Kolumne

Sind Powernaps gesund?

In der Leben-Kolumne schreibt Marc Bracht über Gesundheit und Wellness. Diesmal geht‘s um Powernaps, also kurze Mittagsschläfchen als Energiebooster. Funktionieren die wirklich?
Einfach mal zehn bis 20 Minuten Füße hochlegen und die Augen schließen. Bringen Powernaps vielleicht Energie oder sind sie reine Zeitverschwendung? © Montage: Adobe Stock/Kaminski

Sie kennen das sicher auch: Es ist Mittagszeit und die Augen werden schwer. Als Kind habe ich mich immer dagegen gewehrt. Jetzt wünsche ich mir in solchen Momenten nichts sehnlicher als einen Mittagsschlaf. Powernaps sollen helfen. Doch können sie das wirklich?

Was ist ein Powernap?

Schon der Name macht mich irgendwie skeptisch. Powernap – also Energie-Nickerchen – klingt ganz nach einer Ausgeburt der Leistungsgesellschaft. Und wenn man sich das Konzept dahinter anschaut, noch viel mehr.

Denn beim Powernap geht‘s darum, in nur zehn bis 20 Minuten wieder fit und leistungsfähig zu sein. Pennen bis kurz vor die Tiefschlafphase, dann wieder zurück an die Arbeit. Alles perfekt getimt, kontrolliert und effizient.

Wie gefährlich ist Übermüdung?

Klar, Übermüdung ist nicht angenehm. Sie kann sogar sehr gefährlich sein. Wer übermüdet ist, neigt dazu, Fehler zu machen. Stellen Sie sich mal einen übermüdeten Busfahrer oder Zahnarzt vor.

Besonders zwischen 12 und 14 Uhr kommt es zum berüchtigten Mittagstief. Ein Powernap soll uns während dieser tückischen Stunden helfen, zur Ruhe zu kommen, um Körper und Geist mit neuer Energie zu versorgen.

Bringen Powernaps wirklich etwas?

Ob das Energie-Nickerchen wirklich etwas bringt, das ist eine Frage, mit der sich mittlerweile ein ganzer Forschungszweig beschäftigt. Und die Wissenschaftler haben eine klare Antwort.

Menschen, die regelmäßig, heißt hier dreimal pro Woche, ein Powernap halten, seien in der zweiten Tageshälfte kreativer, aufmerksamer und produktiver. Außerdem verringere das Schläfchen die Wahrscheinlichkeit von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, unterstütze beim Stressabbau und senke das Diabetes-Risiko.

Powernaps: Lernen, ein Nickerchen zu machen

Es klingt etwas skurril, aber ein Nickerchen zu halten, will in diesem Fall gelernt sein. Zudem braucht es eine ruhige Umgebung, in der man es sich gemütlich machen kann.

Anfangs fällt es noch schwer, sich an diese neue Schlafphase zu gewöhnen. Unterstützen können dabei aber Übungen wie progressive Muskelentspannung (PME), autogenes Training oder Yoga.

Aufstehen, wenn der Wecker klingelt

Je mehr ich mich mit diesem Thema beschäftige, desto plausibler klingt es. Vielleicht probiere ich es doch mal aus. Allerdings stelle ich es mir dann doch etwas schwierig vor, beim Ertönen des Weckers auch wirklich sofort aufzustehen. Lieber noch mal umdrehen…

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