV. Im ersten Teil unseres großen Interviews haben wir mit dem 22-jährigen Angreifer über seine Gründe für den Wechsel gesprochen. (Hier geht es zum zweiten Teil des Interviews.)

Herr Berghorst, Sie verlassen den Holzwickeder SC nach vier Jahren. Wie fällt ihr Fazit aus?

Ich bin damals aus der Jugend von Westfalia Rhynern in den Seniorenbereich gewechselt – und in die Westfalenliga zu Holzwickede zu gehen war die absolut beste Entscheidung! Ich habe in dem Jahr einen enormen Sprung gemacht. Der Trainer hat mir sein Vertrauen geschenkt – und ich habe mit 20 Toren entscheidend zum Oberliga-Aufstieg beitragen können.

In Holzwickede hätten Sie in Zukunft vielleicht sogar beim Regionalliga-Aufstieg helfen können. Der HSC hat diese Saison sechs Siege aus sechs Spielen geholt…

Jeden Spieler reizt ein Aufstieg von der Ober- in die Regionalliga. Aber realistisch habe ich mich damit in dieser Saison nicht befasst. Wir hatten einen super Start und das Glück auf unserer Seite – etwa beim Spiel gegen Meinerzhagen (Berghorst traf in der Nachspielzeit zum 3:2-Sieg, Anm. d. Red.). Aber solch eine Glückssträhne hält auch nicht über 20 Spiele.

Nun verlassen Sie den Verein und gehen zum Lüner SV. Wie kam es dazu?

Ich wollte einfach mal etwas Neues machen, brauchte einen Tapetenwechsel. Ich habe Tim Harbott (Sportlicher Leiter des Holzwickeder SC, Anm. d. Red.) im Februar offen und ehrlich gesagt, dass ich auch Gespräche mit anderen Vereinen führen werde.

Nico Berghorst (r.) hielt vier Jahre lang im Angriff des Holzwickeder SC die Fahne hoch. © neumann © neumann

Wann ist die Entscheidung gefallen, nicht in Holzwickede zu bleiben?

Das war am 13./14. März. An dem Wochenende habe ich Tim Harbott mitgeteilt, dass ich meinen Vertrag nicht verlängern werde.

… und haben ihm gleichzeitig gesagt, dass Sie zum LSV gehen?

Nein, da hatte ich noch nichts unterschrieben. Diese Entscheidung ist erst eine Woche später gefallen.

Haben Sie denn dann nochmal mit ihm gesprochen?

Nein, wir hatten seitdem keinen Kontakt mehr. Schon am 14. März wurde in den Medien gemunkelt, dass ich zum Lüner SV gehen könnte. Im Endeffekt hat Tim es von anderen Leuten erfahren. Ich habe es deshalb nicht mehr für nötig erachtet, ihn noch einmal anzurufen.

Zuletzt konnte der Eindruck entstehen, dass Geld eine Rolle bei Ihrem Wechsel zum LSV gespielt hat. Ist das so?

Nein, es ist mir nicht in erster Linie ums Geld gegangen. Natürlich gehört dieser Aspekt dazu, das kann ich nicht leugnen. Aber er stand nicht an erster Stelle.

Vom HSC hieß es zuletzt, Sie würden „trotz bereits getroffener finanzieller Einigkeit“ zum LSV wechseln. Stimmt das?

Nein. Ich habe dem HSC damals gesagt, was ich mir finanziell vorstelle. Der Verein hat mir später ein Gegenangebot gemacht – mit dem Hinweis, dass mehr nicht geht. Das ist auch okay, das habe ich so akzeptiert. Wenn es nicht geht, dann geht es nicht. Aber wir haben uns weder auf etwas geeinigt, noch habe ich eine Zusage erteilt.

Sie waren von dieser Aussage nicht sonderlich begeistert…

Ich glaube, das hätte nicht sein müssen. Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Die Freundschaftsspiele mal mitgezählt, habe ich über 100 Tore für den Verein geschossen. Und dann heißt es Mitte März zunächst, mein Abgang sei schade, aber werde akzeptiert, drei Wochen später heißt es dann, es hätte finanzielle Einigkeit bestanden. Das hat mich schon etwas traurig gemacht.

Mitte März stand bereits fest, dass Marc Woller im Sommer den Trainerposten beim HSC übernehmen wird. Hatte Ihre Entscheidung, nicht beim HSC zu verlängern, auch damit zu tun?

Nein, das hatte nichts mit Marc Woller zu tun. Ich kenne ihn ja ein bisschen. Er war Co-Trainer bei Westfalia Rhynern als ich dort in der A-Jugend gespielt habe. Ich durfte manchmal bei den Senioren mittrainieren. Da haben wir uns gelegentlich ausgetauscht und er hat auf mich einen sehr sympathischen Eindruck gemacht.

Noch einmal zurück zum Holzwickeder SC. Dort steht nun ein großer Umbruch an. Wie schwierig wird es für den Klub, diesen zu meistern?

Das wird man sehen, wenn es wieder losgeht. Ich habe derzeit ehrlich gesagt wenig Kontakt zu den anderen Spielern und weiß nicht, was ihre Pläne sind. Holzwickede muss sich um gleichwertigen Ersatz für die Abgänge kümmern – und vielleicht etwas mehr Spieler verpflichten als in den letzten Jahren.

Welcher Fall tritt denn eher ein: Treffen Sie mit dem Lüner SV irgendwann in der Westfalenliga oder in der Oberliga auf den Holzwickeder SC?

Wir treffen uns in der Oberliga! Ich glaube, das würden beide Vereine so unterschreiben. Ich wünsche dem Holzwickeder SC nichts Schlechtes und glaube, dass das eine tolle Sache wäre.

Der zweite Teil unseres großen Interviews mit Nico Berghorst geht am Montag (12. April) um 6 Uhr online. Dann spricht der Angreifer über seinen derzeitigen und künftigen Trainer Axel Schmeing sowie über seine Ziele mit dem Lüner SV.

Über den Autor
2014 als Praktikant in der Sportredaktion erstmals für Lensing Media aufgelaufen – und als Redaktionsassistent Spielpraxis gesammelt. Im Oktober 2017 ablösefrei ins Volontariat gewechselt und im Anschluss als Stammspieler in die Mantel-Redaktion transferiert. 2021 dann das Comeback im Sport, bespielt hauptsächlich den Kreis Unna.
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Marc-André Landsiedel

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