Wo Familien im Kreis Unna optimale Lebensbedingungen finden

dzGutes Wohnen für Familien

Eine Wohnung ist mehr als ein Dach über dem Kopf. Die Nachbarschaft, die Infrastruktur, die Mobilität – das alles macht gutes Wohnen aus: für Familien mit Kindern besonders wichtig.

von Gabriele Hoffmann

08.11.2018, 16:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über seniorengerechtes Wohnen wird viel gesprochen und diskutiert. Da gibt es tolle Angebote, schicke Residenzen und gute Betreuung, wenn es alleine nicht mehr so recht gehen will. Doch was ist vorher, bevor der sogenannte Herbst des Lebens beginnt? Familien mit Kindern möchten genauso gut wohnen. Deshalb sucht und prämiert das „Bündnis für Familie“ vorbildliche Wohnprojekte, am Donnerstag bereits zum zweiten Mal.

Den Blick stärker auf die Familien zu richten ist das Ziel der Bündnispartner. Und dann die Projekte „sichtbar machen“, so Petra Buschmann-Simons, Sprecherin des Familienbündnisses auf Kreisebene. „Und zum Nachahmen anregen“, ergänzt Sabine Leiße vom Kreis Unna. Matthias Fischer, Geschäftsführer der Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS), bringt es auf den Punkt: „Familien kommen oft zu kurz. Deshalb ist es wichtig, zu zeigen, was im Kreis Unna passiert.“ Und das ist eine Menge, wie die zweite Runde von „Gutes Wohnen für Familien“ zeigt.

Fünf Bewerbungen lagen der Jury vor. Aussortiert werden musste keine, denn alle vorgestellten Projekte haben die Kriterien erfüllt.

Das sind zum Beispiel: die Bezahlbarkeit, die Sicherheit im Umfeld, die Infrastruktur wie Kitas, Schulen oder Treffpunkte und die Nachhaltigkeit, wozu eine soziale Mischung der Bewohner und der Wohnungen – Stichwort: öffentliche Förderung – zählen. Auch alternative Formen für die Mobilität von Familien neben dem Auto fließen in die Bewertung.

Alle fünf Projekte haben am Donnerstag die begehrte Plakette erhalten und können sich jetzt mit der Auszeichnung schmücken. Die hat nur einen ideellen Wert, soll aber ein Zeichen für Nachahmer setzen.

Und es geht weiter. Das ist die Botschaft des Bündnisses und des Kreises Unna. In zwei Jahren werden erneut beispielhafte Wohnformen ausgezeichnet. Projekte können bereits jetzt und laufend eingereicht werden, sagt Sabine Leiße. In der dritten Runde soll der Schwerpunkt auf der Bestandsentwicklung liegen. Teilnehmen können auch private Investoren und Vermieter oder Architekten von geeigneten Objekten.

Die jetzt prämierten Objekte sollen im Rahmen einer Exkursion von Jurymitgliedern und interessierten Politikern noch besichtigt werden.

Die fünf jetzt prämierten Projekte in Unna und Lünen sind:
  • „Beginenhof Königsborn“, die Wohnalternative im ehemaligen Pfarrhaus. Dort wird gemeinschaftliches Wohnen von Frauen in verschiedenen Lebenssituationen und in jedem Alter praktiziert. Das können Alleinerziehende ebenso wie Lebenspartnerschaften sein. Die Wohnungen sind weitgehend barrierefrei. www.evangelisch-in-unna.de
  • „bUNte Palette“, urbanes Mehrgenerationenwohnen an der Mozartstraße auf einem ehemaligen Sportplatz in Unna. Dort geht es um das Zusammenleben von Jung und Alt in verlässlicher Nachbarschaft und Übernahme von Verantwortung in Arbeitsgruppen. www.nwf-unna.de und www.ukbs.de
  • „Wohnhof Große Wiese“, kooperative Entwicklung diverser Wohnformen an der Bismarckstraße in Unna-Massen. Dort wurde die Brachfläche der ehemaligen Strumpffabrik Falke bebaut. Drei Investoren haben dieses Projekt realisiert und für eine Belebung des Quartiers gesorgt. www.nwf-unna.de
  • „Am Wüstenknapp“, generationenübergreifendes Wohnen zur Miete an der Westfaliastraße in Lünen. Das war ebenfalls ein ehemaliger Sportplatz, auf dem eine Gruppe engagierter Bürger ein gemeinschaftliches Wohnen rund um einen Innenhof realisieren. Ziel ist, auch Menschen mit Behinderung zu integrieren. www.bauverein.de, www.zuhause-in-luenen.de
  • „Wohnen am Schützenhof“, ein Wohnungsmix mit Betreuungsangeboten am Waldemar-Elsoffer Weg in Lünen. Die ehemalige Industriefläche liegt zentrumsnah und bietet auch Pflege- und Betreuungsangebote für alle Altersgruppen. www.wbg-luenen.de.
Die einzelnen Projekte weisen zwischen elf und 170 Wohneinheiten auf. Sie sind im vergangenen Jahr fertiggestellt worden oder werden es noch bis Ende 2018.
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