Wiedereröffnung von Ausstellungen auf Schloss Cappenberg nicht vor 2020

dzSchloss Cappenberg

Eher beiläufig verkündet der Kreis Unna am Dienstag eine weitere Verzögerung der Arbeiten im Schloss Cappenberg. Die Ausstellungsräume sollten ursprünglich schon 2017 wieder eröffnet werden.

Kreis Unna

, 11.09.2018, 13:47 Uhr / Lesedauer: 1 min

Langsam erinnert das Projekt an den Berliner Flughafen – weil es einfach nicht fertig wird. Die Wiedereröffnung der Ausstellungsräume auf Schloss Cappenberg soll „voraussichtlich 2020“ erfolgen, verkündete der Kreis Unna am Dienstag in einer Pressemitteilung. Ursprünglich sollte sie 2017 sein, dann 2018 – und bis zuletzt war immer vom Frühjahr 2019 die Rede.

Die Zahl 2020 tauchte am Dienstag fast beiläufig gegen Ende einer Mitteilung auf, die eigentlich eine ganz andere Nachricht transportierte: nämlich die, dass es nun zwei neue Schilder gibt, die an der A1 in Höhe von Werne für das Ausflugsziel Cappenberg werben sollen. Ein Ausflugsziel, das als größte kulturelle Perle der Region gilt, der Öffentlichkeit aber seit Jahren allenfalls eingeschränkt zur Verfügung steht. Denn die Kunstausstellungen des Kreises Unna, die jedes Jahr Tausende Besucher anlockten, pausieren im Schloss bereits seit Herbst 2015.

Damals hatten sich der Eigentümer des Schlosses, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als Mieter und der Kreis Unna als Untermieter nach schwierigen Verhandlungen auf einen neuen Mietvertrag geeinigt, der die Ausstellungen im Schloss bis 2036 sichern sollte. 2016, hieß es damals, werde das Schloss aber geschlossen bleiben, zwecks dringend nötiger Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten. 2017 sollte es unter anderem mit einer runderneuerten Ausstellung des LWL über das Leben und Wirken des Freiherrn vom Stein wieder öffnen.

„Erhebliche Abstimmungsprobleme“

Doch es kam ganz anders. Von den Beteiligten des Kreises, etwa vom inzwischen pensionierten Baudezernenten Dr. Detlef Timpe, war seither immer wieder von „erheblichen Abstimmungsproblemen“ zwischen den drei beteiligten Parteien zu hören.

Diese scheinen nun dazu zu führen, dass die Sanierung nicht vor 2020 abgeschlossen sein wird. Genaueres wollte der Kreis am Dienstag auf Anfrage unserer Redaktion nicht sagen – mit Verweis darauf, dies erst in der nächsten Baubesprechung mit den anderen beiden Parteien abstimmen zu wollen.

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