Das umkämpfte Fröndenberger Derby zwischen dem SV Langschede und SV Bausenhagen endete 0:0. © Marc-André Landsiedel
Fußball

Nicht über‘s Herz gebracht? Ex-Bausenhagener lässt im Derby dickste Chance für Langschede liegen

Im Fröndenberger A-Liga-Derby zwischen Langschede und Bausenhagen hat ausgerechnet ein Spieler die dickste Chance der Partie, der im Sommer die Seiten gewechselt hat - und vergibt. Was war da los?

Das wäre schon kurios gewesen: Im Lokalderby der Fröndenberger A-Kreisligisten SV Langschede und SV Bausenhagen hatte ausgerechnet ein Spieler, der im Sommer vom einen Rivalen zum anderen gewechselt ist, die größte Torchance des Spiels. Doch er vergab völlig freistehend, das Derby endete 0:0 – und der Spieler hatte nach Abpfiff gleich mehrere Erklärungen parat.

Riesen-Gelegenheit kurz vor der Pause

Erst vor wenigen Wochen wechselte der offensive Mittelfeldspieler Daniel Schoof nach viereinhalb Jahren vom SV Bausenhagen zum Lokalrivalen SV Langschede. Kurz vor der Pause hatte Schoof am Sonntag die Riesen-Gelegenheit, seinen neuen Klub gegen die alte Liebe mit 1:0 in Führung zu bringen.

Zuvor hatte sich Langschedes Johannes Wilke in der umkämpften Partie bei einem der wenigen kontrollierten Angriffe auf dem linken Flügel durchgesetzt und eine maßgenaue Flanke in den Bausenhagener Strafraum geschlagen. Dort stand plötzlich Daniel Schoof völlig frei – und köpfte den Ball unbedrängt aus rund zwölf Metern über die Latte. Es sollte auf beiden Seiten die dickste Chance der Partie bleiben.

Schoof liefert Erklärungsansätze

Doch warum brachte Schoof die Kugel nicht aufs Tor? Versagten ihm etwa die Nerven? Oder brachte es der Ex-Bausenhagener einfach nicht übers Herz, gegen seinen Ex-Klub einzunetzen? „Doch, ich hätte liebend gerne getroffen“, beteuerte Schoof nach Abpfiff – und lieferte gleich zwei Erklärungsansätze, weshalb er das Leder nicht auf den Kasten von Mike Peters bringen konnte.

„Die Sonne hat da mit reingespielt“, so Schoof, der bei der Abnahme tatsächlich voll in die hoch stehende Sonne über dem Bausenhagener Tor gucken musste. „Und der größte Kopfballspieler bin ich jetzt auch nicht“, so der quirlige Offensivspieler, der sich sichtlich über die verpasste Chance ärgerte.

„Vom Spielverlauf geht das 0:0 schon in Ordnung. Aber für uns ist es nicht zufriedenstellend“, so das Fazit des 24-Jährigen nach seinem ersten Derby im neuen Dress. Aber wer weiß: Vielleicht fährt Langschede ja beim Rückspiel in Bausenhagen einen Sieg ein. Und vielleicht trifft Daniel Schoof dann ja einfach an alter Wirkungsstätte.

Über den Autor
2014 als Praktikant in der Sportredaktion erstmals für Lensing Media aufgelaufen – und als Redaktionsassistent Spielpraxis gesammelt. Im Oktober 2017 ablösefrei ins Volontariat gewechselt und im Anschluss als Stammspieler in die Mantel-Redaktion transferiert. 2021 dann das Comeback im Sport, bespielt hauptsächlich den Kreis Unna.
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Marc-André Landsiedel

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