Brian Wolff (l.) kommt doch nicht zum Holzwickeder SC - obwohl er schon im Februar als Neuzugang präsentiert wurde. © Holzwickeder SC
Fußball

Brian Wolff zieht Zusage in Holzwickede zurück: „Keine Ahnung, was in seinem Kopf vorgeht“

Bereits im Februar wurde Brian Wolff vom Werner SC als Sommer-Neuzugang des Oberligisten Holzwickede vorgestellt. Doch nun zog der Spieler seine Zusage zurück. Der HSC ist nicht erfreut.

Diese Meldung kam überraschend: Brian Wolff wird entgegen der ursprünglichen Planung nun doch nicht ab Juli den Holzwickeder SC verstärken. Der offensive Mittelfeldspieler, der bereits im Februar offiziell als Sommer-Transfer auf den Social-Media-Kanälen des Emscherklubs vorgestellt wurde, zog in der vergangenen Woche seine Zusage an den HSC zurück – sehr zur Überraschung des Fußball-Oberligisten.

Anderen potenziellen Kandidaten abgesagt

Ob er überrascht oder gar geschockt war? „Sowohl als auch“, räumt Tim Harbott, Sportlicher Leiter des Holzwickeder SC, auf Nachfrage dieser Redaktion ein. „Wir haben uns sehr auf den Jungen gefreut. Brian war der erste Spieler, den wir für die kommende Saison verpflichtet hatten. Dementsprechend blöd ist das jetzt für uns. Denn danach haben wir natürlich anderen potenziellen Kandidaten für diese Position abgesagt“, führt Harbott weiter aus.

Am vergangenen Samstag (15. Mai) habe der ehemalige Junioren-Bundesligaspieler ihn von seinem Entschluss unterrichtet, so Harbott weiter. Der 20-Jährige habe „Bedenken und Sorgen“ bezüglich des geplanten Wechsels in die Emschergemeinde geäußert. Weiter ins Detail scheint Brian Wollf gegenüber dem HSC-Sportchef aber nicht gegangen zu sein. „So ganz rausrücken wollte er mit der Sprache nicht“, erklärte Harbott.

Veränderungen der Mannschaft waren Wolff „zu drastisch“

Einige Tage nach dem Telefonat mit Harbott führte Wolff seine Beweggründe im Gespräch mit dieser Redaktion hingegen etwas genauer aus. „Als ich im Februar meine Zusage in Holzwickede gegeben habe, war es da ja noch eine ganz andere Mannschaft als jetzt. Ich habe natürlich damit gerechnet, dass Spieler wechseln. Aber nicht, dass es so drastische Veränderungen gibt“, so Wolff.

Tim Harbott, Sportlicher Leiter des Holzwickeder SC, rechtfertigt seine Transferpolitik. © HSC © HSC

Mit Keeper Malte Hegemann, den Defensivspielern Joshua Heinrichs, Justin Pfaff, Max Venos, Mirco Gohr, Mischa Mihajlovic, Flügelspieler René Richter und den Angreifern Nico Berghorst sowie Tim Finkhaus hat der HSC bislang neun Abgänge zu verkraften – was in der Tat nach viel klingt.

Doch nur bei Gohr, Richter und Berghorst handelt es sich um unangefochtene Stammkräfte des HSC. Ihr Verlust wiegt mit Abstand am schwersten. Es gibt aber noch einen weiteren Punkt, der Wolff ins Grübeln gebracht haben mag: Sowohl die Zukunft von Stürmer Sebastian Hahne als auch der Verbleib von HSC-Kapitän Nils Hoppe sind Stand jetzt noch völlig offen.

„Bin eigentlich wirklich nicht der Typ, der seine Zusage zurückzieht“

Alles in allem anscheinend zu viel Fluktuation und Ungewissheit für Brian Wolff, der im Gespräch mit dieser Redaktion betonte, wie leid ihm seine späte wie auch überraschende Absage für den HSC tue. „Ich bin auch eigentlich wirklich nicht der Typ, der seine Zusage einfach zurückzieht. Aber ich habe mich mit der Situation wirklich nicht wohlgefühlt. Deshalb war mir wichtig, etwas zu ändern – ich denke, das kann man auch verstehen“, so Wolff – der gleichzeitig Verständnis für jeglichen Unmut seitens der Holzwickeder signalisierte.

Doch noch mehr als Unmut schwingt bei HSC-Sportchef Tim Harbott die Enttäuschung mit: „Ich habe keine Ahnung, was in seinem Kopf vorgeht. Aber er ist auch noch ein junger Kerl. Wenn ihm am Ende sein Bauchgefühl sagt, dass er nicht zu uns kommen will, dann sind wir als Verein auch machtlos. Wir können ihn ja schlecht zwingen.“

Über den Autor
2014 als Praktikant in der Sportredaktion erstmals für Lensing Media aufgelaufen – und als Redaktionsassistent Spielpraxis gesammelt. Im Oktober 2017 ablösefrei ins Volontariat gewechselt und im Anschluss als Stammspieler in die Mantel-Redaktion transferiert. 2021 dann das Comeback im Sport, bespielt hauptsächlich den Kreis Unna.
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Marc-André Landsiedel

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