Zurbrüggen rechnet mit Millionenverlust – Kurzarbeit wegen Coronavirus

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Durchschnittlich 2000 Kunden flanieren üblicherweise durch das Wohnzentrum Zurbrüggen an der Hans-Böckler-Straße; seit Mittwochmorgen im Lichte der verordneten Schließung niemand mehr.

Unna

, 18.03.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Genau wie die vier anderen Einrichtungshäuser in Bielefeld, Delmenhorst, Oelde und Herne bleibt das Möbelhaus in Unna bis auf Weiteres geschlossen. Zurbrüggen ist wie fast der gesamte Einzelhandel von den behördlichen Maßnahmen im Lichte der Corona-Pandemie betroffen.

Seine rund 1400 Mitarbeiter schickt Inhaber Christian Zurbrüggen vorerst für den gesamten April in Kurzarbeit. Doch obwohl er für das Unternehmen mit Verlusten in Millionenhöhe rechnet, ist er zuversichtlich: „Wir werden das überstehen“, verweist Zurbrüggen auf die „sehr gute Unternehmensentwicklung der letzten Jahre.“ Und er betont, Verständnis für die Maßnahme zu haben: „In so einer Situation trägt jeder sein Paket.“

Zurbrüggen will Kurzarbeitergeld für Mitarbeiter aufstocken

Auf der einen Seite sei es der Händler und Unternehmer mit Verlusten in Millionenhöhe, auf der anderen Seite der Staat mit Milliardenverlusten – „und auf der dritten Seite sind es die Mitarbeiter“, so Zurbrüggen mit Verweis auf das Kurzarbeitergeld, das 60 beziehungsweise für Arbeitnehmer mit Kindern 67 Prozent des Nettogehalts beträgt. Zurbrüggen will es für seine Mitarbeiter auf 80 Prozent aufstocken, wie er im Gespräch mit dieser Redaktion ankündigt.

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Die Mitarbeiter des Vertriebs werden nach Einschätzung Zurbrüggens voraussichtlich noch bis diesen Donnerstag Restarbeiten abarbeiten, ausstehende Kundenanrufe erledigen und Kaufverträge zu Ende planen – und danach nach Hause gehen. Für die Lager an den Einrichtungshäusern gilt derweil genau wie für das Logistikzentrum an der A2 in Bönen: Der Betrieb läuft, so lange es möglich ist. Das bedeutet auch, dass die Warenausgaben geöffnet sind. Kunden, die ihre bereits gekauften Möbel abholen möchten, können dies vorerst uneingeschränkt tun. Auch Möbellieferungen erfolgen wie geplant. Und wem der Onlineshop reicht, der kann auch weiterhin die Möbel seiner Wahl kaufen.

„Genau, wie wir hier vor bislang nicht gekannten Aufgaben stehen, tun dies auch die Entscheider der Regierung.“
Christian Zurbrüggen

Die Verwaltung von Zurbrüggen arbeitet zu einem Großteil bereits im Homeoffice. Wenn ab dem 1. April dann Kurzarbeit gilt, wird an der Hans-Böckler-Straße nur noch eine Art Notdienst arbeiten.

Übrigens: Die Filiale in Delmenhorst war nach einer Entscheidung der niedersächsischen Landesregierung bereits seit Montag geschlossen. Dass die Entscheidung der NRW-Landesregierung zum generellen Öffnungsverbot erst am späten Dienstagabend bekannt wurde, sorgte dafür, dass am Mittwochmorgen einige Kunden vor verschlossenen Türen standen. Zurbrüggen selbst aber zeigt sich verständnisvoll. „Genau, wie wir hier vor bislang nicht gekannten Aufgaben stehen, tun dies auch die Entscheider der Regierung“, sagt er.

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