Objekt der Begierde: Der DFB-Pokal wird jedes Jahr in einem Finale ein Berlin ausgespielt. © picture alliance/dpa
Fußball

Der Holzwickeder SC im DFB-Pokal? Größer war die Chance wohl nie

Bayern, Dortmund, Leipzig, Schalke - einmal im Leben gegen solch ein Team zu spielen ist der Traum jedes Amateurkickers. Für den Holzwickeder SC war die Chance darauf wohl nie größer als jetzt.

Träumen ist ja bekanntlich erlaubt. Also stellen wir uns einfach mal folgendes Szenario vor: Der Holzwickeder SC spielt sein erstes Pflichtspiel unter dem neuen Coach Marc Woller. Der Gegner heißt aber nicht etwa Erndtebrück, Kaan-Marienborn oder Meinerzhagen – sondern Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig oder Schalke 04. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Ja, vermutlich. Und dennoch: So realistisch wie jetzt gerade war dieser Traum wohl noch nie.

Westfalenpokal genießt die oberste Priorität beim FLVW

Aber beginnen wir am Anfang: Vor einer Woche hielt der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen eine Pressekonferenz ab. Vize-Präsident Manfred Schnieders betonte hierbei, dass – sollte der Spielbetrieb in dieser Saison tatsächlich noch einmal fortgesetzt werden können – die Austragung des Westfalenpokals Vorrang vor dem Spielbetrieb in der Oberliga habe. „Dieser Wettbewerb hat oberste Priorität für uns“, sagte Schnieders.

Denn: Durch den Pokalwettbewerb wird bekanntlich ein westfälischer Amateurklub ermittelt, der in den DFB-Pokal einziehen darf. Der Sieger des Westfalenpokals erhält ein Ticket für den wichtigsten deutschen Pokalwettbewerb. Was aber passiert, wenn der Westfalenpokal nicht zu Ende gespielt werden kann? Dieses Szenario scheint vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Lage recht wahrscheinlich.

Die Chance des HSC liegt bei 1,56 Prozent

Die Antwort ist simpel: „Dann wird das Los entscheiden, wer von den 64 Teilnehmern in den DFB-Pokal einzieht“, erklärte Schnieders. Heißt im Klartext: Die Chance, dass von den 64 Mannschaften im Lostopf ausgerechnet der HSC gezogen wird, läge bei rund 1,56 Prozent – was, gelinde gesagt, ganz schön wenig ist.

Und dennoch: Die Chance für den HSC, aus eigener Kraft den Sprung in den DFB-Pokal zu schaffen, indem man den Westfalenpokal durch sechs Siege hintereinander gewinnt, ist aus sportlicher Sicht vermutlich noch viel kleiner. Denn früher oder später träfe man mit großer Sicherheit auf einen der Top-Regionalligisten. Der Qualitätsunterschied wäre, realistisch betrachtet, wohl schlicht zu groß.

Harbott lässt sich zum Träumen hinreißen

Und so lässt sich mit Blick auf einen möglichen Los-Entscheid auch der Sportliche Leiter des Holzwickeder SC, Tim Harbott, für einen kleinen Moment zum Träumen hinreißen: „Da würde ich mir natürlich wünschen, dass unsere Kugel heiß ist“, sagt Harbott mit einem Lachen. Doch wenn es nach ihm ginge, wären Fortunas Dienste damit noch nicht genug strapaziert.

Auf die Frage, welchen Gegner er sich dann im Fall der Fälle in der 1. DFB-Pokal-Runde für den HSC wünschen würde, greift Harbott nochmal ganz tief ins oberste Traum-Regal: „Dann sofort die Bayern!“, schießt es aus ihm heraus. „Wir würden uns der Chance definitiv nicht verwehren.“ Am Ende der Träumerei hält dann aber doch wieder der Realismus Einzug in Harbotts Gedankenspiele: „Den Zug nach Berlin würden wir aber besser noch nicht direkt buchen.“

Über den Autor
2014 als Praktikant in der Sportredaktion erstmals für Lensing Media aufgelaufen – und als Redaktionsassistent Spielpraxis gesammelt. Im Oktober 2017 ablösefrei ins Volontariat gewechselt und im Anschluss als Stammspieler in die Mantel-Redaktion transferiert. 2021 dann das Comeback im Sport, bespielt hauptsächlich den Kreis Unna.
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Marc-André Landsiedel

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