Maurice Majewski (am Ball, hier im noch Trikot des Hombrucher SV) kehrt zum Holzwickeder SC zurück. © Privat
Fußball

HSC-Rückkehrer Majewski: „Ich weiß noch nicht mal, ob ich Westfalenliga-Reife habe“

Im Sommer kehrt Maurice Majewski zum Holzwickeder SC zurück - und wagt den Sprung in die Oberliga. Im Interview zeigt sich der 20-Jährige dankbar, demütig - und sieht den Umbruch als Chance.

Maurice Majewski ist ein Holzwickeder Junge. Wohnhaft in der Emschergemeinde, durchlief der 20-jährige Mittelfeldspieler hier sämtliche Jugendmannschaften. Nach einem eineinhalb Jahre dauernden Abstecher zum Hombrucher SV, wo Majewski ein Jahr in der U17-Bundesliga sowie in der U19 spielte, kehrte der Azubi zum Automobilkaufmann 2017 in die A-Jugend des HSC zurück. 2019 folgte der Sprung in den Seniorenbereich des SC Neheim. Nun, nach zwei Jahren Erfahrung in der Westfalenliga, kehrt Majewski in die Heimat zurück – und wagt den Schritt in die Oberliga.

Willkommen zurück, Herr Majewski! Aber bevor wir über Ihre Rückkehr reden: Beginnen wir mit Ihrem Abgang. Wie kam der Wechsel zum SC Neheim damals zustande?

Ich habe als A-Jugendlicher schon oft in Holzwickedes erster Mannschaft mittrainieren dürfen. Als dann der Schritt in den Seniorenbereich anstand, hat der Verein damals offen und ehrlich kommuniziert, dass der Schritt in die Oberliga zu dem Zeitpunkt für mich zu groß sei. Dafür bin ich auch dankbar. Also hat Lars Rohwer (Pressesprecher des HSC und Majewskis Spielerberater, Anm. d. Red.) mich zum SC Neheim vermittelt.

Wie blicken Sie auf die Zeit in Neheim zurück?

Ich hatte zwei richtig geile Jahre dort. Ich bin dort hingegangen mit dem Anspruch: ,Okay, ich bin froh, wenn ich ein bisschen spielen kann.‘ Dann kam es ganz anders. Ich durfte gleich im ersten Jahr über die Hälfte der Spiele absolvieren, oft in der Startelf. Trainer Alexander Bruchhage hat mir vertraut, ich habe ihm echt viel zu verdanken. Der SC Neheim ist ein superaffengeiler, richtig cooler Verein. Ich kann mich für die Zeit dort nur bedanken.

Und dennoch verlassen Sie den Klub im Sommer. Dabei hatten Sie schon vor vielen Wochen signalisiert, in Neheim verlängern zu wollen, richtig?

Ja, eigentlich war die Idee, in Neheim zu bleiben. Das hatte ich dem Vorstand damals im Gespräch mitgeteilt. Ich hätte auch innerhalb der Westfalenliga wechseln können, aber das macht man meiner Meinung nach nicht.

Wie kam es dann trotzdem zu dem Wechsel zurück nach Holzwickede?

Eigentlich ist das absolut nicht meine Art. Wenn ich etwas zusage, dann halte ich das normalerweise auch. Tim Harbott hat mich irgendwann angerufen und Interesse signalisiert. Wir haben unverbindlich geredet. Fünf Minuten später habe ich direkt beim SC Neheim angerufen und von unserem Gespräch berichtet.

Hatten Sie auch Kontakt zum künftigen HSC-Coach Marc Woller?

Ja, wir haben später einmal kurz telefoniert. Er hat sich vorgestellt, gesagt, wo er mich sieht, was seine Ziele sind. Er scheint ein sehr angenehmer Typ zu sein, das kann gut harmonieren. Außerdem hat er als Trainer aus der Regionalliga bestimmt noch einmal ganz andere Ansätze. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.

Wie fiel die Reaktion in Neheim aus, als Ihr Abgang dann feststand?

Natürlich ist ein kleiner Schock da gewesen. Der Verein war etwas enttäuscht, sie hatten ja auf mein Wort gesetzt. Doch dann haben sie gesagt, dass sie mir viel Erfolg wünschen und mir keine Steine in den Weg legen wollen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Was hat Trainer Alex Bruchhage gesagt?

Er hat mir offen und ehrlich gesagt, was er mir aus sportlicher Sicht raten würde. Aber er kann den Schritt nachvollziehen. Für ihn war es sowieso immer eine Frage der Zeit, bis ich nach Holzwickede zurückgehe. Er hat mir auch noch eine sehr nette Sprachnachricht geschickt und gesagt, dass seine Tür für mich immer offen steht.

Was hat Sie am Ende bewogen, wieder zum HSC zu gehen?

Ich wohne in Holzwickede, allein beruflich macht das schon Sinn. Außerdem kenne ich den Verein sehr gut. Ich finde es super, was hier entwickelt wurde. All das, was mir vor zwei, drei Jahren als Plan für die Zukunft aufgezeigt wurde, ist in der Zwischenzeit eingetroffen.

Und nach zwei Jahren in Neheim besitzen Sie nun auch die nötige Oberliga-Reife?

Ich weiß noch nicht mal, ob ich die Westfalenliga-Reife besitze (lacht). Gefühlt habe ich da jetzt zwei Jahre ein bisschen mitgepöhlt. Ich nehme die Herausforderung aber gerne an, bin top motiviert und habe natürlich das Ziel, auch in der Oberliga auf Spielzeit zu kommen.

Was sind Ihre Ziele mit dem Holzwickeder SC?

Ich bin ja erst 20 Jahre alt. Ich will Erfahrungen sammeln und für mich und das Team das Beste herausholen. Die Hauptsache ist am Ende des Tages, dass der HSC drei Punkte holt. Und ansonsten ist es schwer zu sagen. Die Leistungsdichte in der Oberliga ist hoch. Ich persönlich denke, sportlich sollten Ziele keine Grenzen haben. Man wünscht sich immer den maximalen Erfolg. Fußball macht schließlich am meisten Spaß, wenn man gewinnt.

Beim HSC steht ein großer Umbruch an. Wie schwer wird es, den zu meistern?

Alle verbinden einen Umbruch immer mit Risiken. Aber so etwas birgt auch Chancen und Vorteile. Natürlich verlassen einige Spieler den Verein, andere Säulen bleiben aber. Ich hoffe, dass wir uns in einem Jahr zusammensetzen und sagen können: Der Umbruch ist gut gelungen. Ich freue mich jedenfalls sehr, wieder das HSC-Logo tragen zu dürfen und habe richtig Bock auf die neue Saison. Ich kann das stumpfe Laufen nicht mehr sehen (lacht).

Über den Autor
2014 als Praktikant in der Sportredaktion erstmals für Lensing Media aufgelaufen – und als Redaktionsassistent Spielpraxis gesammelt. Im Oktober 2017 ablösefrei ins Volontariat gewechselt und im Anschluss als Stammspieler in die Mantel-Redaktion transferiert. 2021 dann das Comeback im Sport, bespielt hauptsächlich den Kreis Unna.
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Marc-André Landsiedel

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