Kolumne

Ist Corona ein Beziehungskiller?

In der Leben-Kolumne schreibt Marc Bracht über Gesundheit und Wellness. Diesmal geht es um das Wohlbefinden von Paaren in der Pandemie und den Beziehungskiller Corona.
Mehr gemeinsame Zeit auf engstem Raum: Corona macht vielen Paaren zu schaffen. Doch ist die Pandemie ein Beziehungskiller? © Montage: Adobe Stock/Kaminski

Heute lese ich, dass in den letzten zwölf Monaten offenbar jedes vierte Paar häufiger Beziehungsprobleme hatte. Diese Zahlen entstammen einer Umfrage des Datingportals Parship. Also wenn es jemand wissen muss, dann das Unternehmen, dass alle elf Minuten zwei einsame Herzen zusammenbringt. Grund für den Zoff, war ja klar, die Corona-Pandemie.

Corona: Liebe im Lockdown

27 Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen gaben an, dass ihnen das pandemiebedingte Aufeinanderhocken mit dem Partner irgendwie zu viel gewesen sei. Von „Paarantäne“ ist die Rede.

Ich schaue vom Laptop auf und erblicke prompt meine Partnerin. Bis auf ein, zwei Ausnahmetage haben auch wir das Corona-Jahr gemeinsam verbracht. Rund um die Uhr. Ich frage mich, ob uns das irgendwie geschadet haben könnte.

Die Pandemie als Stressfaktor

In der Apotheken Umschau wird Psychotherapeut und Buchautor Wolfgang Krüger aus Berlin zitiert. Er sagt, die Pandemie sei eine ungewöhnliche Belastungssituation für alle Partnerschaften.

„Sie ist es gerade deshalb, weil das Ende nicht voraussehbar ist. Wir leiden am stärksten unter jenen Belastungen, bei denen das Licht am Ende des Tunnels nicht sichtbar ist“, erklärt er.

Liebe braucht Freiräume

Der Experte geht davon aus, dass Liebe Freiräume braucht. Auch wenn man zusammen wohnt, sei es wichtig, dass Partner Rückzugsmöglichkeiten hätten. „Das ist eine Frage von Aushandeln und Verhandeln“, sagt Krüger.

Für mich klingt das alles irgendwie typisch Deutsch. Aushandeln, Grenzen festlegen, ja, am besten gleich noch Verträge aufsetzen, notariell beglaubigt. Wo bleiben da bitte die Emotionen?

Corona schweißt auch zusammen

Klar, mehr Zeit zusammen kann auch mal Streitereien bedeuten. Doch Streit kann Beziehungen stärken: Experten fanden heraus, dass Paare, die sich einmal pro Woche in die Wolle kriegen, eine glücklichere und stärkere Beziehung führen.

Ich denke, es kommt ganz einfach darauf an, ob man jemanden an der Seite hat, der da auch wirklich hingehört. In guten wie in schlechten Zeiten. Sieht so aus, als hätte ich einfach Glück gehabt.

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