Hautprobleme, Rheuma und Co.

Lachs, Leinöl und Kürbiskerne: Diese Lebensmittel wirken entzündungs-hemmend

Bei vielen Erkrankungen spielen Entzündungen eine Rolle. Lohnt dann ein genauer Blick auf die Essgewohnheiten? Auf jeden Fall, sagen die Experten - und erklären, worauf man achten sollte.
So sieht ein nahezu perfektes antientzündliches Essen aus: Eine Quinoa-Wildreis-Bowl mit Lachs, Avocado und Roter Bete. © Christin Klose/dpa

Ingwer, Hering, Grünkohl: Auf den ersten Blick haben diese Lebensmittel wenig miteinander zu tun. Dennoch teilen sie eine Gemeinsamkeit. Ihnen wird eine antientzündliche Wirkung auf den Körper zugeschrieben – wie auch einer Reihe anderer Lebensmittel. Doch für wen ist es überhaupt wichtig, darauf zu achten?

Fakt ist: Bei einigen chronischen Erkrankungen treiben Entzündungen ihr Unwesen – allen voran bei rheumatischen Beschwerden wie Gicht oder Arthrose. Auch bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Schuppenflechte sind sie zentral.

Kann die Ernährung krank machen?

„Einige Inhaltsstoffe von Lebensmitteln können Entzündungsreaktionen in Knorpel, Gelenken und Geweben begünstigen“, sagt der Internist Matthias Riedl, der Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Ernährungsmediziner (BDEM) ist.

Umgekehrt gibt es Stoffe, die entzündungshemmend wirken. Wer den entsprechenden Lebensmitteln mehr Platz im Speiseplan einräumt, kann Beschwerden lindern und bestenfalls Schmerzmittel reduzieren.

Antientzündliche Ernährung: Wie kann sie aussehen?

„Eine antientzündliche Ernährung ist zudem zur Prävention wertvoll“, sagt die Gesundheitspädagogin Sarah Mörstedt. Das gilt laut Matthias Riedl insbesondere für Menschen mit Übergewicht: „Diese haben nämlich ein erhöhtes Risiko für entzündliche Prozesse. Denn das Bauchfett produziert Hormone, die Entzündungen fördern.“

Wer sich antientzündlich ernährt, kann eventuellen Folgeerkrankungen wie Diabetes mellitus oder einem Schlaganfall vorbeugen. Wer gesund und ausgewogen isst, hat bereits den Großteil der Umstellung geschafft.

Der nächste Schritt ist, entzündungshemmende Lebensmittel regelmäßig auf den Teller zu bringen.

Entzündliche Lebensmittel reduzieren

Um die Symptome von Entzündungserkrankungen langfristig zu lindern, ist es empfehlenswert, entzündliche Nahrungsmittel zu reduzieren.

Dazu zählen Zucker- und Fetthaltiges wie Speck, Gebäck, Süßwaren und Fastfood. In all diesen Produkten steckt Arachidonsäure, eine mehrfach ungesättigte Fettsäure, die Entzündungsprozesse befeuert.

Omega-3-Fettsäuren als körpereigene Rüstung gegen Entzündungen

Wer zudem genug Omega-3-Fettsäuren aufnimmt, verhindert, dass der Körper Arachidonsäure in Eicosanoide umbaut. „Besonders viele Omega-3-Fettsäuren stecken zum Beispiel in Avocado, Leinöl, Kürbiskernen, Walnüssen oder Pekannüssen“, so Mörstedt.

Auch fettreicher Fisch wie Hering, Makrele oder Lachs ist für die Versorgung gut – sofern man ihn mindestens einmal pro Woche isst.

Entzündungshemmende Ernährung für Vegetarier?

Sekundäre Pflanzenstoffe sind weitere Helfer gegen Entzündungen. Daher ist grünes Blattgemüse wie Spinat oder Grünkohl eine gute Wahl, ebenso wie Beeren, Äpfel, Trauben, Tomaten, Paprika oder Grapefruit.

Viele Gewürze wirken antientzündlich, darunter Knoblauch, Zwiebeln, Kurkuma und Ingwer. „Bestenfalls verwendet man sie nicht in Form von Pulver, sondern in ihrer ursprünglichen Form und roh“, sagt Mörstedt.

Wie wirkt sich eine entzündungshemmende Ernährung aus?

Bei der Frage, wie viel man letztlich von einer antientzündlichen Ernährung als Therapie-Baustein erwarten kann, gehen die Ansichten der Fachleute teils auseinander. Ernährungsmediziner Riedl betont jedoch: „Die Ernährung ist ein wichtiger Baustein der Therapie. In vielen Situationen tritt eine Besserung ein.“

Aus Riedls Sicht ist es wichtig, die Therapie ganzheitlich zu betrachten. So sollte man neben Medikamenten und Ernährung auch auf Bewegung, Schlaf und Stressmanagement schauen. Das alles seien Bausteine, um gut mit entzündlichen Krankheiten zu leben.

dpaMehr zu Ernährung und Gesundheit unter www.ruhrnachrichten.de/leben

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