Risikogruppe Senioren: Annelies Juraschek geht trotzdem aus dem Haus

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Senioren gelten als Hauptrisikogruppe für eine Corona-Infektion. Pflegeeinrichtungen raten von Besuchen Angehöriger ab, einige Senioren meiden die Öffentlichkeit. Annelies Juraschek geht trotzdem aus dem Haus.

Unna, Holzwickede

, 13.03.2020, 18:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Annelies Juraschek aus Opherdicke ist 84 Jahre alt. Die Rentnerin zählt somit zu der Risikogruppe, die im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus als besonders gefährdet gilt. Bundesweit heißt es, dass gerade diese Gruppe Großveranstaltungen, Enkel-Besuche und Einkaufen zu Stoßzeiten meiden soll. Auch im Kreis Unna sorgen sich einige Senioren um ihre Gesundheit.

„Ich mache mir schon Gedanken“, sagt Annelies Juraschek. Vor die Haustüre geht sie aber trotzdem: Zwischen zwei Sportkursen frühstückt sie im Unnaer Seniorentreff Fässchen. Vorsichtig sei sie zwar, sagt sie, aber sie mache sich eben auch nicht verrückt. Lieber setzt sie auf ihre körperliche Fitness und hofft, dass das Virus an ihr vorbei zieht.

Einige Senioren bleiben derzeit Zuhause

Andere Senioren treffen dahingehend mehr Sicherheitsvorkehrungen, wie Markus Niebios, Leitung vom Seniorentreff Fässchen berichtet: „Einige unserer Besucher bleiben offensichtlich zuhause“, sagt er. „In den Gruppenkursen bemerken wir rund zehn Prozent weniger Beteiligung, im Café hat sich die Anzahl der Gäste sogar um die Hälfte verringert“, schätzt er.

An diesem Morgen ist es nur Annelies Juraschek, die dort ihr Brötchen isst.

Wann wieder mehr Gäste vorbei kommen, weiß er nicht. „Wenn die Virus-Krise vorbei ist“, vermutet eine Mitarbeiterin. Solange meiden ängstliche Senioren Sozialkontakte.

„In den Gruppenkursen bemerken wir rund zehn Prozent weniger Beteiligung, im Café hat sich die Anzahl der Gäste sogar um die Hälfte verringert.“
Markus Niebios, Leitung Seniorentreff Fässchen

Annelies Juraschek macht das noch nicht. Sie nimmt weiterhin an ihrem Yogakurs und an ihrer Wassergymnastik teil. Das Thema Corona sei aber auch dort präsent: „Wir sprechen natürlich auch untereinander darüber und überlegen, ob wir bald einige Treffen ausfallen lassen.“

Vorsichtsmaßnahmen in Pflegeeinrichtungen

Auch in Pflegeeinrichtungen und im Betreuten Wohnen in Unna greifen derzeit Vorsichtsmaßnahmen. Uta Böcker, stellvertretende Leitung vom Pflegedienst Busch, berichtet, dass die Besuchszeiten für Angehörige in Pflegeeinrichtungen eingeschränkt worden seien und dass auch in selbstbestimmten Seniorenwohngruppen der Sozialkontakt nach außen verringert werden soll: „Wir raten unseren Kunden etwa davon ab, Veranstaltungen wie das Seniorenkino zu besuchen“, sagt sie.

Auch Besuche von außen werden abgesagt, sofern es sich nicht um ärztliche Visiten handelt: „Es muss ja nicht sein, dass der Clown, der morgens noch im Kindergarten war, nachmittags zu den Senioren kommt“.

Denn weiterhin gilt: Das Infektionsrisiko soll so gering wie möglich gehalten werden, besonderes bei jenen Gruppen, die als besonders gefährdet gelten.

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