Wildblumen statt Rasen

Der eigene Garten als Paradies für Vögel und Insekten

Eine Kräuter- oder Blumenwiese macht nicht nur weniger Arbeit als ein Rasen, sondern bieten zudem Bienen und Co. einen optimalen Lebensraum.
Kräuter- oder Blumenwiesen bieten vielen Insekten eine Nahrungsquelle und Lebensraum. © Gregor Fischer/dpa

Ein schöner Rasen macht viel Arbeit. Er muss regelmäßig gewässert, gedüngt und gemäht werden, sonst sieht er schnell braun und fleckig aus.

Warum nicht stattdessen eine Blumenwiese aussäen? Die macht nicht nur Menschen Freude, sondern lockt auch Insekten und Vögel an. Und sie ist weniger aufwendig als ein Rasen.

Gesagt, getan und einfach Blumensamen auf den Rasen gestreut?

„Das funktioniert nicht“, sagt Sandra von Rekowski vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde in Berlin. „So können sich die neuen Pflanzen nicht durchsetzen, sie haben zu viel Schatten und Konkurrenz durch die Graspflanzen.“

Drei Wege zur schönen Blumenwiese im eigenen Garten

Es gibt im Prinzip drei Wege, zu einer Blumenwiese zu kommen, erklärt der Naturschutzbund Deutschland (NABU).

Erstens: Nur wenige Male im Jahr mähen, den Rasenschnitt entfernen, nicht mehr düngen und so den Nährstoffgehalt des Bodens senken. Wenn wiesentypische Kräuter zuwandern, wird der Rasen im Laufe der Zeit zur Wiese.

Zweitens: Schneller geht es mit dieser Variante: der „Impfung“. Dabei werden punktuell Flächen des Rasens entfernt und an diesen Stellen die Wiesenpflanzen ausgesät.

Drittens: Der dritte Weg ist mühsamer: Dafür muss der Gärtner oder die Gärtnerin die Rasenfläche im Herbst oder im zeitigen Frühjahr kräftig vertikutieren, sodass nur noch löchrige Grasstoppeln übrig bleiben.

Mehrjährige Wiese bedeutet auch mehr Arbeit

Gärtner und Gärtnerinnen haben die Wahl zwischen einer einjährigen und einer mehrjährigen Wiese. Die erste hat den Vorteil, dass sie schnell wächst. Aber sie verliere schnell an Attraktivität, sagt Michael Henze vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V.

Henze empfiehlt daher eine mehrjährige Wiese. Doch sie brauche immer einen gut vorbereiteten Boden. „Der alte Rasen muss entfernt und unkrautfreie Gartenerde aufgebracht werden“, erklärt er. Dann kann gesät werden.

„Im ersten Jahr wird die Wiese nur wenig blühen, denn die meisten Wiesenblumen blühen erst im zweiten Jahr“. Außerdem gilt: „Wiesenpflanzen lieben mageren mineralischen Boden. Ist der vorhandene Boden zu nährstoffreich, muss mit Sand aufgefüllt werden“, so Michael Henze.

Unkraut wächst schneller: Regelmäßiges Entfernen notwendig

Vor dem Winter wird der Boden gepflügt und gefräst. Unkräuter wie Quecke, Distel, Melde, Hirse und Ampfer müssen entfernt werden. Diese sind kräftiger als die Wiesenpflanzen und würden ihnen zu viel Konkurrenz machen.

Die Aussaat erfolgt idealerweise im Herbst, aber auch die Monate Februar bis Mai sind möglich. Welches Saatgut in Frage kommt, hängt stark von der Beschaffenheit des Bodens ab.

Fläche in der Anfangsphase schonen

Gesät wird am besten an einem windstillen Tag, damit die Samen auch dort landen, wo sie sollen. „Die Saat wird handwürfig aufgebracht“, erklärt Sandra von Rekowski. „Dann etwas andrücken und angießen.“ Danach regelmäßig wässern.

Nach etwa vier bis sechs Wochen sollten sich die ersten zarten Pflänzchen zeigen. In der Anfangsphase darf die Fläche nicht betreten werden.

Und auch die fertige Blumenwiese ist kein Ort, um seinen Gartentisch aufzustellen oder Fußball zu spielen. Dazu sollte man sich lieber einen Flecken Rasen zurückbehalten.

dpaMehr zu Garten und Freizeit unter: www.ruhrnachrichten.de/leben

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